Ein Jahr im Sauseschritt

Nun ist wieder ein Jahr vergangen. Ehe man sich umsieht, saust alles an einem vorbei. Weiß man noch was so vor einem Jahr los war? Deshalb möchte ich das vergangene Jahr aus Potsdamer Sicht kurz vorbei ziehen lassen. Seit über einem Jahr melde ich mich zu Potsdamer Themen zu Wort. Seit Oktober mit festem Platz.

Vielfältig waren diese Themen. Anfang des Jahres ging es vor allem um den etablierten Antikommunismus. Nach den Bestrebungen, die Wiederaufstellung des Lenindenkmales in der Hegelallee zu verbieten, ging es um den 2006 verstorbenen Antifaschisten und Schriftsteller Otto Wiesner. Auf Vorschlag der Partei die Linke und der Fraktion Die Andere sollte ein Platz nach ihm benannt werden. Ein „historisches Gutachten“ bescheinigte ihm „Erunwürdigkeit“.

In die gleiche Richtung gingen die Pläne, das Babelsberger „Karl-Liebknecht-Stadion“ umzubenennen. Zum Glück scheint sich bisher kein Sponsor gefunden zu haben, nach dem das Stadion benannt werden könnte.

Vielleicht wurde er auch

durch den Widerstand der  Fans davon abgehalten.

Im September wurde in der Gedenkstätte Lindenstraße das  letzte  „Modul“  der  Ausstellung, die Zeit von 1933 bis 1945, eröffnet. Man hatte nur „vergessen“, dazu die Fraktion Die Andere und die VVN/BdA einzuladen. An der Erarbeitung der Ausstellung waren die Opferverbände dieser Zeit nicht oder nur gering beteiligt worden.

Eine besondere Bedeutung hatte der Tag von Potsdam, der sich 2013 zum Achtzigsten mal jährte. Vor dem Hintergrund der Bestrebungen, die Garnisionkirche wieder

aufzubauen, musste besonders an diesen Tag gedacht werden.

Erfreulich war der fast gelungene „Schilda-Sreich“ der Fraktion Die Andere. Sie stellten folgenden Antrag an die Stadtverordnetenversammlung: „Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: Der Oberbürgermeister wird beauftragt, zu prüfen:

–  ob  der  Fuhrpark  der  Stadtverwaltung  Potsdam durch  Dienstpferde  ergänzt  oder  ersetzt  werden kann.

– welche Kosten ggf. für Anschaffung und Haltung der  Pferde  sowie  die  Errichtung  und  Nutzung  des Langen  Stalls  als  Stall  und  Reithalle  (inkl.  angrenzender Stadträume als Koppeln und Auslaufflächen) entstehen.“ Dass sie mit ihrem Antrag nicht so falsch lagen,

zeigte das Abstimmungsergebnis im Hauptausschuss. Der Antrag scheiterte zwar, aber mit 18 ja zu 19 nein-Stimmen.

Besondere Aufmerksamkeit bekam natürlich die Garnisionkirche. Für ihren Wideraufbau verlegt und verengt die Stadt eine große und verkehrsreiche Straße. Die Bundesregierung verspricht der Stiftung für den Wideraufbau 12,5 Millionen Euro für die Kopie eines nicht mehr vorhandenen Bauwerkes. Dabei fehlt es angeblich an Geld für die Erhaltung der vorhandenen Kirchen und Schlösser. Die Friedenskirche am Park Sanssouci benötigt dringend ein neues Dach. Und die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten will jährlich eine Millionen Euro von Potsdam oder einen Parkeintritt einführen. O.g. Geld wäre also besser an anderer Stelle aufgehoben.

Ein feierlicher Augenblick war die Einweihung des Denkmals auf dem Gelände des

freiLands zum Tag der Befreiung. Ein Projekt, das wesentlich durch das Wirken der jungen Leute im Jugendprojekt

freiLand zu Stande kam.

Und zu guter Letzt geht es immer wieder um Prioritäten in dieser Stadt. Altpreußisches Disneyland oder eine über die Zeit sich entwickelte Stadt. Toter Schlosspark oder Hotel-Mercure-Hochhaus und Weiße Flotte. Schwimmbad im Zentrum, für alle gut erreichbar oder j.w.d. Ein Fußballplatz mit Duschen und Umkleideräumen neben einem Park oder „idyllische“ Randzonen beim Babelsberger Park. Viele Entwicklungen laufen noch. Ob sie in den kommenden Kommunalwahlkämpfen eine Rolle spielen wird sich zeigen. Die DKP-Gruppe Potsdam will sich nach Kräften zu Wort melden und die Finger in die Wunden legen.

Auf ein spannendes Jahr 2014.

Frank Novoce

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