Der junge Karl Marx

Rezension und Empfehlung zum Film "Der junge Karl Marx"

„Der junge Karl Marx“. Es ist schon ein Kunststück für sich, den Marx auf eine Filmstory zu komprimieren. In der Annahme, dass die Machergruppe um Peck keine Marxisten im engeren Sinne sind*, ist das gut gelungen. Der Film heißt ja auch „Der junge Karl Marx“. Er wird gezeigt in der Phase zwischen Hegeljaner bei der Rheinischen Zeitung und Verfassen des Kommunistischen Manifests. Sachlich, emotional passend aufgebaut, kaum unpassende Szenen. Vor allem weitestgehend korrekt – in Diktion, Namen, Entwicklung. Das ist schon mal beachtenswert. Daraus wird deutlich: „Die theoretischen Sätze der Kommunisten beruhen keineswegs auf Ideen, auf Prinzipien, die von diesem oder jenem Weltverbesserer erfunden oder entdeckt sind.“
Nein, denn die theoretischen Sätze der Kommunisten beruhen auf konsequent sachlicher, wissenschaftlicher Analyse der politisch-ökonomischen Praxis des Kapitalismus und der Ausbeutergesellschaften. An der Analyse haben – wohl unfreiwillig – so manche Kapitalismusverbesserer, aber auch Wahrheit suchende Menschen vor und nach Marx mitgearbeitet.
Mit den Weltverbesserern wird ganz nebenbei abgerechnet und wir erkennen unsere tragisch-komischen weltverbessernden Hanswürstchen von heute. Das kommt Ihnen bekannt vor?

Insofern sind die Hinweise im Abspann, wo dann doch Marx‘ weitere Leistung wesentlich auf „Das Kapital“ reduziert wird, entbehrlich. Entbehrlich ist auch der vollkommen unpassende Schnipsel des NVA-Soldaten, der über den antifaschistischen Schutzwall abhaut. „Schnipsel“ ist durchaus auch historisch-materialistisch gemeint.

Ganz nebenbei erhält der Interessierte eine Auffrischung in Geschichte. Wie mühselig war es doch, diese brillante Logik in den Erkenntnissen zu gewinnen! Es gab ja noch keine politische Parteiorganisation. Die Bourgeoisie ist zu der Zeit voll dabei, ihren eigenen Totengräber zu erzeugen: das aufgeklärte organisierte Proletariat. „Sie produziert vor allem ihren eigenen Totengräber. Ihr Untergang und der Sieg des Proletariats sind gleich unvermeidlich.“

*) Pecks Filmografie lässt jedoch auf seine ziemliche Nähe zum Marxisten schließen.

herzerfrischend geradezu: kein Action-Film, kein Blockbuster

Danke, Raoul Peck!

Wenn die Empfehlung wirkt, interessieren Ihre/Eure Sicht und Erkenntnisse dazu.

Der Film im Kino:

  • Oranienburg, Filmpalast  bis 22.03.17 täglich 18 Uhr
  • Brandenburg a.d.H., Concerthaus Kino  bis 24.03.17 täglich 18:10 Uhr
  • Frankfurt/Oder, CinneStar  18.03 und 20.3. bis 22.3. jewels 20:15Uhr
  • Fürstenwalde, Filmtheater Union bis 23.3.
  • Eberswalde – Finow, MOVIE MAIGIC bis 23.3. täglich 17:45Uhr
  • Perleberg, Movie Star Kino, bis 23.3.
  • Schwarzheide, Extra-Kinowelt im Freizeitpark Wandelhof, bis 23.3. täglich 17:45 Uhr
  • Spremberg, Spree-Kino Spremberg, bis 23.3. täglich 17:45 Uhr
  • Rathenow, Haveltorkino, bis 23.3.
  • Wildau, CineStar – Der Filmpalast Wildau, bis 23.3. täglich 14 .00 Uhr
  • Potsdam, Thalia Programm Kino, bis 24.3. täglich 16:30 Uhr und 21:00 Uhr

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