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Das
Programm der DKP beschlossen auf dem 17. Parteitag am 08.04.2006 (
hier downloaden)
Präambel
1. Imperialismus heute
2. Der deutsche Imperialismus
3. Der Sozialismus- die historische Alternative
zum Kapitalismus
4.Unser Weg zum Sozialismus
5.Die Kräfte des Widerstands und des Fortschritts
6. DKP- Partei der Arbeiterklasse
Wir leben in einer Zeit, in der mit der weiteren Internationalisierung ökonomischer
Prozesse und der wissenschaftlich-technischen Revolution unermessliche Möglichkeiten
entstehen, die Schöpferkraft der Menschen und die Produktivität ihrer Arbeit
zu entfalten. Hunger und Elend könnten weltweit überwunden werden. Das Grundrecht
auf existenzsichernde, menschenwürdige Arbeit könnte verwirklicht und die
Arbeitszeit so reduziert werden, dass Raum für eine sinnvolle Freizeitgestaltung,
für Familie, Bildung und Kultur, für Kreativität geschaffen wird. Ein
würdiges Leben für alle Menschen wäre möglich. Zugleich könnte
die Erde für künftige Generationen als lebensfähiges Ökosystem
erhalten werden. Die wachsenden Möglichkeiten der Kommunikation öffnen neue
Perspektiven für die Entwicklung der Kultur und die Emanzipation der Menschen.
Doch unter kapitalistischen Produktionsverhältnissen dienen die Entwicklung der
Produktivkräfte und die Globalisierung allein der Kapitalverwertung. Der wissenschaftlich-technische
Fortschritt wird missbraucht, um immer größere Profite für die Eigentümer
der Produktionsmittel, die Kapitalisten, zu erzielen. Die Arbeiter und Angestellten
werden zu noch schärferer Arbeitshetze gezwungen, Arbeitsplätze werden wegrationalisiert,
die Massenarbeitslosigkeit steigt. Die erkämpften sozialen Errungenschaften der
Arbeiterklasse werden zerschlagen. Der Klassengegensatz ist schärfer, der Klassenkampf
härter geworden.
Das 21. Jahrhundert knüpft an das vergangene an. Ein immer geringer werdender
Teil der Menschheit zieht Nutzen aus dem gesellschaftlichen Reichtum. Der Abstand zwischen
den entwickelten imperialistischen Staaten und jenen der so genannten Dritten Welt,
der Abstand zwischen Reich und Arm wächst von Jahr zu Jahr. Mehr als zwei Milliarden
Menschen sind heute von jeglicher wirtschaftlicher Entwicklung ausgeschlossen und einem
Hungerdasein ausgeliefert. Krieg und Umweltzerstörung, Massenelend und Unterdrückung
in großen Teilen der Welt, Arbeitslosigkeit und Sozialabbau in den Industrieländern
sind die Wirklichkeit der kapitalistischen Gesellschaft. Die neue Armut prägt
das Gesicht der Jahrtausendwende.
In den Entwicklungsländern wird nur eine kleine Minderheit am Wachstum beteiligt,
die große Masse gleitet immer mehr in einen Zustand der Hilflosigkeit und Verzweiflung.
Die imperialistischen Mächte setzen brutale Gewalt ein, um ihre Vorherrschaft
zu sichern und die Bedingungen zu erhalten, unter denen sie diese Länder in Abhängigkeit
halten und rücksichtslos ausbeuten können. Mit der Verelendung der Menschen
geht die Zerstörung von Naturbeständen einher, der Lebensbedingungen künftiger
Generationen.
Wissenschaft und Technik werden zur Entwicklung verheerender Massenvernichtungswaffen
pervertiert. Der Weltherrschaftsanspruch der imperialistischen Metropolen, ihr Kampf
um die Aufteilung von Rohstoffquellen, Absatzmärkten und Einflusszonen erzeugt
überall auf der Welt militärische Konflikte. Der Krieg wird zum permanenten
Zustand.
Das kapitalistische Profitprinzip ist zu einer Gefahr für den Fortbestand der
menschlichen Zivilisation geworden. "Die kapitalistische Produktion entwickelt
daher nur die Technik und Kombination des gesellschaftlichen Produktionsprozesses,
indem sie zugleich die Springquellen allen Reichtums untergräbt: die Erde und
den Arbeiter." (K. Marx: Das Kapital)
Gegen diese vom Imperialismus ausgehenden Bedrohungen formiert sich Widerstand: in
der Arbeiterbewegung, in der Friedens- und Antiglobalisierungsbewegung, im Protest
der Völker in den Entwicklungsländern. "Eine andere Welt ist möglich",
diese Losung mobilisiert Menschen unterschiedlicher parteipolitischer und weltanschaulicher
Orientierung überall auf der Welt.
Die Kommunistinnen und Kommunisten der Deutschen Kommunistischen Partei sind konsequente
Streiter und Mitstreiter in diesen Bewegungen. Sie wirken aktiv für deren unmittelbare
Anliegen. Sie wirken für die Vereinigung der vielfältigen Kräfte. Sie
wirken dafür, dass der Widerstand und die Abwehrkämpfe in eine gemeinsame
Offensive für die Interessen und Bedürfnisse all jener münden können,
die vom Monopolkapitalismus ausgebeutet und unterdrückt werden. Eine andere Gesellschaft
ist notwendig und möglich.
Nur der revolutionäre Bruch mit den kapitalistischen Macht- und Eigentumsverhältnissen
beseitigt letztendlich die Ursachen von Ausbeutung und Entfremdung, Krieg, Verelendung
und Zerstörung unserer natürlichen Umwelt. Die Durchsetzung der elementaren
Menschenrechte für alle Bewohner dieser Erde ist nur in einer Gesellschaft zu
verwirklichen, die auf dem Gemeineigentum an Produktionsmitteln beruht und in der Demokratie
mit der politischen Macht des arbeitenden Volkes verwirklicht wird. Diese Gesellschaft
ist der Sozialismus als erste Phase der kommunistischen Gesellschaftsformation.
