Der Tag von Potsdam 2013

Am 21. März jährte sich der Tag von Potsdam zum 80-sten Mal. Der Tag, an dem der endgültige Schulterschluss der alten (militaristisch-monarchistischen) mit der neuen (faschistischen) Rechten stattfand. Auf dem Boden des antidemokratischen Revanchismus, die Weimarer Republik ablehnend, traten sie im Interesse der deutschen Monopole an, die erstarkenden linken Kräfte zu zerschlagen und für maximale Profite alle demokratischen und sonstigen Hemmnisse aus dem Weg zu räumen und Deutschland zu einer Großmacht zu führen. Ein Symbol dieses Tages ist die Garnisonkirche. Ein Symbol, dass im Potsdam des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr wieder aufgebaut werden soll.

Dem Thema angemessen fanden um diesen Tag herum viele Veranstaltungen statt. So lud die Rosa-Luxemburg-Stiftung zum Thema: „Vor 80 Jahren: Der Tag von Potsdam“, unter anderem mit Prof Dr. Kurt Pätzold, ein. Aber auch die Stadtoberen erinnerten an den Tag. In bewährter Art mit einem „Demokratiespaziergang“ mit Kerzen. Dagegen setzten junge Antifas ihre Meinung. Sie zeigten die Kontinuität von Pickelhaube zur SA-Uniform in Szene und versuchten zu verdeutlichen, dass auch wieder Uniformaufmärsche im Fackelschein wieder möglich sein können. Diese Aktion war natürlich umstritten.

Am 21. selbst demonstrierten, aufgerufen durch die Bürgerinitiative „Potsdam ohne Garnisonkirche“, etwa 250, vorwiegend junge Leute, gegen den Wiederaufbau Für die Demonstranten war der geplante Wiederaufbau das Zeichen einer rückwärts gewandten politischen Einstellung: „Diese Kirche symbolisiert den deutschen Militarismus und passt nicht in das Potsdam des 21. Jahrhunderts“, sagte Hauptredner, der Radio-Journalist Anselm Weidner. Am Abend lud noch das Jugendprojekt „Freiland“ zum Thema „Wer brauchte und wer braucht die Garnisonkirche? Preußen-Kult oder Kultur für alle?“ ein.

Am Samstag fand dann in Potsdam der Ostermarsch statt. Ca. 100 folgten dem Aufruf der Friedenskoordination Potsdam und der „Sozialen Bewegung Land Brandenburg“. Im Aufruf heißt es: „Wir wollen daran erinnern, dass hier in Potsdam zweimal die Ursachen für Weltenbrände lagen: Der Erste Weltkrieg kostete etwa 17 Millionen Menschen das Leben. Am 21. März 1933 begann hier in Potsdam die schreckliche Herrschaft des deutschen Faschismus mit Adolf Hitler, während von der Kanzel der Garnisonkirche immer wieder das Kämpfen, das Siegen und das Sterben gepredigt wurde. Der folgende Zweite Weltkrieg kostete dann 55 Millionen Menschen das Leben und zerstörte halb Europa.“ Neben der Ablehnung der Kriegseinsätze Deutschlands war vor allem das Verbot deutscher Waffenexporte ein Thema.

Nach wie vor gilt „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“, und wenn er in Gestalt deutscher Waffen daher kommt.

Frank Novoce

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