Hubertusjagd auf DDR-Symbole

Herr Knabe, der aus dem Gruselkabinett Berlin- Hohenschönhausen, hat von Zeit zu Zeit immer mal Leibschneiden. Da krümmt er sich dann, bis es irgendwie, verbunden mit einem dumpfen Krachen, aus ihm herausstinkt. Während der feierlichen Tage um das Fest der Liebe im vergangenen Jahr, gab es gute Speise und wieder viel fetten Kohl. Die Folge davon war schweres Grimmen im Bauche. Der ganze Köper blähte sich auf, sogar auf den Kopf drückte es. Mit hopsen und springen versuchte er sein Leid zu lindern.  Schließlich kam es zum befreienden Krachen. Der Druck im Kopf allerdings wandelte sich in penetrantes Tinnituspfeifen. Die rechtsgescheitelte Schüttelfrisur sah noch ungepflegter aus als sonst. Gar unwohl war’s ihm. Wie sich herausstellte, jedoch nicht allein wegen übermäßigen Genusses, nein, wegen der noch immer verbreiteten „kommunistischen“ Symbole. Da hatte er nun so auf die ostdeutschen CDU-Abgeordneten gehofft und geglaubt, sie würden sich in den Koalitionsverhandlungen für ein Verbot von Hammer, Sichel und rotem Stern, von Hammer, Zirkel, Ährenkranz, aufgehender Sonne, geballter Faust, vereinigten Händen, ach und überhaupt der Farbe Rot stark machen. Dass diese Symbole immer noch nicht verboten sind, bereitet ihm größeres Unbehagen. Das musste nun mal raus und so sagte er es als „Stasi-Experte“ der Berliner Morgenpost, denn es gebe „einen schleichenden Gewöhnungsprozess an Dinge, die eigentlich nicht in Ordnung sind“. Das nun gerade, hat er in seiner jahrelangen Praxis in Hohenschönhausen erfahren und täglich wird es geübt. Seiner Empörung sprang der Berichterstatter der FDP-Bundestagsfraktion [!?] für die Aufarbeitung des SED-Unrechts, Patrick Kurth, bei, der wusste, dass das Zeigen und Tragen von Zeichen und Uniformen aus der DDR in der Öffentlichkeit inzwischen ein „kaum noch erträgliches Niveau“ erreicht habe. Sogar die Anwendung des Straftatbestands der Volksverhetzung auf das Zeigen von Symbolen und das Tragen von Uniformen aus der DDR möchte er geprüft haben. Unterstützer finden diese famosen Bilderstürmer sicher. All denen sollte jedoch klar werden, wem sie mit ihrem Totalitarismus- und Gleichsetzungsgeschwafel den Weg bereiten. Wer versucht, die Singularität faschistischer Verbrechen abzuschwächen oder gar in Frage zu stellen, offen oder verbrämt, stellt unter Beweis, aus diesem Kapitel deutscher Geschichte keine Schlussfolgerungen ziehen zu können und zu wollen. Dass er Beamter oder Politiker in der BRD sein darf, versteht allerdings

Till

Quellen:
Berliner Morgenpost, 03.01.2014; epd, 03.001.2014; nd 04.01.2014.

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