Alle Möglichkeiten nutzen, kommunistische Positionen zu verbreiten

Karl Voigt DKP

Karl Voigt:

Die Botschaft geht direkter und eindeutiger nicht: „Wählt Kommunisten!“

Nun sind Kommunisten landauf-landab deutlich zu sehen. Ja, es gibt sie. Ja, ihr Einfluss nimmt zu. Ja, die Sympathien steigen. Kommunisten sind einfach nötig, denn – wohin mit all der Wut, der Unzufriedenheit, dem Frust, die zunehmend in Aktionen umschlagen? Da sind sachte, aber erkennbar Orientierungen willkommen.
Wann haben Kommunisten in der Ausbeutergesellschaft schon mal derart öffentliche Möglichkeiten, ihre Weltanschauung zu verbreiten? Es werden ihnen zwar diverse Knüppel zwischen die Beine geworfen. Das geht von der steuernden herrschaftlichen Parteienfinanzierung über drohende Beschreibungen in Staatsmedien von der „verfassungsschützerischen Überwachung der Linksextremen“, organisierter medialer Verleumdung über mehr als schleppende Bearbeitung formeller Anträge z.B. für Plakatierung oder Beglaubigungen von Unterstützerunterschriften bis zu rechtswidrigen Verweigerungen. Aber Kommunisten sind immer auf Wind im Gesicht eingerichtet, darauf, dass sie vom Klassengegner wo immer es geht attackiert werden. Das heißt dialektisch betrachtet, dass Kommunisten für Ausbeuter eine ernstgenommene Gefahr sind.
Bei den Aktionen zur Wahl können Kommunisten auch zu unterscheiden lernen. Da sind auf der einen Seite die fast immer aufgeschlossenen Gespräche mit politisch Interessierten. Die finden wir in der Bevölkerung auf der Straße und die finden wir auch bei Kleinunternehmern oder Staatsbediensteten. Manchmal ist es bei letzteren ein Augenzwinkern oder ein unerwarteter helfender Hinweis oder sogar die frustrierte Schilderung, dass es ja nun mit der eigenen Partei gar nicht mehr geht. Bei Kleinunternehmern sind es Themen wie Preisdiktat der Monopolindustrie, die ständige Angst und der zermürbende Konkurrenzdruck oder auch der unerfüllbare Wille, etwas für die Mitarbeiter zu tun. Der gute Wille scheitert allzuoft an juristischen Möglichkeiten oder staatlicher Subvention.
Vor allem aber ist bei überwiegend jüngeren und älteren Generationen zunehmendes politisches Interesse. „So geht es nicht weiter!“, „Ich will die DDR wiederhaben! Wir hatten nicht so viele Möglichkeiten. Das stimmt. Aber wir können die Möglichkeiten jetzt sowieso nicht nutzen. Die, die wir im Sozialismus hatten, hatten wir garantiert. Da brauchten wir uns gar keine Gedanken drum machen. – Hätten wir mal …!“, „Ich will eine Familie gründen. Das scheitert immer wieder an wechselnden Arbeitsorten.“, „Ich mache ganz genau die gleiche Arbeit wie mein westberliner Kollege der Stadtreinigung. Trotzdem bekomme ich längst nicht den gleichen Lohn.“, „Ja, es gibt ein Gesetz zur Lohnoffenlegung und Gleichbezahlung von Männern und Frauen. Aber wer hält sich dran? Wer traut sich, das einzufordern?“, „Ja, wir hatten damals subventionierte Mieten. Ich hatte 73 Mark bezahlt im Monat. Jetzt sind es 730 Euro und ich weiß schon, das es kommendes Jahr wieder mehr wird.“, „Meine Kollegen kenne ich oft nicht. Wir können uns kaum verständigen und sie wechseln oft. Es passieren auch viele Fehler, weil sie die Begriffe und Bestimmungen nicht kennen.“ Diese Überlegungen sind substantielle Überlegungen und man kann sie tagtäglich hören. Sehr oft ist aller Frust zusammengefasst im Begriff vom heutigen „Schweinestaat“.
Viele winken ab. Viele kommen dann gleich zurück und wollen doch noch etwas loswerden. Viele bleiben aber stehen und es sprudelt nur so nach dem ersten Stichwort. Viele drücken aber auch direkt oder mit Umschreibungen ihre Sympathie mit Kommunisten aus. Die staatlichen Verleumdungen schwirren im Kopf herum und liegen auf der Zunge. Aber sie zögern und merken, dass da doch Antworten kommen, mit denen sie etwas anfangen können.

2 Kommentare zu Alle Möglichkeiten nutzen, kommunistische Positionen zu verbreiten

  1. Thomas Rosemeier // 15. September 2017 um 21:32 // Antworten

    Die Kapitalisten haben es „geschafft“, dass ich mich wieder sehr weit nach links orientiert habe, selbst die Linkspartei ist mir nicht mehr links genug! Honecker hatte damals schon gesagt, es gibt keinen demokratischen Sozialismus, es gibt nur Sozialismus oder Kapitalismus! Ich jedenfalls habe mich klar positioniert!

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