In ihrem Kampf um eine bessere Welt hat die Arbeiterbewegung bedeutende Siege errungen
und bittere Niederlagen erlitten. Aber auch die tiefsten Niederlagen haben die arbeitenden
Menschen nicht abgehalten, den Kampf um Gerechtigkeit, Solidarität, Frieden und
soziale Sicherheit weiterzuführen.
Die Zerstörung des Sozialismus in Osteuropa war die bisher tiefste, bis heute
nicht überwundene Niederlage für die internationale Arbeiterbewegung, für
alle progressiven Kräfte, ja sogar für die bürgerliche Aufklärung.
Heute verkünden die Propagandisten des Kapitals, dass der Sozialismus endgültig
besiegt und die menschliche Geschichte an ihrem Ziel sei. Der Kapitalismus sei ewig
und ohne Alternative. Dabei ist es der Kapitalismus, der keine Zukunft hat. Seine Unfähigkeit,
die ihm innewohnenden Widersprüche zu lösen, wird immer offensichtlicher.
Sie können nur durch den Klassenkampf für eine neue Gesellschaftsordnung,
den Sozialismus, überwunden werden. Eine neue Gesellschaft entsteht nicht von
allein, sie muss erkämpft werden.
Die DKP als revolutionäre Partei der Arbeiterklasse ist hervorgegangen aus dem
Kampf der deutschen Arbeiterbewegung gegen kapitalistische Ausbeutung und Unterdrückung,
gegen Militarismus und Krieg. Sie steht in der Tradition der revolutionären deutschen
Sozialdemokratie und der Kommunistischen Partei Deutschlands. In ihr lebt das Erbe
des antifaschistischen Widerstands und des Ringens um einen antifaschistisch-demokratischen
Neubeginn nach der Befreiung vom Hitlerfaschismus. In der heutigen DKP vereinigen sich
die Erfahrungen des Kampfes gegen die Spaltung Deutschlands und gegen die Remilitarisierung,
des Aufbegehrens der 68er Bewegung und der Klassenkämpfe in der Alt-Bundesrepublik
mit den Erfahrungen des Aufbaus einer antifaschistisch-demokratischen Ordnung und des
Sozialismus in der DDR.
Fundament und politischer Kompass der Politik der DKP sind die von Marx, Engels und
Lenin begründeten und von anderen Marxistinnen und Marxisten weitergeführten
Erkenntnisse des wissenschaftlichen Sozialismus, der materialistischen Dialektik, des
historischen Materialismus und der Politischen Ökonomie. Die DKP wendet diese
Lehren des Marxismus auf die Bedingungen des Klassenkampfes in unserer Zeit an und
trägt zu ihrer Weiterentwicklung bei.
Die Arbeiterklasse aller Länder hat gemeinsame Gegenwarts- und Zukunftsinteressen.
Sie zu verwirklichen erfordert ein internationalistisches, solidarisches Zusammenwirken
über Ländergrenzen und Kontinente hinweg. Angesichts des als Globalisierung
bezeichneten neuen Schubs imperialistischer Internationalisierung im Interesse des
Transnationalen Monopolkapitals und der Integrationsprozesse in der EU gilt das heute
mehr denn je. Darum verbindet die DKP in ihrer Politik den Kampf um die Interessen
der Menschen in der Bundesrepublik mit dem konsequenten Handeln entsprechend den Prinzipien
des proletarischen Internationalismus. Solidarisch steht sie an der Seite der fortschrittlichen
Kräfte, die gegen den Imperialismus kämpfen. Sie leistet alles in ihren Kräften
Stehende für ein engeres Zusammenwirken der kommunistischen Parteien - bilateral,
im EU-Raum und im globalen Rahmen.
Ziel der DKP ist der Sozialismus/Kommunismus. Unter der Voraussetzung des gesellschaftlichen
Eigentums an den Produktionsmitteln und der gesamtgesellschaftlichen Planung der Produktion
kann in einem längeren historischen Prozess eine Ordnung menschlichen Zusammenlebens
entstehen, "worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die
freie Entwicklung aller ist". (K. Marx / F. Engels: Manifest der Kommunistischen
Partei, 1848) Für dieses Ziel die Arbeiterklasse und die Mehrheit der anderen
Werktätigen zu gewinnen - darum geht es der DKP.
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I. Imperialismus heute
Grundlagen des Kapitalismus
Im Kampf gegen feudale Unterdrückung um ökonomische und politische Macht
versprach das aufstrebende Bürgertum an der Wende zum 19. Jahrhundert "Freiheit,
Gleichheit, Brüderlichkeit".
Das erwies sich recht bald als "heroische Illusion" und Täuschung.
Denn die ökonomische Grundlage des Kapitalismus ist das Privateigentum an den
Produktionsmitteln. Die Klasse, die diese Mittel besitzt bzw. über sie verfügt,
die Bourgeoisie, d.h. die Kapitalistenklasse, eignet sich die Ergebnisse der Produktion
an. Die Arbeiterklasse muss ihre Existenzmittel erwerben, indem sie ihren einzigen
im Produktionsprozess verwertbaren Besitz, ihre Arbeitskraft, an die Eigentümer
der Produktionsmittel verkauft.
Die Lage der Arbeiterklasse lässt sich im Kapitalismus nur durch den Kampf um
bessere Bedingungen beim Verkauf der Ware Arbeitskraft und um einen höheren Anteil
an den durch ihre Arbeit geschaffenen Werten verbessern. Die Kapitalisten dagegen haben
ein Interesse daran, den Arbeitslohn niedrig zu halten, um sich möglichst viel
Mehrwert bzw. Profit aneignen zu können. Zwischen Arbeiterklasse und Kapitalistenklasse
kann es deshalb keine "Partnerschaft" geben. Ihre Interessen sind gegensätzlich.
Der Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit ist der unversöhnliche Klassenwiderspruch
der kapitalistischen Gesellschaft.
Die im Kapitalismus erzeugten Produkte sind das Ergebnis des Zusammenwirkens der Lohnarbeiter
im jeweiligen Betrieb und der Arbeitsteilung zwischen den Betrieben und Produktionszweigen.
