Drohnengedröhn

Drohne f: früher für Drohn; übertragen Nichtstuer, heißt es in Meyers Neuem Lexikon, 1961, in acht Bänden und weiter: Drohnen sind männliche Bienen, die aus den unbefruchteten Eiern der Königin des Bienevolkes hervorgehen. Zu erkennen sind sie am „plumpen Hinterleib, den großen Augen und den verkürzten Mundwerkzeugen […] Stachel und Sammeleinrichtungen fehlen […] die Drohnen werden meist kurz nach dem Hochzeitsflug von den Arbeits-B.[ienen]  verdrängt[…]“ Sie begatten die Königin und sind dann überflüssig. Nicht so Drohnen US-amerikanischen Militärs. Die versuchen weiszumachen, Drohnen seien nützlich. Bundesdeutsche Krieger liebäugeln seit langem mit diesem Gerät. Nun behauptet der Wehrbeauftragte des Bundestages, die Anschaffung von Kampfdrohnen für die Bundeswehr sei wichtig, um deutsche Soldaten und ihre Verbündeten in Auslandseinsätzen zu beschützen [!]. Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes wusste, darauf Bezug nehmend, zu vermitteln: „Das ist eine Fähigkeit, die auch wir gebrauchen können, daher ist auch der Bedarf da […]“ Die eigenartige Logik kommt durch die Verkürzung des Zitats zustande, der Sachverhalt ist jedoch stabil: Drohnen werden gebraucht. Das meint auch der Bundeswehr – Kommandeur in Afghanistan. Ethische Bedenken scheinen die Gewalthabenden auszuschließen. Woher sollen sie auch kommen, wenn der US-Friedensnobelpreisträger  Obama mit diesem gefährlichen Zeug umgeht, als spiele er eben mal Darts. In Pakistan gab es von 2004 bis zum 30. November 2013 insgesamt 380 Drohnenangriffe, wovon 329 unter Regentschaft des Friedensnobelpreisträgers stattfanden. Zwischen 2534 und 3642 Menschen sind dabei getötet worden. US-amerikanischen Drohnen feuern ihre Raketen in Jemen ab und in Somalia. Der Einsatz der Drohnen wurde 2012 gegenüber dem Vorjahr nahezu verdreifacht und 2013 weiter gesteigert. Der Behauptung, die Anschaffung der Drohnen für die Bundeswehr sei für den Schutz der Soldaten wichtig, steht die Tatsache gegenüber, dass die Opfer US-amerikanischer Drohnenangriffe in großer Zahl Zivilisten und so genannte Nichtkämpfer waren. Im Unterschied der Drohnen im Bienenstaat sind die Drohnen in Militärhand also hochgefährliche Vernichtungswaffen. Meinte die frischgekürte Militärministerin ihre Überlegung ernst, dass im Mittelpunkt des Militärischen die Menschen zu stehen hätten, müsste sie sich klar gegen die Anschaffung dieses Zeugs wenden. Wie sich dazu der gewinngewöhnte Miltärisch-Industrielle Komplex verhalten würde, ist kein Geheimnis. Vorbildlich ist da die Biologie: Nichtgebrauchte Drohnen werden von den Arbeitsbienen einfach aus dem Staat gedrängt und so der Vernichtung preisgegeben.

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Quellen: Erneut Forderung nach Kampfdrohnen. nd, 03.01.2014.
Die Moral vom Drohnenwahn. nd, 03.01.2014
Bahar, Alexander: Obamas Henkermaschinen. junge Welt, 06.01.2014

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