Nach dem Kampf ist vor dem Kampf

Der Wahlkampf ist nun vorbei. Doch unser Kampf ist der Klassenkampf und der ist auch nach dem 22. September zu organisieren. Unsere Kandidaten haben hervorragende Ergebnisse erzielt. Die meisten Stimmen erhielt die DKP im Wahlkreis Dahme-Spreewald – Teltow-Fläming III – Oberspreewald-Lausitz I mit 333 Stimmen. Das beste proportionale Ergebnis erzielte Genosse Wilfried Klare im Wahlkreis Elbe-Elster – Oberspreewald-Lausitz II, wo das Ergebnis zur vergangenen Landtagswahl verdoppelt werde konnte. Das mindert jedoch nicht die Ergebnisse, die die Genossen in den anderen Wahlkreisen erzielen konnten. Auch im Wahlkreis Oberhavel – Havelland II konnten wir die Stimmabgabe mehr als verdoppeln.

Dies war der unpolitischste Wahlkampf; in den wir in der vergangen Zeit haben eingreifen müssen. Die Taktik des Kapitals ist; wie vorauszusehen war, aufgegangen. Unpolitische Themen, keine verbindliche Aussagen, und ein Fernhalten der Menschen von Problemen und Auseinandersetzungen, an denen sie die eigentlichen Absichten und Klassenbezüge hätten identifizieren können. Von der Krise, seinen Ursachen und Verantwortlichkeiten keine Rede. Und trotzdem fand Klassenkampf statt. Er wurde von oben und mit Maßlosigkeit an Zynismus und Überheblichkeit geführt. Er wurde von oben sowie über und gegen die Mehrheit der Bevölkerung, die Krisenopfer, die Menschen in Armut und gegen die Menschen. geführt, die tagtäglich ihrer Würde beraubt werden.

Dort, wo wir kandidiert haben, vor allem in Brandenburg, wo wir vier von sechs Wahlkreisen gestemmt haben, war dies ein erfolgreicher Wahlkampf. Er war erfolgreich, weil alle Genossen, die aktiv im Wahlkampf standen, ein Ziel nicht aus den Augen verloren haben, die Aufmerksamkeit der Menschen in Wahlzeiten zu nutzen, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Man muss mit den Menschen ins Gespräch kommen, um mit ihnen auf das Wesentliche zu kommen, nämlich dass das System der Fehler ist und dass der Kapitalismus abgeschafft werden muss. Was sind da schon die 0,2 Prozent, von denen die noch zur Wahl gehen. Da mögen die einen oder anderen enttäuscht sein oder hoffnungslos. Vielleicht trifft dies gerade auf die vielen Sympathisanten zu, die zum ersten Mal Herzblut in und für unseren Wahlkampf aufgebracht haben, der jetzt auch zu ihrem Wahlkampf wurde.

Denken wir daran was wir von Anfang an sagten und weiter sagen werden: „…im kommenden Bundestag wird kein Mitglied der DKP sitzen. Trotzdem macht es Sinn, Kommunisten zu wählen. Denn so, wie die gesellschaftlichen Zustände in der BRD sind, darf es nicht bleiben. Dieses Land braucht Kommunisten, die den Druck gegen Ausbeutung und Kapital aufbauen und verstärken, auf der Straße und in den Parlamenten.“ Denn wenn sich von außen nichts rührt wird sich innen nichts bewegen. Dafür steht die DKP. Dafür suchen wir Mehrheiten, dafür reden wir mit den Menschen auf der Straße und motivieren sie für ein anderes Deutschland, für eine andere Welt ohne Ausbeutung und Krieg und vor allem ohne die herrschende Klasse und ihrer Lakaien.

Dieses Ergebnis wurde in erster Linie durch die Sichtpräsenz der Partei auf der Straße erreicht. Dafür danken wir allen Genossen, mit Parteibuch oder ohne, in unseren Reihen oder an unserer Seite. Wir danken denen die jetzt nicht aufhören wollen und es erst als ein Anfang sehen. Denn für jeden, den wir gewinnen konnten, uns die Stimme zu geben, obwohl sie für das Ringen um parlamentarische Mehrheiten für verloren scheint, steht eine bewusstere Entscheidung dahinter, als bei jenen, die sich haben einlullen lassen mit „Deutschland geht es gut“ und „weiter so“.

Unsere Wahlergebnisse haben wir teilweise verdoppelt. Und das ist kein Zufall, denn dafür haben wir gekämpft. Dafür steht das WÄHLT KOMMUNISTEN im Focus aller, die jetzt wissen, dass sie mit uns rechnen können.

Sollte es ihnen gefallen oder auch nicht. Und es bleibt dabei, es immer und immer wieder zu tun und es auch zu wollen, ist unsere verflixte Aufgabe. Das Bewusstsein schärfen für die Klasse. Auch daher werden wir nächste Woche am Infostand und beim nächsten Wahlkampf stehen.

Die, die glaubten Brigitte sei zu alt und müsse sich diese Last nicht aufbürden, der irrt. Es ist die politische, die revolutionäre Tat, die den Revolutionär in Bewegung hält. Und das Revolutionäre und unsere Utopien sind das, was uns jung hält.

Anders als jene, die sich damit abfinden, dass alles beim Alten bleibt und das Ende der Geschichte manifestiert ist und dass Alternativen nicht bestehen.

Danke Brigitte, danke Wilfried, danke Sebastian, danke Lothar. Ihr macht uns stolz, Mitglieder einer revolutionären Kampforganisation zu sein. Dank euch allen, die die Kraft aufbringen, Mehrheiten zu vereinigen, auf Menschen zuzugehen` die Angst überwinden, Unterschriften zu sammeln, Plakate aufzuhängen, Flugblätter zu verteilen, die UZ und die Junge Welt zu verteilen.

Mario Berrios
Landesvorsitzender

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