Die kapitalistische Produktion ist ein gesellschaftlicher Prozess.
Im Widerspruch dazu steht die private Aneignung der Resultate durch die Eigentümer
der Produktionsmittel. Der Widerspruch zwischen dem gesellschaftlichen Charakter der
Produktion und der privaten Aneignung der Produktionsergebnisse ist der Grundwiderspruch
des Kapitalismus. Er vertieft sich mit der zunehmenden Ausdehnung und Vergesellschaftung
der Produktion einerseits und der Akkumulation des Kapitals, d.h. der Verwandlung von
Profit in zusätzliches Kapital, andererseits. Dazu getrieben werden die Kapitalisten
durch die Jagd nach immer größeren Profiten und durch die erbitterte Konkurrenz
untereinander.
Der Akkumulationsprozess des Kapitals, Wachstum und technischer Fortschritt können
sich nur über wiederkehrende ökonomische und politische Krisen realisieren.
Damit verbunden sind wachsende Ungleichheit bei der Verteilung des gesellschaftlichen
Reichtums und - tendenziell - die Zunahme von Armut und Verelendung.
Diese Verhältnisse bewirken, dass
§ die notwendige Produktion der gesellschaftlichen Existenzbedingungen nur durch
das Zusammenwirken der beiden Grundklassen Bourgeoisie und Proletariat unter dem Kommando
des Kapitals möglich ist;
§ die Beziehung dieser beiden Grundklassen zugleich feindlich ist, weil jede dieser
Klassen ihren Anteil am gesellschaftlichen Reichtum nur auf Kosten der anderen gewinnen
kann;
§ ein ständiger Konkurrenzkampf zwischen den Eigentümern der Produktionsmittel
um die größten Anteile am Profit stattfindet;
§ der Zwang zur Vergrößerung des Kapitals und zur Produktion von Mehrwert
auf erweiterter Stufenleiter zur ständigen Umwandlung von Profit in zusätzliches
Kapital und zur Zentralisation des Kapitals führt;
§ die Arbeits- und Konsumweisen, die Technologie, die sozialen Strukturen unaufhörlich
umgewälzt werden. "Die Bourgeoisie kann nicht existieren, ohne die Produktionsinstrumente,
also die Produktionsverhältnisse, also sämtliche gesellschaftlichen Verhältnisse
fortwährend zu revolutionieren." (K. Marx / F. Engels: Manifest der Kommunistischen
Partei)
Entwicklungsstadien des Kapitalismus
Seit seiner Entstehung hat der Kapitalismus unterschiedliche Entwicklungsstadien durchlaufen.
Die wichtigste Veränderung, die nach jener Zeit eingetreten ist, als Karl Marx
den Kapitalismus erforschte und die er voraussagte, besteht darin, dass mit der Akkumulation
des Kapitals und der Konkurrenz immer größere Unternehmen und Unternehmensverbindungen
entstanden. Ende des 19. Jahrhunderts bildeten sich mit der Entwicklung der Produktivkräfte
(u.a. Chemie, Elektrotechnik) und der Konzentration und Zentralisation des Kapitals
produktions- und marktbeherrschende Unternehmen. Damit wurden die Grundlagen gelegt
für die Herausbildung des Monopols als gesellschaftliches Machtverhältnis
und bestimmendes Produktions- und Eigentumsverhältnis. Die Monopole nahmen zunehmend
Einfluss auf die Gestaltung politischer Verhältnisse. Es entstand der monopolistische
Kapitalismus als ökonomischer Kern des Imperialismus.
Die wesentlichen Charakteristika dieser neuen Entwicklungsetappe des Kapitalismus fasste
Lenin wie folgt zusammen. Imperialismus ist: "...
1. Konzentration der Produktion und des Kapitals, die eine so hohe Entwicklungsstufe
erreicht hat, dass sie Monopole schafft, die im Wirtschaftsleben die entscheidende
Rolle spielen;
2. Verschmelzung des Bankkapitals mit dem Industriekapital und Entstehung einer Finanzoligarchie
auf der Basis des Finanzkapitals;
3. der Kapitalexport, zum Unterschied vom Warenexport, gewinnt besonders wichtige Bedeutung;
4. es bilden sich internationale monopolistische Kapitalverbände, die die Welt
unter sich teilen, und
5. die territoriale Aufteilung der Erde unter die kapitalistischen Großmächte
ist beendet." (W.I. Lenin: Werke, Bd.22, S. 270)
Lenin charakterisiert den Platz des Imperialismus in der Geschichte infolge der neuen
Stufe der Vergesellschaftung als "Übergangskapitalismus", als materielle
Vorbereitung des Sozialismus.
Ausgehend von seinem ökonomischen Grundmerkmal, der Herrschaft der Monopole, bringt
der Imperialismus unvermeidlich die Tendenz zur Aggression nach außen und zur
Reaktion nach innen hervor. Schlimmster Ausdruck waren die beiden imperialistischen
Weltkriege und der Faschismus.
Innerhalb des monopolistischen Entwicklungsstadiums des Kapitalismus haben sich weitere
Entwicklungsprozesse vollzogen. Die Anforderungen der Vergesellschaftung der Produktion,
die Systemkonkurrenz mit dem Sozialismus und der Kampf der Arbeiterbewegung machten
ein immer direkteres Eingreifen des Staates in den Wirtschaftsprozess im Interesse
der Monopole notwendig. Die Macht der Monopole und die Macht des Staates vereinigten
sich zum staatsmonopolistischen Kapitalismus.
Doch auch dieser Prozess entwickelt sich weiter. In den letzten Jahrzehnten kam es
zu weiteren wichtigen Veränderungen im Monopolkapitalismus. Sie stehen im Zusammenhang
mit einem neuen Schub der Produktivkraftentwicklung durch die wissenschaftlich-technische
Revolution und einer neuen Stufe kapitalistischer Internationalisierung.
Zugleich wurden mit der schweren Niederlage der revolutionären Arbeiterbewegung
am Ende des 20. Jahrhunderts politische Barrieren für die neue Expansionsdynamik
des Kapitalismus beseitigt.
