Ausschluss durch »Cottbus für alle«

Warum »Cottbus für alle« am 27. Juni nicht von der DKP unterstützt wurde

Zum dritten Mal innerhalb kurzer Zeit ist der Verein »Zukunft Heimat« gemeinsam mit NPD, Fussballhooligans und anderen Rechtsextremen durch Cottbus marschiert. Vor diesem Hintergrund begrüßten wir die Idee, dass ein breiter Protest der Zivilgesellschaft gegen die rechten Umtriebe auf die Straße getragen wird.

»Für ein weltoffenes Cottbus und gegen Pegida demonstrieren wir gemeinsam mit vielen Organisationen am 27. Juni«, heißt es in dem Aufruf »Cottbus für alle«. Transparente, Ideen und Unterstützung seien gern gesehen. Wie wir aber feststellen mussten, war damit nicht die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) gemeint.

Die Zusammenarbeit zwischen DKP und den Organisatoren von »Cottbus für alle« scheiterte letztendlich an der Frage, ob sich eine kommunistische Partei in breiten Bündnissen auch zu erkennen geben darf – so wie jede andere Organisation auch. Unser Lautsprecherwagen war erwünscht – aber nur ohne Aufschrift. Der Wagen sollte verhüllt werden, so die Idee der Organisatoren von »Cottbus für alle«. Weil wir dies nicht wollten, kam den Organisatoren der Gedanke, mittels getragenen Transparenten die Aufschrift zu verdecken.

Für uns sind derartige Gedankenspiele vollkommen inakzeptabel.

Einer der Organisatoren verteidigte das Vorgehen von »Cottbus für alle« gegenüber der DKP am Rande der Demonstration. Wir würden vom Verfassungsschutz beobachtet, und unser offenes Auftreten würde das Bündnis angreifbar machen. Entscheidet heute schon der Verfassungsschutz darüber, wer in einem antifaschistischen Bündnis mitwirken darf? Außerdem würden die bürgerlichen Kräfte durch die Aufschriften auf unserem Lauti verschreckt.

In unseren Augen ist das eine falsche Vorstellung von Bündnispolitik. In einem breiten antifaschistischen Bündnis kommen zwangsläufig Gruppierungen zusammen, die nicht in allen Punkten übereinstimmen. Wenn deshalb eine Gruppe zugunsten einer anderen Gruppe ausgeschlossen wird, verengt und schwächt man das Bündnis unnötig.

In unseren Augen spiegelt das Verhalten von »Cottbus für alle« auch ein parasitäres Organisationsverständnis wider. Während andere Organisationen Technik und Ressourcen beisteuern, können sich die Organisatoren von »Cottbus für alle« in den Mittelpunkt spielen.

Die DKP in Cottbus strebt nach breiten Bündnissen – beim Antifaschismus wie in anderen Bereichen auch. Oftmals sind wir nicht mit den Positionen oder Haltungen unserer Bündnispartner einverstanden, dennoch setzen wir auf respektvolle Zusammenarbeit. Das gemeinsame Ziel steht im Vordergrund.

Das Verhalten von »Cottbus für alle« ließ ebendiesen respektvollen Umgang vermissen.

Grundorganisation Cottbus

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*