Hausdurchsuchung in der linken Szene

(Oranienburg/Berlin) Zwei Stunden lang durchsuchten Polizeibeamte am Mittwochmorgen die Berliner Wohnung zweier Mitglieder der Oranienburger Antifagruppe. Die bewaffneten Einsatzkräfte kamen um 6.45 Uhr, beschlagnahmten mehrere Laptops, Handys, Speichermedien und einige Ausgaben der Broschüre „Blickpunkt“.

In dieser Dokumentation hatte die Oranienburger Antifa-Gruppe vor fast einem Jahr Strukturen der Neonaziszene im Kreis Oberhavel aufgedeckt. Der Berliner Rechtsanwalt Volker Hellriegel wehrt sich dagegen, wie in der Broschüre geschehen, als „Neonazianwalt“ betitelt zu werden. Vor dem Amtsgericht Neuruppin strengte er deshalb ein Verfahren wegen übler Nachrede und Verleumdung an. Zudem sieht er in der Wiedergabe seiner Internetseite einen Verstoß gegen das Urheberrecht. Offenkundig ist jedoch, dass Hellriegel die NPD Oberhavel und mehrere Neonazis vor Gericht vertrat. Bei der Hausdurchsuchung in Prenzlauer Berg sollen besonders die zur Amtshilfe hinzugezogenen Berliner Beamten durch ihr rigides Vorgehen unangenehm aufgefallen sein. Es scheint, als würden sie die Wohnungsdurchsuchung auch dazu nutzen, ein abschreckendes Beispiel zu statuieren.

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