Krude Ängste

(Falkensee) – Seit bekannt ist, dass der Kreis in Falkensee ein Heim für Asylbewerber bauen will, brodelt es in der Nachbarschaft. Das Haus für 80 Flüchtlinge, das dort entstehen soll, ist unter den Anwohnern und Friedhofsbesuchern derzeit das Thema Nummer eins. Sie haben vor allem Angst vor Unruhe und steigender Kriminalität. Die Gründung einer Bürgerinitiative ist in Vorbereitung.
Einer, der sich gegen das Heim wendet, ist Cafébesitzer in Berlin. Er wohnt mit seiner Frau, sie ist Lehrerin, rund 200 Meter entfernt von eben jener Brache, die der Landkreis mit zwei dreistöckigen Häusern bebauen will. Er sagt, er habe nichts gegen Ausländer, aber Angst um sein sechs Monate altes Kind. Das müsse irgendwann am Asyl vorbei zur Schule gehen, und damit vorbei an mutmaßlichen Drogenhändlern.
Dass vom geplanten Heim Unruhe ausgehen wird, glaubt auch eine andere Anwohnerin: Sie hält es für möglich, dass die Asylsuchenden den Friedhofsbetrieb stören. „Ich muss wohl vor April 2015 sterben, damit meine Kinder noch eine ungestörte Trauerfeier bekommen“, sagt die 80-Jährige.
Andere halten die unmittelbare Nachbarschaft des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) mit dem Kinderheim für ungünstig, „denn da treffen Schwererziehbare auf Asylanten“, sagt einer.

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