Das Lächeln wird vergehen

So richtig aufgefallen ist es nicht, dass es keine Regierung gab. Nach drei Monaten Dampfplaudern von nur noch amtierenden Ministern, ist nun wieder eine da. Geführt wird sie zum dritten Mal von der stolz lächelnden Alleskannzlerin. Ab jetzt wird von einem Kompetenzkonglomerat richtig rangeklotzt, soll weisgemacht werden. Da verkrümelt sich der, der so vehement gegen die Beantragung der Einleitung eines NPD-Verbotsverfahrens polemisierte und mit seinen Diensten so gar nichts Substanzielles zum NSU-Skandal beizusteuern vermochte, auf den Acker. Nein, Landwirtschaftsminister wurde der. Der neue Innenminister ist ein alter, mit Erfahrung im Amte. Er hatte sich beim Militär versucht, glücklos. Eben noch Generalsekretärin einer Partei, haben wir nun eine noch bessere Arbeitsministerin als wir ohnehin schon hatten. Die anderen beiden Generalsekretäre können plötzlich und unerwartet Gesundheit und Verkehr. Da springt einem doch Postengeschacher ins Gesicht. Dass der bisherige Umweltminister ins Kanzleramt gepfiffen wurde, ist verständlich, trat er einfach zu offensichtlich und ehrlich für die Profitinteressen der Energiekonzerne ein. Der bisherige Kanzleramtschef war wohl zu forsch beim Abbügeln der NSA-Schnüffelei unserer allseits geliebten Freunde. Wir werden ihn sicher irgendwo »in der Wirtschaft« wiederfinden. Ein Brett vor dem Kopf schützt nicht davor, ein Barett auf den Kopf zu bekommen oder einen Stahlhelm und Verteidigungsministerin zu werden. Das L im Namen hat sie, vielleicht, ja vielleicht wird sie in diesem Amte zur Lysistrata (gr. die Heersauflöserin)? Eher nicht, denn Kampfdrohnen braucht das Land und die Rüstungsexporte. Die USA-Atomwaffen werden in deutschen Depots stationiert bleiben. Nicht die Ministerin, der militärisch-industrielle Komplex bestimmt die Linie, wenngleich der CDU Fraktionsvorsitzende vor ihr »Männchen baute« und militärisch grüßte. Der Außenminister kann nichts anderes, als den Wünschen der Chefin mit den zur Raute gefalteten Händen zu entsprechen und  an der europäisch dominierten Klitschko-Ukraine herumbasteln zu müssen. Schließlich heißt es im Vertrag der Großen Koalition: »Zudem wollen wir künftig eine Anlaufhemmung bei bestimmten Auslandssachverhalten hinsichtlich der Festsetzungsverjährung einführen, wenn diese nicht korrekt erklärt werden kann.« Und der Superminister? Einen Dreck wird der sich erinnern, dass er irgendwann einmal von einer Großen Koalition für die kleinen Leute schwafelte. Aus Platzgründen ist die Aufzählung unvollständig. Das Heer der Regierungslakaien steht, die Posten sind regierungstreu besetzt, die Einkünfte stehen fest. Ein paar mehr Staatssekretäre sind es geworden, schließlich hat es ja eine Große Koalition. Es ließe sich zynisch fragen, weshalb eigentlich damals im September 2013 eine Wahl stattfand, da doch alles bleibt, wie es war. Die Antwort dürfte eindeutig ausfallen: Es wird schlimmer als es war. Darauf wettet

Till

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