Kommunismus (Teil VII)

Die kommende, kommunistische, Gesellschaftsordnung muss erheblich leistungsfähiger sein als die heute noch vorherrschende, vom Monopol- und Finanzkapital strukturierte und geleitete. Die Notwendigkeit, die unentwegte Entwicklung der menschlichen Gesellschaft mit den realen Prozessen in Einklang zu bringen, die sich in der Natur, die sich im unendlichen All vollziehen, ist längst zwingend geworden. Der Kapitalismus hingegen hat „Leistungssteigerung“ zu einem gefürchteten Wort gemacht, weil die für das als „Arbeitnehmer“ diffamierte Volk zumeist mit härterer Arbeit und oft wachsender Armut verbunden war. So wurde Fleiß zur Untugend und heute fordern lebensferne Spießer und Gaukler gar lauthals ein Recht auf Faulheit. Die ganze Fehlentwicklung hat ihre wesentliche Ursache in der heutigen Hauptzielsetzung von Produktion und Leistung, die bekanntlich Gewinnmaximierung für die Kapitalbesitzer heißt.

Allein schon, wenn die kommende Gesellschaft den zig Millionen „Erwerbslosen“, Hungernden und Verhungernden unserer Erde „Arbeit und Brot“ geben wird, ist es möglich, heutige wirtschaftliche Leistung bei insgesamt deutlich verminderter Arbeitszeit zu bewältigen. Zudem hat sich der Kapitalismus einen Ruf als Wegwerfgesellschaft erworben, die auch auf überflüssiger und so wertlos gemachter Arbeit in unglaublichem Umfang beruht. Bedenken wir ferner das Ausmaß künstlich erzeugter Bedürfnisse, denen nicht die geringsten Lebenserfordernisse zu Grunde liegen und deren Befriedigung häufig geradezu schädlich ist – die aber immer Arbeitskraft und Ressourcen vergeuden. Vor allem jedoch die unermesslichen Verluste, die Kriegsvorbereitung und Kriege mit sich bringen, bleiben den Menschen in der kommunistischen Gesellschaft selbstverständlich erspart – über Krieg und Krieger wird man urteilen, wie heute ein menschlicher Mensch über Kannibalismus und Kannibalen urteilt.

Besonders denkfaule Leute mögen einwenden: Warum haben die Kommunisten all diese Möglichkeiten denn nicht in den Ländern voll erschlossen, in denen sie an der Regierung waren oder sind? Weil das Monopol- und Finanzkapital im 20. Jahrhundert wirtschaftlich, militärisch und ideologisch noch den stärkeren Einfluss auf unserer Erde hatte. Der Kampf zwischen den imperialistischen Staaten und den sozialistischen, nicht zuletzt der Kalte Krieg, erforderten Kräfte, die zur Gestaltung einer kommunistischen Gesellschaft fehlten. Auch heute versuchen die USA und die NATO-Staaten offensichtlich, China, Kuba, Venezuela und anderen Ländern keinen Frieden zu gewähren und so das Werden einer wirklich humanen Gesellschaft in frühem Stadium zu durchkreuzen. Wir leben aber nicht mehr im 20. Jahrhundert, wenn auch der Kampf zwischen Imperialismus und Sozialismus mit aller Schärfe andauert und um neue Formen der Auseinandersetzung erweitert wurde.

Das wesentliche Leistungswachstum im Kommunismus wird jedoch aus der von Fron befreiten Arbeit des Volkes erwachsen, die dann den Menschen zur Befriedigung und zur heute so oft fehl interpretierten Selbstverwirklichung gereicht. Dazu im Teil 8.

H. St.

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