Der Schoß ist fruchtbar noch …

Fährt man durch das wahlplakatierte Brandenburg fällt auf, dass die Häufigkeit der verschiedenen Parteien stark variiert. Während z.B. in Rathenow Plakate der NPD und der REP’s im Wechsel hängen, findet man dort die der Partei Die Linke weniger häufig. In Potsdam sind die Plakate der Erstgenannten weniger zu sehen (immer noch zu viele).

Mal davon abgesehen, dass die rechten Plakate ziemlich offen nationalistisch und auch volksverhetzend sind (Maria statt Scharia; Guten Heimflug). Es zeigt sich doch, dass gerade in Gegenden, die wirtschaftlich abgehängt sind, die braunen Rattenfänger erfolgreich sein können.

Das sieht man ebenfalls, wenn die gleichen Rattenfänger die, berechtigten und unberechtigten, Vorbehalte und die latent fremdenfeindlichen Vorurteile gegen Asylbewerber nutzen, um ihre nationalistischen und fremdenfeindlichen Ansichten zu verbreiten. Um so erfreulicher ist es, wenn sich diesem Treiben breit aufgestellte antifaschistische Bündnisse entgegenstellen.

In Wahlkampfzeiten ist dies natürlich ein gefundenes Fressen für die Medien. Wer über „Wutbürger“ gegen Asylbewerber berichtet, muss nicht über prekäre Beschäftigung, Wuchermieten und schlechte Bildung berichten. Lieber berichtet der Reporter Ulli Zelle, sonst für Sylvesterpartys und allerlei andere Events verantwortlich, Abend für Abend von den „spannenden“ Vorgängen rund um das Asylbewerberheim in Berlin-Hellerdorf.

Da bekommen dann auch Bewohner Platz am Mikrofon, die sich darüber beschweren, dass die Asylbewerber ohne Arbeit alles geschenkt bekämen, während er doch für sein Geld hart arbeiten müsse. Auf die Frage der Reporterin, dass dies doch Neid sei, antwortete der Interviewte mit: „Ja“. Darauf folgte dann… kein Kommentar – weiter im Text.

„Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“ (B. Brecht)

Frank Novoce

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