Kommunismus (Teil III)

Die Kunde vom Bund der Kommunisten und dem Kommunistischen Manifest war noch taufrisch, da wussten die Geldsäcke und der Blut- und Bodenadel bereits: Kommunisten sind blutrünstige Mordbuben und Brandstifter. Ihre diensteifrigsten Untertanen erschreckten die Bürger: Kommunisten vergesellschaften selbst die Frauen zwecks beliebigen Gebrauchs. Seit der Geburtsstunde des Kommunismus galt den Kommunisten Hetze, Verfolgung und Mord. Kein Wunder, in den besitzenden Klassen ging die Furcht um, sie müssten nach einer Revolution anstelle ihrer Arbeiter in deren nasskalten Wohnungen leiden und anstelle ihrer Schnitterkolonnen täglich 12 Stunden für „Kost und Logis“ plus einem Deputat von Kartoffelschnaps schuften.

Verdrängt wurde unentwegt, dass die bisherige Menschheitsentwicklung ununterbrochen von Hunger und Elend, Sklaverei, Menschenhandel, Scheiterhaufen und Hexenverbrennungen, Kolonialismus, politischem Terror, Kriegen, schließlich Weltkriegen, begleitet war. Das alles vollzog sich bereits zu Zeiten, als es Kommunisten in realer Begriffsbedeutung überhaupt noch nicht gab. Sie konnten also kaum an den barbarischen Zuständen schuld sein. Die besitzende Klasse vernebelte das mit einem billigen Trick: Alles Unheil dieser Erde in ihren Macht- und Einflussbreichen führten sie auf „höhere Gewalt“ und alternativlose Umstände zurück, sodass sie an keiner Krise, keinem Krieg, keinem Massenmord schuld waren. Ganz anders in den Ländern, die im Begriff waren, den Kapitalismus zu überwinden. Da war und ist stets der angeboren miese Charakter der Kommunisten Ursache von allem Unerfreulichen. Heute geht der Idiotismus so weit, Stalin selbst dafür schuldig zu sprechen, dass das deutsche III. Reich weit in die UdSSR einfiel. Umstandsbedingte Probleme oder Fehlentwicklungen werden Ländern und Völkern mit antikapitalistischer Entwicklung nicht zugebilligt. Diese Untertanen-Ideologie ist uralt und bis ins Unterbewusstsein eingeschliffen. Ob Sklavenaufstände, Bauernkrieg, Novemberrevolution – stets waren und sind in dieser Untertanenideologie die Revolutionäre und nicht die Herrschenden, also die für Ausbeutung, Unterdrückung, Terror und Krieg verantwortlichen, an den Konsequenzen revolutionärer Zeiten schuld.

Was bisher an realem Wahnsinn durchaus möglich war und ist, beweist jedoch keineswegs, dass es so auch weitergehen könnte. Bisher konnte geschehen, was auch immer geschah – das Leben der Menschheit war betroffen, aber entwickelte sich dennoch weiter. So erschienen Vielen die Urteile über und die Haltung zu den Gesellschaftssystemen lediglich als Fragen von Moral und Ideologie. Inzwischen wurde jedoch die „Fähigkeit“ erworben, auf mehrfache Weise den Erdball in einen für menschliches Dasein untauglichen Ort zu verwandeln. Und das Gefährlichste daran ist, dass die Entscheidungsgewalt darüber bisher in den Händen der besitzenden Klassen und ihrer Millionen Nutznießer liegt. Damit wird Kommunismus zur zwingenden Voraussetzung, um die Lebensmöglichkeiten für die Menschheit auf unserem Planeten zu sichern. Der Klassenkampf spitzt sich daraufhin zu: Der Kampf zwischen den Ausgebeuteten und sozial Unterdrückten sowie den abhängigen und ausgeplünderten Völkern und Ländern auf der einen und auf der anderen Seite dem Finanzadel, dessen politischen Prokuristen und den imperialistischen (besonders den NATO-) Staaten. Je eher das begriffen wird, desto weniger Opfer wird dieser unausweichliche Kampf um Sein oder Nichtsein mit sich bringen.    H. St.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*