Die Grundrichtung kapitalistischer Internationalisierung haben Marx und Engels bereits
im "Manifest der Kommunistischen Partei" beschrieben: "Die Bourgeoisie
hat durch die Exploitation des Weltmarkts die Produktion und Konsumtion aller Länder
kosmopolitisch gestaltet. Sie hat zum großen Bedauern der Reaktionäre den
nationalen Boden der Industrie unter den Füßen weggezogen. Die uralten nationalen
Industrien sind vernichtet worden und werden noch täglich vernichtet. Sie werden
verdrängt durch neue Industrien, deren Einführung eine Lebensfrage für
alle zivilisierten Nationen wird, durch Industrien, die nicht mehr einheimische Rohstoffe,
sondern den entlegensten Zonen angehörende Rohstoffe verarbeiten und deren Fabrikate
nicht nur im Lande selbst, sondern in allen Weltteilen zugleich verbraucht werden.
An die Stelle der alten, durch Landeserzeugnisse befriedigten Bedürfnisse treten
neue, welche die Produkte der entferntesten Länder und Klimate zu ihrer Befriedigung
erheischen. An die Stelle der alten lokalen und nationalen Selbstgenügsamkeit
und Abgeschlossenheit tritt ein allseitiger Verkehr, eine allseitige Abhängigkeit
der Nationen voneinander."
In welchem Kapitalismus leben wir?
Heute haben wir es sowohl mit einer Vertiefung der von Marx und Engels beschriebenen
Prozesse als auch mit qualitativ neuen Entwicklungen zu tun. Sie vollziehen sich auf
dem Hintergrund revolutionärer Veränderungen in den Produktivkräften,
insbesondere in den Informations-, Kommunikations- und Transporttechnologien.
Seit Mitte der siebziger Jahre mehrten sich die Krisenerscheinungen in den kapitalistischen
Ländern. Die kapitalistische Weltwirtschaft blieb in Inflation und Stagnation
stecken. Die Profitraten fielen. Großkapital und Staat versuchten dadurch einen
Ausweg zu finden, dass im Akkumulationsmodell die Bedeutung der Binnennachfrage zurückgedrängt
und ein Wechsel zum Vorrang der Weltmarktorientierung vollzogen wurde.
Mehr und mehr werden die letzten Schranken der nationalen Märkte niedergerissen.
Der Weltmarkt wird immer mehr zu einem einheitlichen, den ganzen Globus erfassenden
Feld kapitalistischer Konkurrenz. Bei der neuen Stufe der Internationalisierung geht
es nicht mehr nur um die weitere Verflechtung des Handels und der Märkte. Die
neuen Kommunikationstechnologien ermöglichen heute die Vernetzung der Produktionsprozesse
und Finanzströme über den ganzen Globus. Im Zentrum der weltweiten Konkurrenz
steht der Kampf, durch markt- und produktionsbeherrschende Positionen sowie die Führung
im Wettlauf um Innovationen Monopolprofite zu erlangen. Die rasch voranschreitende
Internationalisierung der Ökonomie gerät in Widerspruch zu den beschränkten
Möglichkeiten nationaler Wirtschaftspolitik. Diese ökonomischen Prozesse
und die damit verbundenen politischen wie kulturellen Entwicklungen werden Globalisierung
genannt.
Zu den beherrschenden Kapitalien auf dem Weltmarkt und zu einer strukturbestimmenden
Form des Kapitalverhältnisses in der gegenwärtigen Entwicklungsetappe des
monopolistischen Kapitalismus wurden die Transnationalen Konzerne und Transnationalen
Finanzgruppen. Die Transnationalen Konzerne organisieren den Produktionsprozess in
weltweiten Netzen nach den günstigsten Verwertungsbedingungen und globalisieren
die Mehrwertproduktion. Sie können die Wirtschaftspolitik von Staaten durchkreuzen
und diese erpressen. Die Staaten werden in einen erbarmungslosen Konkurrenzkampf um
die für die Transnationalen Konzerne profitabelsten Konditionen verstrickt.
Die Spekulation war immer ein Bestandteil der kapitalistischen Wirtschaft. Aber in
der neuen Phase des monopolistischen Kapitalismus ist sie zu einem bestimmenden Element
geworden und durchdringt alle Bereiche von Wirtschaft und Politik. Die kapitalistische
Überakkumulation führt dazu, dass die Finanzspekulation für die großen
Konzerne zu einem zentralen Instrument der Kapitalverwertung wird.
Mit Großfusionen im Banken- und Versicherungsbereich, mit den bei Investment-,
Pensions- und anderen Fonds gesammelten riesigen Geldvermögen haben die Finanzinstitutionen
eine neue Stufe ihrer Macht erreicht. Das Geldkapital umkreist die Erde auf der Suche
nach der höchsten Profitrate. Sein Zinshunger lässt sich nur befriedigen
durch die rücksichtslose Steigerung der Aktienkurse und die Plünderung der
öffentlichen Kassen der Staaten und Kommunen. Diese werden durch ihre wachsende
Verschuldung in immer größere Abhängigkeit von den Finanzinstituten
getrieben.
Die Spekulation hat neue Ausmaße erreicht, wobei nicht mehr nur Aktienwerte und
Unternehmen, sondern auch die Währungen der Länder zu Spekulationsobjekten
geworden sind. Die internationalen Finanzmärkte diktieren die nationale Wirtschaftspolitik.
Der Kapitalexport hat ein noch größeres Gewicht erlangt. - Allerdings gibt
es auch hier neue Tendenzen:
§ Ein größerer Teil der Auslandsinvestitionen geht in den industriellen
Bereich und dient heute immer weniger dem Aufbau neuer Produktionsanlagen, Finanz-,
Dienstleistungs- und Handelsunternehmen, sondern dem Aufkauf bzw. der Beteiligung an
bereits bestehenden.
§ Eine andere Tendenz betrifft die Richtung der Kapitalströme. Der überwältigende
Teil der weltweit angelegten Auslandsinvestitionen von Großunternehmen der "Triade"
- USA, EU und Japan - geht heute nicht mehr in "rückständige" Länder,
sondern wird überwiegend in diesen imperialistischen Metropolen selbst getätigt.
