Aus dem Januarheft der Roten Kalenderblätter

Vor 100 Jahren, am 31. Januar 1911, verstarb in Berlin Paul Singer. Neben August Bebel und Wilhelm Liebknecht war Paul Singer eine der herausragenden Persönlichkeiten der revolutionären deutschen Sozialdemokratie. Dr. Kurt Laser hat es dankenswerter Weise übernommen, Leben und Werk dieses Mannes zu würdigen, der sich im Kampf gegen Bismarcks Sozialistengesetz und um die Entwicklung der Arbeiterbewegung in Deutschland besondere Verdienste erworben hat. Hunderttausende Berliner nahmen Abschied von „ihrem Paul“, als er am 5. Februar 1911 auf dem Friedhof der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde beerdigt wurde.

„Jagt die braunen Richter fort, Freiheit für Jupp Angenfort!“ skandierten Mitglieder der SDAJ, der DKP und der VVN 1969, als sich die Bonner Justiz erdreistete, Jupp Angenfort erneut hinter Zuchthausmauern zu bringen, nachdem man ihn schon in den 50er Jahren für viele Jahre seiner Freiheit beraubt hatte. Peter Dürrbeck berichtet über Jupp Angenfort aus eigenem Erleben und persönlicher Zusammenarbeit. Heinz Stehr schrieb im März vergangenen Jahres in seinem Nachruf: „Jupp Angenfort – das war einer der wirklichen Helden dieser vom Antikommunismus zerfressenen Gesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland“.

Die Brandenburger Genossen erinnern an einen der Wegbereiter bei der Gründung unserer DKP-Landesorganisation. Heinz Hoffmann war einer der Initiatoren und Organisatoren, als es nach dem Sieg der Konterrevolution darum ging, die vor allem von der PDS enttäuschten Mitglieder zu sammeln und ihnen in der DKP eine neue politische Heimat zu geben. Er war nach den Worten von Brigitte Müller „zuverlässig und standhaft, für sich bescheiden und voller Verständnis für andere“. So werden wir Heinz Hoffmann in Erinnerung behalten.

Der Geschichtskommentar von Prof. Dr. Anton Latzo – ein Auszug aus seinem für den Parteitag vorbereiteten Diskussionsbeitrag – stellt die für die weitere Entwicklung der revolutionären Arbeiterbewegung alles entscheidende Frage: „Entweder sozialistische, marxistisch begründete Klassenpolitik oder reformistisch-opportunistische Preisgabe der Interessen der Arbeiterklasse und damit des gesellschaftlichen Fortschritts, des Sozialismus auf lange Zeit“.

Konrad Hannemann berichtet über den Aufbau des Eisenhüttenkombinats Ost und den Aufbau von Eisenhüttenstadt. Als politisch engagierter Bürger der ersten sozialistischen Stadt auf deutschem Boden, erinnert er an die Grundsteinlegung am 1. Januar 1950 und die schöpferische Kraft der Werktätigen beim Aufbau des EKO in den folgenden Jahren. Wolfgang Herrmann, der 1986 am Parteitag der Kommunisten Panamas teilgenommen hat, vermittelt eine aufschlußreiche Analyse der weiteren Entwicklung der Partei und kommt dabei zu dem Schluss, daß die Kommunisten Panamas, ungeachtet aller Schwierigkeiten, standhaft geblieben sind.

Wir bringen in unserem Januarheft den letzten Artikel, den Rosa Luxemburg am 14. Januar 1919 – einen Tag vor ihrer Ermordung – in der „Roten Fahne“ veröffentlicht hat. Ihre Antwort auf den Sieg der Konterrevolution ist der revolutionären Arbeiterbewegung zum Vermächtnis geworden: „Eure Ordnung ist auf Sand gebaut. Die Revolution wird sich schon morgen rasselnd wieder in die Höh‘ richten und zu eurem Schrecken mit Posaunenklang verkünden: Ich war, ich bin, ich werde sein!“

Prof. Dr. Erich Kundel

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