Brecht, Lagerfeuer und Politik

DKP-Brandenburg beim Pfingstcamp der SDAJ und beim Pressefest der UZ

Die Brandenburger Landesorganisation hatte beschlossen, an zentralen Aktionen der Partei gemeinsam mit den LV auf DDR-Gebiet teilzunehmen. Zunächst galt es, uns beim zweijährig stattfindende Pressefest unseres Zentralorgans der UZ in Dortmund zu repräsentieren. Hinzu kam in diesem Jahr, dass wir als DKP ein regionales Pfingsttreffen der SDAJ zu organisieren und zu unterstützen hatten, erstmalig im Land Brandenburg. Dabei war schon im Vorfeld klar, dass die Ausrichtung dieser beiden Treffen in einem Monat, größtes Engagement und einen hohen Mobilisierungsgrad der gesamten Parteiorganisation erfordert.

Dabei messe ich dem Pfingsttreffen der SDAJ einen noch höheren Stellenwert als dem Pressefest der UZ zu.

Um unseren LV zu stärken, gehört der Aspekt die Gewinnung junger Menschen.

Und noch ein anderer Punkt scheint mir in diesem Zusammenhang bedeutsam zu sein. Im Land Brandenburg ist es bisher nicht gelungen, einen eigenen Landesverband der SDAJ zu gründen. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Gemeinsame Organisationsformen führen dazu, dass sich die Jugendlichen mit ihren spezifischen Problemen, häufig allein gelassen fühlen.

Das wurde beim Pfingsttreffen deutlich. Zeitweise bis zu 100 Jugendliche der SDAJ Berlin und Leipzig als Organisatoren des Programms, Jugendlichen aus Antifa-Strukturen und andere linke Jugendliche aus Vereinen nutzten das Camp zum gemeinsamen Austausch von Erfahrungen, zur Diskussion, zu sportlichem Wettkampf und zum gemeinsamen Feiern.

Tagsüber dominierten Diskussionsrunden und Foren das Programm, welches von der SDAJ ausschließlich selbst organisiert wurde. Am Abend gab es kulturelle Beiträge: z.B. Brecht-Lesung, Singen von Arbeiterliedern am Lagerfeuer. Die Nächte gehörten Ska, Hip-Hop und Rock. Ein Highlight war der Hamburger Fünfkampf. Im sportlichen Wettstreit wurden Strategien für Demonstrationen und Protestaktionen eingeübt.

Unsere Genossen, die auf verschiedenste Art und Weise, vor Ort, zum Gelingen des Camps beigetragen haben, waren der einhelligen Meinung, dass die SDAJler ein bemerkenswertes politisches Programm auf die Beine gestellt haben. Unsere Genossen, die die Diskussionen und Foren verfolgen konnten, oder selbst bestritten, sprachen mit Hochachtung von der Disziplin und politischen Kenntnis der jungen Leute.

Der Landesvorstand bedankt sich in diesem Zusammenhang besonders bei den Genossen aus den GO Bernau, Eberswalde KW, Strausberg und Templin. Es fehlten dennoch viele Genossen mit und ohne Kinder und Enkelkinder. Somit wurde eine gute Gelegenheit verschenkt, mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen, ihre Organisation kennen zu lernen, über ihre Probleme und Erwartungen zu sprechen.

Das Pressefest der UZ in Dortmund war der zweite Höhepunkt im Juni. Das Pressefest ist von jeher der bundesweite Treffpunkt für Kommunisten, mit internationalen Gästen, mit Linken aus anderen Organisationen, mit den Besuchern des Festes aus Dortmund und der Umgebung.

Brandenburg war seit Jahren mit einem eigenen Zelt, mit einem eigenständigen, interessanten Programm vor Ort vertreten.

Nach der im vergangenen Jahr, in Vorbereitung des 19. PT zustande gekommenen engeren Zusammenarbeit der Landesverbände und Koordinierungsgruppen aus dem Osten, hatten wir gemeinsam verabredet, in diesem Jahr ein gemeinsames Zelt der Ostverbände zu gestalten.

Ziel war es, die gemeinsame Arbeit, gemäß den spezifischen Aufgaben und Interessen der Ostverbände zu bekräftigen und darzustellen.

Rückblickend wurde von den beteiligten Verbänden und auch von den Gästen und Besuchern eingeschätzt, dass im Ostzelt das inhaltsreichste, interessanteste Programm geboten wurde. Über drei Tage lösten sich die Programmpunkte im Ein- oder Zweistundenrhythmus ab. Auf unserem Podium standen herausragende Persönlichkeiten aus Politik, Literatur und Kultur Rede und Antwort. Es wurde intensiv diskutiert, es wurde gemeinsam gesungen, es wurde getanzt.

Während der zahlreichen Podiumsdiskussionen u.a. zu Themen wie „Macht und Moral im Kampf der Kommunisten“, „Möglichkeiten und Grenzen von Bürgerbegehren“ oder „Die Sicherung der Staatsgrenze zu Westberlin vor 50 Jahren“ reichte die Kapazität des Zeltes nicht aus. Trotz anhaltendem Regen standen die Besucher in mehreren Reihen in den Zelteingängen, um die Diskussionen verfolgen zu können. Ebenso bei den Autorengesprächen vor allem gemeinsam mit dem Wiljo Heinen Verlag. Die Songgruppe „Albatros“ vom DDR Kabinett in Bochum sorgte für den kulturellen Höhepunkt im Zelt. Auf ihrer Web-Seite können wir ihre Einschätzungen betrachten. Das gemeinsame Singen der DDR-Hymne bewies die Aktualität des Textes. gerade heute wieder war: „Lasst das Licht des Friedens scheinen, dass nie eine Mutter mehr, ihren Sohn beweint“.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt hatten sich alle Vorbereitungen des Festes, alle Mühe gelohnt.

Detlef Krüger Stellvertretender Landesvorsitzender der DKP in Brandenburg

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