Der "Rest der Welt" wird - wenn auch in unterschiedlichem Maße - in
der wirtschaftlichen Entwicklung, insbesondere hinsichtlich der modernen Technologien,
immer mehr abgehängt. Das gilt vor allem für die Länder Afrikas.
Im Ergebnis der heutigen Konzentrations- und Zentralisationsprozesse bildet sich nicht
nur eine neue, noch höhere Stufe der Monopolisierung und der damit verbundenen
Vergesellschaftung heraus. Noch mehr als zu Lenins Zeiten gilt, dass damit die materiellen
Voraussetzungen für die Ablösung des Kapitalismus durch den Sozialismus geschaffen
werden.
Die ökonomischen Entwicklungen in der heutigen Phase des Monopolkapitalismus vollziehen
sich im Widerstreit der Interessen, in sich verschärfender Konkurrenz, in Konflikten
zwischen den Transnationalen Konzernen, zwischen diesen und nationalem Monopolkapital,
zwischen Monopolkapital und nichtmonopolistischem Kapital. Dabei mobilisieren die Konzerne
und Kapitalgruppen aufgrund ihrer Herkunft und ökonomischen Verankerung außerökonomische
Mittel. Eine besondere Rolle spielen dabei Staaten und supranationale Institutionen.
Kapitalismus und Staat
Kapitalismus und moderner Staat sind in einem komplizierten geschichtlichen Prozess
entstanden und ihre Entwicklung hat sich gegenseitig bedingt.
Die Aufgabe des Staates ist es, über die kapitalistische Konkurrenz hinweg, die
Bourgeoisie zur herrschenden Klasse zu organisieren und ihre Herrschaft abzusichern.
Der Staat stellt die repressiven Mittel zur Durchsetzung der Kapitalinteressen zur
Verfügung und setzt sie ein, um Widerstand zu unterdrücken. Die Funktion
des Staates ist es, die Hegemonie der herrschenden Klasse durch Konsens und Zwang herzustellen;
er ist Herrschaftsinstrument und Feld des Klassenkampfes zugleich.
Der Staat hatte zunächst auf ökonomischem Gebiet die Aufgabe, im Inneren
die freie Marktkonkurrenz zu sichern und nach Außen das einheimische Kapital
durch Schutzzölle und andere protektionistische Maßnahmen vor der ausländischen
Konkurrenz zu schützen. Mit der Herausbildung des Monopolkapitalismus ging es
darum, die Monopolisierung voranzutreiben und für das Monopolkapital neue Expansionsräume
durch die Eroberung von Märkten und Kolonien zu erschließen. Diese Politik
mündete in den Kampf um die Neuaufteilung der Welt und in imperialistischen Eroberungskriegen.
Mehr und mehr konnte sich das Monopolkapital nur mit Hilfe ständiger direkter
wirtschaftlicher Tätigkeit des Staates reproduzieren. Der staatsmonopolistische
Kapitalismus wurde zur Existenznotwendigkeit des Kapitalismus.
Nach dem 2.Weltkrieg zwangen die Existenz starker Gewerkschaften und der Druck durch
die Systemkonkurrenz auch bürgerlich-konservative Kräfte zu der Einsicht,
dass Staatsinterventionismus und sozialer Kompromiss zum Erhalt der inneren Stabilität
erforderlich seien. Dieser so genannte "Sozialstaatskompromiss" hatte aber
nicht nur einen sozialpolitischen Aspekt, sondern war auch der ökonomischen Entwicklung
nützlich: die Sicherung der Masseneinkommen auch in konjunkturellen Schwächeperioden
trug zur dynamischen Entwicklung des Binnenmarktes bei und ermöglichte eine zügige
Ausbreitung einer der fordistischen Massenproduktion entsprechenden Lebens- und Konsumweise.
In den letzten Jahrzehnten hat es auch im Instrumentarium des staatsmonopolistischen
Kapitalismus Veränderungen gegeben. Die direkte Unternehmertätigkeit des
Staates wurde durch Privatisierungen des Staatseigentums zurückgenommen. Dies
wird jedoch durch andere Formen der Staatsintervention wettgemacht: durch steuerliche
Begünstigungen und Subventionen, durch Förderung von Forschung und Entwicklung
für die Monopole u.a. Dabei geht es vor allem um die Stärkung der internationalen
Konkurrenzfähigkeit.
Seit den 70er Jahren haben sich auch immer stärker internationale Formen des staatsmonopolistischen
Kapitalismus herausgebildet. In Europa sind immer mehr Regulierungsfunktionen an die
EU übergegangen.
Als neues Moment zeichnen sich im Zusammenhang mit der Globalisierung Keimformen eines
globalen staatsmonopolistischen Regulierungssystems ab, mit dem die Krisenpotentiale
der kapitalistischen Weltwirtschaft und die zwischenimperialistischen Widersprüche
in Schach gehalten werden sollen. Eine wichtige Rolle dabei spielen der IWF, die Weltbank,
WTO, die G7 bzw. G8. In diesen Institutionen geht es um die Durchsetzung der gemeinsamen
Anliegen des internationalen Monopolkapitals. Sie sind zugleich Ort scharfer Konkurrenz
und des Aufeinanderprallens der gegensätzlichen Interessen von Transnationalen
Konzernen, imperialistischen Staaten und Blöcken. Das Hauptelement dieses im Aufbau
begriffenen ökonomisch-politisch-militärischen Machtapparates sind jedoch
die Nationalstaaten, die in diesem Prozess einer tief greifenden Veränderung ihrer
Rolle unterworfen werden.
Mit der Strategie des Neoliberalismus wird der Prozess der Internationalisierung des
staatsmonopolistischen Kapitalismus beschleunigt. Der Neoliberalismus ist die Ideologie
und Politik, mit der die Umwälzung der Arbeits- und Lebensweise, der Produktionsverhältnisse
vorangetrieben wird, um diese dem neuen Stand der Produktivkräfte unter kapitalistischen
Bedingungen anzupassen und dem Kapital verbesserte Verwertungsbedingungen zu verschaffen.
