Der 9. November und die deutsche Erinnerungskultur

Der mediale Freudentaumel zum 25. Jahrestag des „Mauerfalls“ und das Siegesgeschrei der pathologischen DDR – Hasser verleitet mich zu dem Stoßgebet:        „Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“

Seit 1313 spielt der 9. November in der deutschen Geschichte eine besondere Rolle. Daß im Großbürgerlich-Kapitalistischen Deutschland – es versteht sich als Rechtsnachfolger des faschistischen Deutschlands von 1933 bis 1945 – der 9. November 1938 als markantes Datum für die Reichspogrome gegen die deutschen Juden kaum noch wahrgenommen wird, gehört zu den unrühmlichen Seiten dieses Landes – jedenfalls findet dieses Datum bei den einschlägigen Medien kaum Beachtung. Dieses Datum fixiert den Auftakt der Judenvernichtung in Europa durch das faschistische Deutschand. In der derzeitigen deutschen Erinnerungskultur wird dieses Kapitel augenscheinlich ausgeblendet. Warum wohl?

Ganz im Gegensatz zum 9. November 1989. Mit diesem Datum wird eine Erinnerungskultur praktiziert, die geradezu grotesk ist. Die gleichen Kräfte (vor allem CDU), die 1948 mit der Wärungsreform in den westlichen Besatzungszonen die Teilung Deutschlands zementiert haben, sind jetzt am Werke die deutsche Einheit mit der „heißen Nadel“ zu stricken. Bis zum 9. November galt die Losung „Wir sind das Volk“ – das war die Losung der DDR – Bürger von denen zu diesem Zeitpunkt noch ein großer Teil  eine reformierte DDR wollte. Nach dem 9. November tauchte die Losung „Wir sind ein Volk“ auf  – warum wohl? – und gleich zeitig erschienen entsprechende Aufkleber, die aus der BRD eingeführt wurden, weil diese in der DDR gar nicht hergestellt werden konnten.

Da wird nun die Beseitigung einer Grenze bejubelt, die 28 Jahre lang den Frieden in Europa garantiert hat. Es ist grotesk! Natürlich hat diese Grenze vielen Familien Härten und auch Leid gebracht, aber kann man das höher bewerten als die Verhinderung des III. Weltkrieges?

John F. Kennedy sagte zu den Ereignissen des 13. August 1961:   „Die Mauer ist nicht schön, aber besser als ein Krieg.“

Ist das nicht Beleg genung für die Bedeutung dieser Grenze als Garant für den Frieden in Europa? Die deutsche Erinnerungskultur ist keinen Pfifferling wert, wenn diese historischen Zusammenhänge vor allem der jungen Generation vorenthalten werden. Es entsteht so der Eindruck, daß in Deutschland Ignoranz, Nichtwissen und aggressieve Dummheit von den Medien bewusst organisiert wird.

So neu ist das ganze nicht!  Zitat:  „Bis zum heutigen Tag gibt es so etwas wie eine unabhängige Presse in der Weltgeschichte nicht. Ich werde jede Woche dafür bezahlt, meine ehrliche Meinung aus der Zeitung bei der ich angestellt bin, herauszuhalten. Wenn ich meine ehrliche Meinung in einer Ausgabe meiner Zeitung veröffentlichen würde, wär ich meine Beschäftigung innerhalb von 24 Stunden los. Es ist das Geschäft der Journalisten, die Wahrheit zu zerstören, unumwunden zu lügen, zu pervertieren, zu verleumden, die Füße des Mammons zu lecken und das Land zu verkaufen für ihr täglich Brot. Wir sind Werkzeuge und Vasallen der reichen Männer hinter der Szene. Wir sind die Hampelmänner, sie ziehen die Fäden, und wir tanzen. Unsere Talente, unsere Möglichkeiten und unsere Leben sind das Eigentum anderer Männer. Wir sind intellektuelle Prostituierte.“ (John Swinton, 1829 – 1901, Chefredakteur der „New York Times“ im Jahre 1880 bei seiner Verabschiedung)

Der Volksmund sagt dazu:  „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“  So haben die Massenmedien vor allem die Aufgabe, als Instrument des Systems dieses zu bewahren.

Noch ein Aspekt findet in der deutschen Öffentlichkeit keine Beachtung – seit die „Mauer“ weg ist führt Deutschland wieder Krieg! Zuerst auf dem Balkan gegen Juguslawien, dann musste Deutschland am Hindukusch verteidigt werden und mittlerweilen ist Deutschland mit „friedenserhaltenden Missionen“ der Bundeswehr beinahe in der ganzen Welt beschäftigt.

Und das muss am 9. November 2014 besonders gefeiert werden!

 

 

 

 

 

1 Kommentar zu Der 9. November und die deutsche Erinnerungskultur

  1. Thomas Münzberg // 11. November 2014 um 10:28 // Antworten

    Wie grenzenlos groß muss die Furcht des deutschen Finanzkapitals sein, dass ihre Journaille unentwegt und aus allen Rohren schießt ? Die unentwegte Gehirnwäsche soll die Erinnerungen an die DDR als das bessere, friedliebende Deutschland auslöschen, was trotzdem immer weniger gelingt.
    Ganz unter den Tisch gefegt wird, dass die Teiler in Bonn regierten, nicht in Berlin, der Hauptstadt der DDR. Vergessen werden soll die Politik des Monopolkapitals und ihrer Bonner Politiker: „Lieber das halbe Deutschland ganz, als das ganze Deutschland halb !“. Vergessen werden sollen alle sozialistischen Errungenschaften, die das Volk der DDR schufen, die wichtigste Freiheit: Leben in sozialer Sicherheit und Frieden.
    Diese verlorenen Errungenschaften sind es wert, wieder erkämpft zu werden, daher dieser Medienlärm.

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