Ahnungsloses Gerede

Keineswegs üblich ist es, einem Wirtschaftminister zu widersprechen, gehört er doch zur Kategorie der Immerrechthabenden. Einem bundesdeutschen Brüderle zu sagen, dass er dummes Zeug redet, heißt Eulen unter die Berliner Terrorkuppel zu tragen. Dennoch! Der Wirtschaftsminister hat das, was Wikileaks machte, mit der Arbeit der Staatssicherheit der DDR verglichen und nuschelte: „Manches, was ich bei Wikileaks da entnehme, erinnert mich an die Sammelwut, die früher Institutionen im Osten hatten – die Stasi dabei.“ Abgesehen von der Verhunzung der deutschen Sprache, ist der Mann dem Delegitimierungsgaul seines Parteifreundes Kinkel aufgesessen, allerdings rückwärts. Nicht Wikileaks sammelte Informationen, sondern das US-amerikanische Außenministerium wies an zu sammeln. Darüber hinaus nimmt sich, worüber Frau Birthler wacht, aus wie die Briefmarkensammlung eines Zehnjährigen [ehemalige Mitarbeiter des MfS mögen es mir nachsehen] – gegenüber der Informationsflut, die in die USA gesaugt wird. Bleibt dem Herrn Brüderle zu empfehlen: Keine Ahnung? Einfach mal Klappe halten!

Till

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