Dies ist mit Auseinandersetzungen innerhalb der herrschenden Klasse, mit einer Krise
der Nationalstaaten und der bürgerlichen Demokratie verbunden. Der Staat wird
zum Verwalter einer Politik, die weitgehend außerhalb seiner Souveränität
beschlossen wird. Als Machtinstrument der Monopolbourgeoisie setzt er immer unverblümter
eine Politik gegen die Interessen der Bevölkerungsmehrheit durch. An die Stelle
der sozialen Integration tritt die Konfrontation. Der bürgerliche Staat verliert
tendenziell seine Fähigkeit zur sozialen und politischen Vermittlung, weil die
Basis für eine Organisierung stabilerer sozialer Kompromisse, die größere
Teile der Gesellschaft einbeziehen, verloren geht. So wird die bürgerliche Demokratie
ausgehöhlt und verliert ihren Inhalt. Bei Beibehaltung formaler Demokratie vollzieht
sich der Übergang vom "Sozialstaat" zum autoritären "Sicherheitsstaat".
Die Tendenz des Imperialismus zur Reaktion im Innern nimmt zu. In Deutschland findet
das seinen Ausdruck in den Angriffen auf die sozialen und demokratischen Errungenschaften
der Arbeiterklasse. Mit Lohndruck, Deregulierung und Flexibilisierung, dem Schleifen
der Sozialsysteme, dem Abbau der Tarifautonomie und der Einschränkung der Gewerkschaftsrechte
soll der "Standort Deutschland" für den mit der Globalisierung verschärften
Konkurrenzkampf fit gemacht werden. Mit dem Ausbau des Polizeistaates und der Möglichkeit
des Einsatzes der Bundeswehr im Innern unter dem Vorwand des "Kampfes gegen den
Terrorismus" sollen Voraussetzungen dafür geschaffen werden, jeden ernsthaften
Widerstand gegen die sozialreaktionäre Politik und die Kriegspolitik zu unterdrücken.
Die Verfassungskonformität verschärfter "Sicherheitsgesetze" wird
kurzerhand durch entsprechende Anpassung des Grundgesetzes hergestellt. Und für
alle Fälle liegen die Notstandsgesetze in der Schublade. Zur Reaktion im Innern
gehört nicht zuletzt die Abschottung der "Festung Europa" gegen wachsende
Kriegs- und Elendsflüchtlingsströme als Folge der imperialistischen Globalisierung.
Begleitet werden diese Prozesse durch die Massenmedien. Ihre Rolle ist es, im Sinne
der Herrschenden auf das Bewusstsein der Menschen einzuwirken und sie ideologisch in
die kapitalistische Gesellschaft zu integrieren.
Tendenz zur Aggression
Mit der Globalisierung wächst nicht nur die Macht der Monopole, sondern auch deren
Tendenz zur Aggression.
Die Herausbildung eines sozialistischen Weltsystems und der Zusammenbruch des imperialistischen
Kolonialsystems nach dem zweiten Weltkrieg brachten Gefahren für den Fortbestand
der kapitalistischen Ausbeuterordnung mit sich. Vor diesem Hintergrund sind die zwischenimperialistischen
Widersprüche zeitweilig hinter die gemeinsamen Interessen gegenüber dem Weltsozialismus
und den nationalen Befreiungsbewegungen zurückgedrängt worden. Nach der Niederlage
des Sozialismus in der Sowjetunion und den anderen sozialistischen Ländern in
Europa treten sie wieder deutlicher hervor.
Aber nach wie vor gibt es verbindende Interessen. So besteht für die imperialistischen
Metropolen heute eine gemeinsame Hauptaufgabe darin, die letzten Schranken für
die totale Beherrschung des Weltmarktes durch die Transnationalen Konzerne aus dem
Wege zu räumen. Wo ökonomische Hebel nicht die gewünschte Wirkung bringen,
wird die imperialistische Militärmaschine in Bewegung gesetzt. Die USA sind aufgrund
ihrer ökonomischen, militärischen und politischen Stärke die entscheidende
imperialistische Weltmacht. Der von ihr dominierte aggressive Militärpakt NATO
setzt sich rigoros über das Völkerrecht hinweg, souveräne Staaten, die
sich nicht seinem Diktat beugen, werden bombardiert oder okkupiert. Gemeinsame Interessen
verbinden die imperialistischen Staaten in ihren Bemühungen, die Konterrevolution
in die noch bestehenden Länder sozialistischer Orientierung zu tragen, und in
ihrer neoliberalen Politik gegen die Arbeiterklasse.
Zugleich entfalten sich die Rivalitäten zwischen den imperialistischen Metropolen
und Blöcken. Allerdings wird der mit der Ungleichmäßigkeit der Entwicklung
im Imperialismus zusammenhängende Kampf um die Neuaufteilung der Welt und der
Einflusssphären heute in erster Linie mit ökonomischen und politischen Waffen
oder mit "Stellvertreterkriegen" ausgetragen, die von anderen Ländern
gegeneinander bzw. in Bürgerkriegen ausgefochten werden. Hochrüstung, Rüstungsexport
und das Schüren von Spannungen und Konflikten in verschiedenen Regionen steigern
die atomare Bedrohung und die Gefahr eines für die ganze Menschheit verheerenden
Krieges. Das schließt nicht aus, dass in der weiteren Perspektive mit der Veränderung
der ökonomischen und militärischen Kräfteverhältnisse und - mit
der Zuspitzung des Kampfes um die immer begrenzter werdenden Rohstoffquellen und um
Vorherrschaft in der Welt - auch die Gefahr kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen
imperialistischen Metropolen wieder akut werden kann.
Krise, Militarisierung und Krieg sind prägende Bestandteile der kapitalistischen
Globalisierung. Es geht um sicheren Zugriff auf die Schlüssel-Ressourcen, um die
Absicherung der Herrschaft des Monopolkapitals weltweit. Widerstand gegen Unterdrückung
und Armut soll mit militärischer Gewalt in Schach gehalten werden.
