Kämpfer für Frieden und Gerechtigkeit. Am 14. September Kommunisten wählen!

Dieter Frielinghaus ist Theologe und evangelisch-reformierter Pastor im Ruhestand. Er studierte in Göttingen evangelische Theologie und wurde zum Pfarrer der Reformierten Kirche berufen. Mit einer wissenschaftlichen Arbeit wurde er zum Doktor der Theologie promoviert. Er bekam früh Zugang zu sozialistischen und kommunistischen Gruppen, engagierte sich gegen die Wiederbewaffnung Westdeutschlands und in der Friedensbewegung der Bundesrepublik. 1957 ging er auf Wunsch des gesamtdeutschen Bundes reformierter Gemeinden nach Dresden. Am 9. November 1957 wurde er ordiniert und Pfarrer der dortigen reformierten Gemeinde. 1975 zog er nach Bergholz (heute Landkreis Uecker-Randow) und war bis zu seiner Pensionierung 1993 Pfarrer der reformierten Gemeinde des Dorfes. Von 1984 bis 1990 war er Vorsitzender des Moderamens der Reformierten Gemeinden in der DDR und vertrat diese in der berlin-brandenburgischen Kirchenleitung.
Am Ende des 2. Weltkrieges war ich 16 ½ Jahre alt. Da war ich schon 1 ½ Jahre Soldat gewesen. Also Kindersoldat. Aber das bezeichnete damals kein Bürgerlicher so. Ich empfand den Mai 1945 als Befreiung trotz Hunger und Trümmer. Befreiung von der Angst vor Bomben und noch mehr vor einem „falschen“ Wort, das den Tot bringen konnte.
Schon bald wollte Adenauer wieder eine Armee. Das hat mich politisiert. Dabei lernte ich, dass viele Bürgerliche die Rüstung ablehnten, aber nicht dagegen taten, nicht einmal mit ihrer Stimme bei der Wahl. So fragte ich, wer die Kommunisten eigentlich sind, und so kam ich schließlich in die DDR. Dort durfte man noch unwissend sein und sich doch schon andere Gesellschaft beteiligen. Erst hier habe ich Einsicht in das gesellschaftliche Leben gelernt. Friedensrat, Nationale Front – ich war bei vielen dabei und ich habe viele Kämpfer für Frieden und Gerechtigkeit kennengelernt. Es war eine schwierige, aber ehrliche Heimat. In der schweren Zeit heute bleibt uns der marxistisch-leninistische Verstand.

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