Gesellschaftliche Perspektiven

Andreas Zieger DKP

Andreas Zieger:

Gesellschaftliche Perspektiven – in was für einer Gesellschaft wollen wir leben?

Diese Frage müssen sich all die stellen und natürlich auch für sich beantworten, für die es nicht nur das „Hier und Heute leben“ gibt, denen es nicht gleichgültig ist, wenn ihnen von der Politik die bestehenden Zu- und Umstände als alternativlos eingeredet werden.

Das betrifft all die, die für sich und ihre Kinder eine friedvolle und gedeihliche Entwicklung ohne die Widrigkeiten der Marktwirtschaft, ohne Kriege und Vertreibung, ohne Rassendiskriminierung  ermöglichen wollen und die auch bereit sind, sich dafür aktiv einzusetzen.

Das betrifft all die, die eben nicht bereit sind, die bestehenden Verhältnisse als „gottgewollt“ hinzunehmen.

Der dem Kapitalismus wesenseigene Selbstzerstörungsmechanismus gebiert die für ihn existentielle Notwendigkeit, die Massen in Unwissenheit zu halten: Die Masse muss von den Problemen der gesellschaftlichen Entwicklung abgelenkt werden – selbständiges Denken, kritisches Hinterfragen ist zu verhindern und als kommunistische Teufelei zu diskriminieren.

Dafür werden wissenschaftliche Kapazitäten – Politikwissenschaftler, Psychologen, Medienwissenschaftler und auch die Kirchen eingesetzt und benutzt.

Die gesamte Medienindustrie steht für eine gigantische Massenmanipulation bereit. Die Masse Mensch soll noch nicht einmal ansatzweise auf die Idee kommen, dass zum Kapitalismus eine alternative Gesellschaftsordnung realisierbar ist – Antikommunismus ist das Mittel der Wahl!

Wir dürfen natürlich nicht verkennen, dass der Kapitalismus in rund 300 Jahren seiner Existenz Erfahrungen auf dem Gebiet der Massenmanipulation gesammelt hat und die Kirche seit dem vierten Jahrhundert auf der Seite der Herrschenden steht.

Und dennoch – auch der Kapitalismus hatte im 14. Jahrhundert in Norditalien einen erfolglosen Start und es hat danach 200 Jahre gebraucht, bis er in England Fuß gefasst hat.

Heute sind andere konkrete Bedingungen. Konzentration, Zentralisation und technischer Fortschritt haben in der globalisierten kapitalistischen Wirtschaft ein noch nie dagewesenes Niveau erreicht. Die Widersprüche und Krisenerscheinungen werden immer schärfer.

Die nationalen Regierungen sind nur noch Marionetten des Kapitals und haben für dessen beste Realisierungsbedingungen zu sorgen. Kriege sind seit 1990 wieder Mittel der Politik, um diese Realisierungsbedingungen zu schaffen.

Dabei sind die Regierungen nicht mehr in der Lage, die aus der Marktwirtschaft resultierenden gesellschaftlichen Probleme für breite Massen befriedigend zu lösen.

Die Erkenntnis, dass all diese Probleme ihre Ursache im kapitalistischen Wirtschaftssystem haben, greift nach und nach um sich. Und so präzisieren wir die eingangs formulierte Frage :

Wollen wir in dieser kapitalistischen Gesellschaft leben?

Kommunisten sind gegen die kapitalistische Wirtschaftsordnung – nicht, weil sie gegen Innovationsfähigkeit und Gewinnerwirtschaftung wären, sondern, weil das zügellose Streben nach Maximalprofit durch die Kapitaleigner, die rücksichtslose Ausbeutung der Bodenschätze, die ständige Bereitstellung einer unsinnigen Produktvielfalt, der Konsumwahnsinn, das widersinnige Börsensystem und die systemgeschuldeten Krisen die Existenzbedingungen der Menschheit massiv gefährden und weil der Gewinn zum größten Teil nicht denen zugutekommt, die ihn erarbeiten.

Kommunisten formulieren klar und deutlich ihre Vorstellungen von der menschlichen Gesellschaft.

Wir wollen eine Gesellschaft

  • in der die Arbeit zum Nutzen der gesamten Gesellschaft organisiert wird,
  • in der sich die Menschen für ihren Lebensunterhalt nicht verkaufen müssen,
  • in der Arbeit eine Form sinnvoller Freizeitgestaltung darstellt,
  • in der das Recht auf Arbeit garantiert ist,
  • in der gebührenfreie Bildung, Gesundheitsbetreuung und soziale Sicherheit gewährleistet sind.

Wir knüpfen an die primären menschlichen Interessen an, fordern zivilisatorische Vernunft und sinnvolle Bescheidenheit ein.

Also mündige Mitmenschen:

Was wollt ihr?

Wollt ihr Erdulder oder Gestalter sein?

Erdulder brauchen nur das alternativlose „weiter so“.

Gestalter brauchen perspektivische Visionen, Kreativität und Mut zur Aktion.

Entscheidet euch!

Frieden! Arbeit! Solidarität!

wählt Kommunisten!

1 Kommentar zu Gesellschaftliche Perspektiven

  1. Sonja Ninnemann // 11. September 2017 um 22:47 // Antworten

    Gut ausgedrückt.

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