Die Europäische Union
Europa ist größer als die Europäische Union. Aber die Europäische
Union bestimmt ganz wesentlich die Wirtschaft und die Politik des restlichen Europas.
In der Konstruktion der Europäischen Union, des Binnenmarktes und der Währungsunion
bündeln sich die Interessen der Konzerne an einem großen, von Grenzen und
Regularien befreiten Markt. Aus einer Position der Stärke in Westeuropa werden
die anderen Märkte angegriffen. Nach einer Phase der Kapitalverflechtung auf westeuropäischer
Ebene - bei einem Übergewicht deutscher Investitionen in den anderen EU-Ländern
- beginnt nun ein beschleunigter Prozess transatlantischer und internationaler Fusionen.
Europa wird den Profit- und Machtinteressen des Transnationalen Kapitals unterworfen,
ohne dass die widerstreitenden Interessen der transnationalen und der nationalen Bourgeoisien
aufgehoben werden. Deshalb ist der Integrationsprozess ein Feld des Konkurrenzkampfes
und der politischen Konflikte. Die europäische Integration bleibt ein Feld der
Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Kräften der Bourgeoisie, vor allem aber
auch des Klassenkampfes.
Aufgrund seiner größeren ökonomischen und finanziellen Potenzen hat
sich Deutschland die Rolle einer maßgeblichen Führungsmacht angeeignet,
die es derzeit im Zusammenwirken mit den herrschenden Kreisen Frankreichs auszuüben
versucht. Gestützt auf diese Rolle verfolgt das deutsche Monopolkapital erneut
die alte Strategie des deutschen Imperialismus, eine aggressive wirtschaftliche, politische
und militärische Expansionspolitik in Richtung Ost- und Südosteuropa bis
zum Kaukasus und dem Nahen und Mittleren Osten zu betreiben.
Die wirtschaftliche und die politische Dynamik drängen die EU, sich den Kern eines
supranationalen Staatsapparates zu verschaffen. Die Europäische Union hat sich
zu einem eigenständigen ökonomischen, politischen und militärischen
Zentrum neben den USA entwickelt. Die gegenseitigen Beziehungen sind von Kooperation
und Konkurrenz geprägt. Die enge wirtschaftliche Verflechtung, vor allem durch
die gegenseitigen Ausländischen Direktinvestitionen (ADI), intensiviert die transatlantische
Integration und verstärkt gleichzeitig die Konkurrenz der Transnationalen Konzerne
auf beiden Seiten des Atlantiks.
Die EU strebt nach einer Veränderung der Kräfteverhältnisse, ohne dass
sie die Überlegenheit der USA in absehbarer Zeit in Frage stellen könnte.
Die ökonomisch stärksten europäischen Länder - allen voran Deutschland
- erhöhen unter der europäischen Flagge ihr eigenes Gewicht in der Weltpolitik
und auf den Weltmärkten. So versucht die Berliner Regierung, die außenpolitische
und militärische Einigung der Europäischen Union zu forcieren, um damit größere
Einflussmöglichkeiten zu erlangen. Der geplante Aufbau einer eigenen Militärmacht
dient diesem Ziel. Die EU soll zu einer eigenständigen global agierenden imperialistischen
Weltmacht neben den USA werden.
Auch die Erweiterung der EU auf 25 und künftig noch mehr Mitgliedstaaten zielt
auf die Ein- und Unterordnung der ost- und südosteuropäischen Staaten mit
ihren ökonomischen Ressourcen und ihrem Arbeitskräftepotential als abhängige
Peripherie in die globale Expansionspolitik der EU. Das Ergebnis ist die Herausbildung
von hochproduktiven Kernregionen in West und Ost, während das übrige Europa
als Zulieferer von Billigarbeitskräften, Billigprodukten und als ein weithin industriell
verödetes Umfeld weiter verarmt. Die Standortkonkurrenz wird von den Unternehmen
genutzt, um Löhne, Arbeitsbedingungen und Sozialstandards in ganz Europa immer
weiter nach unten zu drücken.
Die Anbindung der Länder der Mittelmeerzone zerstört die dortigen Wirtschaftstrukturen
und führt zu zunehmender Armut, Perspektivlosigkeit und gesellschaftlichen Spannungen.
Die EU versucht, die dadurch ausgelöste Migration durch militärische Mittel
unter Kontrolle zu bringen.
Gegenwärtig führen die Regierungen aller Länder der Europäischen
Union einen Generalangriff auf die in schweren Kämpfen erreichten sozialen Errungenschaften:
durch Abbau und Privatisierung der Sozialversicherung und der Rentensysteme, Einführung
der Marktgesetze für solch wesentliche öffentliche Dienstleistungen und Bereiche
wie Gesundheit, Bildung, Kultur, für Gemeinschaftsgüter wie Wasser und andere
Naturressourcen, durch Deregulierung des Arbeitsmarktes. Im Europa von heute nehmen
Arbeitslosigkeit und ungeschützte Arbeitsverhältnisse, Militarisierung nach
außen und Repression nach innen durch Freiheit raubende Gesetze immer mehr zu.
Gegen Gewerkschaften und andere Kräfte des Widerstands wird zunehmend härter
vorgegangen, Immigranten werden kriminalisiert.
Der dramatische Sozialabbau und die durch die neoliberale Politik hervorgerufenen gesellschaftlichen
Zerstörungen lösen in wachsenden Teilen der Gesellschaft Politikverdrossenheit
und Resignation aus. Die Perspektivlosigkeit der Betroffenen produziert Angst, Verzweiflung
und die Neigung, irrationalen und rechtsextremen bis hin zu faschistischen politischen
Losungen zu folgen. Rechte Demagogie, Rassismus und Antisemitismus leben verstärkt
wieder auf.
