8. März – Internationaler Frauentag

Die deutsche Sozialistin Clara Zetkin schlug auf der „Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz“ am 27. August 1910 in Kopenhagen die Einführung eines Internationalen Frauentags vor.

Am 19. März 1911 fanden dann erstmals hunderttausende Frauen in Dänemark, Deutschland, Österreich und in der Schweiz zusammen und begründeten damit den Internationalen Frauentag. In den folgenden Jahren wechselte das Datum des Frauentags bis es 1921 auf den 8. März festgelegt wurde. Seit dem feiern ihn progressive Frauen und Männer jedes Jahr am 8. März. Organisiert wurde der erste Internationale Frauentag durch sozialistische Organisationen im Kampf um die Gleichberechtigung, Wahlrecht für Frauen und die Emanzipation der Arbeiterinnen. Heute richtet sich der Kampf überwiegend auf gleiche Löhne für gleiche Arbeit bei Frauen und Männern.

Dieses Jahr lautet das Motto der Vereinten Nationen (UN Woman) zum Internationalen Frauentag: „Woman in Changing World of Works: Planet 50 – by 2030“ – (Die Frau in der sich verändernden Welt der Arbeit: Weltweit 50/50 [Gleichberechtigung, d.V.] bis 2030). In Deutschland geben die deutschen Gewerkschaften dieses Jahr den Leitspruch: „Wir verändern“ aus.

Jedoch zeigen wissenschaftliche Studien des World Economic Forum im Global Gender Gap Report, dass die Gleichberechtigung der Frau gerade in Deutschland innerhalb des vergangenen Jahres doch deutlich nachgelassen hat. Es wurden folgende Kriterien untersucht: Gesundheit und Überlebenschancen, Bildungsweg, politische Teilhabe und wirtschaftliche Chancen. Nach diesen Kriterien würden Frauen in Deutschland erst in 170 Jahren  vollkommen gleichberechtigt gegenüber Männern. Vor einem Jahr waren es noch 118 Jahre. Damit rutscht Deutschland im internationalen Vergleich von Platz 5 auf den 13 Platz zurück. Dies ist ein Unterschied von 52 Jahren. Bei 144 untersuchten Ländern landete Deutschland bei der Chancengleichheit in der Bildung auf Platz 100, bei der Gesundheit und den wirtschaftlichen Chancen sind es die Plätze 54 und 57. Nur bei der politischen Teilhabe kam Deutschland auf einen der vorderen Plätze, auf den 10. Platz. … was jedoch nicht viel bewirkt hat, außer dass die Frauenrechte weiter beschnitten wurden, so z.B. dass Frauen selbst in Spitzenpositionen deutlich weniger verdienen als die männlichen Kollegen. In der gesamten Liste steht Island auf Platz 1, gefolgt von Norwegen auf zwei. Drei und vier gehen an Finnland und Schweden. Auch Lesotho und Südafrika stehen noch vor Deutschland. Das sollte zu Denken geben!

Frauen tragen weiterhin die Hauptlast der Pflege der Kinder und Angehöriger und der Hausarbeit. Auch werden sie im Durchschnitt mit 21 % schlechter bezahlt als Männer für die gleiche Arbeit. Sie werden massenhaft in Minijobs und unfreiwillig in Teilzeitjobs gezwungen. Bereits bei der Berufswahl werden Frauen in schlechter bezahlte Berufe gedrängt, wie z.B. in Pflegeberufe. Das Ergebnis sind in der Perspektive Renten, die nicht zum Leben reichen.

Unsere Solidarität gilt auch den Frauen der Nähereien aus Bangladesch, die im Dezember 2016 bei einem friedlichen Streik für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Lohn verhaftet wurden und Anzeigen bekamen, weil sie sich gewerkschaftlich organisiert hatten. Diese Arbeiterinnen arbeiten für niedrigste Löhne im Auftrag für H&M, Inditex (Zara/Bershka), VF (North Face) und Gab. Die „Kampagne für saubere Kleidung“ (CCC ist ein Netzwerk aus derzeit 22 Trägerorganisationen) ruft die Generaldirektion Handel der Europäischen Kommission dazu auf, ihre Verantwortung wahrzunehmen und den Schutz der Menschenrechte in außenwirtschaftlichen Beziehungen zu stärken.

Fazit: Um die Gleichberechtigung steht es schlechter als man annimmt. Gleichzeitig bedeutet das, dass der Kampf auf dem Weg zur Gleichberechtigung noch stärker sein muss. Und das nicht nur am Internationalen Frauentag, sondern zu jeder Zeit!

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