Geschichtskommentar des Monats

Die Niederlage des Sozialismus war die Folge des sich zu Ungunsten des Sozialismus entwickelnden Kräfteverhältnisses im Klassenkampf zwischen Sozialismus und Kapitalismus und der Unterhöhlung des proletarischen Internationalismus. Verbunden mit dem Kampf gegen den Sozialismus – und besonders nach dem Sieg der Konterrevolution in den sozialistischen Ländern Europas – ist der Kampf gegen die Kommunistischen Parteien generell und gegen die Träger des sozialistischen Gedankenguts zur Hauptachse des nationalen und internationalen Klassenkampfes geworden.

Der Antikommunismus ist politisches und ideologisches Hauptanliegen des Kapitals und seiner Institutionen in Staat und Gesellschaft. Ich vertrete die Ansicht, dass auch das, was manche als Transformation des Kapitalismus feiern, in dieses Konzept des Antikommunismus gehört. Die Erfahrungen einer einst stolzen IKP und FKP sollten uns eine Lehre sein! Aber auch die Erfahrungen einer KP Luxemburgs oder einer KP Böhmens und Mährens, die sich behauptet haben! Was kennzeichnet die Parteien, die „überlebt“ haben? Das Festhalten an der revolutionären Theorie von Marx, Engels, Lenin und an den internationalen Erfahrungen der Kommunistischen Parteien am proletarischen Internationalismus. Unsere Aufgabe sehe ich darin, gegen den Antikommunismus und seine ideologische Diversion in Theorie und politischer Praxis im nationalen und internationalen Rahmen aktiv zu kämpfen. Unser Parteiprogramm bietet ausreichend Grundlage, um diesen Weg zu gehen.

In diesem Zusammenhang erweist sich die Auseinandersetzung mit reformistisch-opportunistischen Positionen als Grunderfordernis der ideologischen, theoretischen und politischen Tätigkeit der Kommunisten und aller Marxisten. Unsere Bewegung steht vor der Alternative: Entweder sozialistische, marxistisch begründete Klassenpolitik oder reformistisch-opportunistische Preisgabe der Interessen der Arbeiterklasse und damit des gesellschaftlichen Fortschritts, des Sozialismus für eine lange Zeit.

Es geht hier nicht um ideologische oder theoretisch abstrakte Exerzitien. Es geht darum, ob die Arbeiterbewegung ihre strategische Ausrichtung und ihr politisches Handeln auf die Beseitigung der kapitalistischen Gesellschaftsordnung durch die politische Macht der Arbeiterklasse ausrichtet, um die von Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg befreite sozialistische Gesellschaft zu errichten, oder ob sie sich mit der Reformierung des Kapitalismus begnügt, dessen Grundlagen unangetastet lässt. Lenin schrieb 1913 in seinem Aufsatz über „Marxismus und Reformismus“: „Der Reformismus ist ein bürgerlicher Betrug an den Arbeitern, die so lange die Herrschaft des Kapitals bestehen bleibt, ungeachtet einzelner Verbesserungen stets Lohnsklaven bleiben werden“. Und das ist auch heute noch so!

Prof. Dr. Anton Latzo

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