Entscheidung zur Wahl und auch sonst

Mario Berríos Miranda - DKP

Mario Berríos Miranda:

Je näher die Wahlentscheidung rückt, desto mehr drückt sich auch das Wort „Entscheidung“ ins Bewusstsein.

Gelinde gesagt brauchte man dem Gerede in den bürgerlichen Medien – also fast allen – keinen Glauben schenken. Eher muss man davon ausgehen, dass wenn die Macht der Reichen bröckeln könnte, gelogen wird, dass sich die Balken biegen.

Wo steht in den bürgerlichen Medien etwas von den wirklichen Provokateuren und von der geplanten Polizeistrategie bei den Protesten gegen die G-20 in Hamburg? Wo ist etwas zu lesen von den 13 Millionen Bundesbürgern, die am Existenzminimum leben? Wo sind die Berichte über die 20,3 Prozent aller Kinder in Deutschland, die unter Hartz IV-Bedingungen aufwachsen?
Die Tatsachen des Lebens sind so, dass die ärmere Hälfte in Deutschland vor zwei Jahren gerade noch ein(!) Prozent des gesamten Nettovermögens im Land ‚besaß‘ bzw. davon lebte. Wenn das das alltägliche Leben der Hälfte der Bevölkerung in Deutschland ist, wo sind dann die alltäglichen Berichte darüber? Es wäre das Natürlichste von der Welt, davon zu berichten, weil es die Massen angeht, weil es das alltägliche Leben ist.
Zu den Heile-Welt-Berichten werden wir mit hellseherischen Prognosen der Wahlwahrsager bombardiert. Die sagen uns samt und sonder, dass es ein überwältigender Erfolg für Verbrecher und Verräter wird. Die sagen uns, dass es nur wohlhabenden Mittelstand gibt.
Es ist ein einziges Lügenkonstrukt. Aber sie wissen was sie tun! Sie spekulieren darauf, dass die Masse sich gern der Masse anschließt: „Na wenn so viele es sagen …?“ ist für viele Menschen eine Motivation, sich dem gelogenen, aber propagierten Bild vom angeblichen Wählerverhalten anzuschließen.
Dagegen fordern wir Kommunisten auf: Ihr habt selbst Augen und einen Kopf zum Denken. Seht Euch um! Überlegt, woher diese Armut kommt und wer das verursacht! Sprecht aus, wer Waffen und Soldaten in Kriegsgebiete schickt! Sagt noch einmal deutlich, unter wessen Herrschaft Hartz IV installiert wurde! Wer verdient sich am Gesundheitswesen gesund? Wer treibt die Mieten in die Höhe?
Wieviele Gründe braucht Ihr noch für eine Entscheidung zu Euren eigenen Gunsten? Was wollt Ihr Euch noch bieten lassen?
Und an die angeblichen Protestwähler gerichtet: Braun zu wählen verbietet die Geschichte.

In der Jungen Welt kommentiert heute Klaus Bittermann bei einer Buchbesprechung: „Es war nicht nötig, die Beweggründe Hitlers zu analysieren oder gewundene Überlegungen anzustellen, wohin die nationalsozialistische Reise ging, es lag alles offen vor einem, jedenfalls für jemanden, der sich dafür interessierte, was in der Weltpolitik vor sich ging, denn die Nazis machten kein Geheimnis aus ihren Vorhaben.“
Wie brennend aktuell!: ‚Es [liegt] alles offen vor einem, jedenfalls für jemanden, der sich dafür interessiert, was in der Weltpolitik vor sich geht.‘

1 Kommentar zu Entscheidung zur Wahl und auch sonst

  1. Berndt, Iris // 29. August 2017 um 13:13 // Antworten

    Mir gefällt die Klarheit von Mario Miranda und er steht mit seiner ganzen Biografie für seine Wahlziele. Iris Berndt

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