Freiheitlich vorurteilslos

Eine Partei, die eher aus Versehen zwei größeren Parteien ein paar Stimmen zur Verfügung stellt, damit Mehrheit im Bundestag entstehen kann, quält sich seit langem durch den deutschen Politikdschungel. Ihre Wahlergebnisse taugen so viel nicht und die Bereitschaft, sie zu wählen, ist kaum sonderlich ausgeprägt. Das Personal in den Spitzen überzeugt ebenfalls wenig. Im Kampf gegen die Bedeutungslosigkeit musste ein Parteitag dieser Partei „vorgezogen“ werden, um langanhaltende Personaldebatten administrativ zu beenden und sich für den Bundestagswahlkampf „aufzustellen“. Da standen sie nun am Rednerpult und brüllten auf ihrem Berliner Parteitag wie auf einem Reichsparteitag unseligen Angedenkens. Von „Sturmspitze“ wurde, die rechte Faust in die dicke Hotelluft streckend, gebrüllt und davon, dass vom liberalen, dem freiheitlich vorurteilslosen, Wahlkampf der Baum brennen würde. Die Verkündigung eines neuen Feiertages ließen sie sich nicht nehmen, der 22. September werde der „Tag der Freiheit“, denn diese Partei fühlt sich „vom Himmel geschickt“. Das hysterische Geschrei und die Verleumdung aller politischen Kontrahenten als „Fuzzis“ (laut Duden: nicht ernst zu nehmende Menschen) aus dem Munde eines Mannes, der ungelegentlich über die Füllung eines Dirndlkleides schwadronierte, zeugen von hemmungsloser Politikerarroganz. Und mit solcher Überheblichkeit stellte der Brüller klar: „Die Wähler müssen wissen, woran sie sind“ und „Es bleibt dabei: Einen einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn, der Arbeitsplätze vernichtet, lehnen wir ab.“

Dass es den Wählern leicht fallen wird, diese so genannten Volksvertreter, die möglicherweise denken, was sie reden, nicht zu wählen, erhofft sich für den 22. September 2013

Till

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