Ein anderes Europa ist möglich - ein sozialistisches Europa ist nötig
Europa ist aber nicht nur das Europa der Konzerne, sondern auch das kollektive historische
Bewusstsein der Völker über die Katastrophe von Faschismus und Krieg. Europa,
das sind auch die kulturellen, politischen Erfahrungen und sozialen Kämpfe, mit
denen die Arbeiterbewegung dem Kapital soziale und demokratische Rechte abgerungen
hat. In einem Teil Europas wurde bewiesen, dass eine Gesellschaft ohne kapitalistische
Ausbeutung möglich ist.
Das sozialdemokratische Konzept des Dritten Weges' ist in Europa gescheitert,
weil es dem Neoliberalismus nichts entgegengesetzt, sondern diesen befördert hat.
Das schafft neue Möglichkeiten für die Linke, die die gegenwärtige Welt
verändern will, und erhöht zugleich ihre Verantwortung.
Die weitere Entwicklung der Europäischen Union wird davon abhängen, inwieweit
es der gewerkschaftlichen und politischen Arbeiterbewegung, der globalisierungskritischen
Bewegung, den demokratischen Kräften gelingt, im gemeinsamen Handeln die Beherrschung
der EU-Institutionen durch das Monopolkapital einzuschränken, diese Institutionen
zu demokratisieren und selbst Einfluss auf deren Entscheidungen zu gewinnen. Der imperialistische
Charakter der EU-Konstruktion macht jedoch die Erwartung illusorisch, diese Europäische
Union könne ohne einen grundlegenden Umbruch in ihren gesellschaftlichen Verhältnissen
zu einem demokratischen, zivilen und solidarischen Gegenpol zum US-Imperialismus werden.
Nur ein Europa, das gegen den Neoliberalismus und für den Frieden in der Welt
arbeitet, würde das internationale Kräfteverhältnis entscheidend verändern.
Dazu muss die Macht der Transnationalen Konzerne gebrochen und müssen die Kämpfe
auf nationaler und europäischer Ebene miteinander verbunden werden.
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II. Der deutsche Imperialismus
Militärische Gewalt und Krieg sind wieder Mittel deutscher Außenpolitik.
Die neue militärische Rolle Deutschlands soll das Gewicht des deutschen Imperialismus
in der internationalen Arena auch gegenüber den anderen imperialistischen Konkurrenten
entscheidend erhöhen. In der Logik dieser Zielsetzung liegen aggressive ökonomische,
politische, kulturelle und auch militärische Aktivitäten und die Beteiligung
an völkerrechtswidrigen Angriffskriegen. Der Krieg in Jugoslawien wurde genutzt,
um als Ordnungsmacht in Osteuropa aufzutreten und den Anspruch des deutschen Imperialismus
auf einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat zu bekräftigen.
Kein Land bedroht Deutschland. Aber die Herrschenden haben die größten Rüstungsprojekte
in der jüngsten Geschichte aufgelegt. Sie verschlingen die Gelder für soziale
Reformen, sind eine Gefahr für die Demokratie und bedrohen den Weltfrieden.
Über die Frage, wie die außenpolitischen, außenwirtschaftlichen und
militärpolitischen Interessen am besten zu verwirklichen sind, gibt es in der
Monopolbourgeoisie und deren politischen Interessenvertretungen Meinungsunterschiede.
Eine wichtige Rolle spielt dabei das Spannungsverhältnis zwischen "atlantischer"
und "europäischer" Orientierung. Einverständnis besteht in der
herrschenden Klasse über die Unverzichtbarkeit des Bündnisses mit dem US-Imperialismus.
Dies gerät jedoch in Kollision mit der Tatsache, dass sich die US-Regierung über
wichtige deutsche und westeuropäische Interessen hinwegsetzt. Das führt zu
Widersprüchen bis in das Lager der Regierung und der Monopolbourgeoisie.
Im heutigen Umfang wird die friedensfeindliche und unsoziale Politik erst möglich
durch den Wegfall der Systemkonkurrenz, der sozialistischen Länder Europas. Der
Osten der Bundesrepublik gehört heute innerhalb der Europäischen Union zu
den strukturschwächsten Regionen. Dies ist das Resultat eines beispiellosen Rückgewinnungs-,
Ausplünderungs- und Restaurationsprozesses, der nach der Konterrevolution 1989/90
mit der Wirtschafts- und Währungsunion Anfang Juli 1990 unter der Regie des westdeutschen
Kapitals offen einsetzte. In den ersten Jahren danach vollzog sich - im Interesse und
zu Nutzen vor allem des Großkapitals - in Ostdeutschland ein historisch einmaliger
Vorgang der Liquidierung wirtschaftlicher und wissenschaftlich-technischer Potenziale
sowie der Beseitigung von Arbeitsplätzen. Die Industrie der DDR wurde - bis auf
wenige "Filetstücke" - zerschlagen, staatliche sowie viele kulturelle
Institutionen wurden "abgewickelt". Hunderttausende wurden entlassen. Das
wissenschaftlich-technische Potenzial der DDR wurde in den Jahren seit 1990 weitgehend
zerstört. Der Prozess der Enteignung setzte sich fort mit anhaltenden Angriffen
auf die Bodenreform, mit dem Verkauf öffentlichen bzw. kommunalen Eigentums, mit
dem Rentenstrafrecht und der ungleichen Entlohnung zwischen Ost und West. Die Ungleichheit
manifestierte sich in jahrelanger politischer Strafverfolgung. Durch Sonderregelungen
für Ostdeutschland wurde der Verfassungsgrundsatz des Rückwirkungsverbots
außer Kraft gesetzt.
Im Westen, in der BRD, waren bereits nach 1945 die alten ökonomischen und politischen
Machtverhältnisse restauriert worden. Dennoch konnte die Gewerkschaftsbewegung
bedeutende soziale Errungenschaften und Zugeständnisse von Seiten des Kapitals
erkämpfen. Auf dieser Grundlage wirkten der Reformismus und die Ideologie der
"Sozialpartnerschaft" zur Entschärfung der Klassenkonflikte. Reformistische
Politik hatte einen großen Spielraum und konnte vor diesem Hintergrund die politische
und ideologische Hegemonie in der westdeutschen Arbeiterbewegung erringen.
Die Zeit ist vorbei, wo soziale Kämpfe nahezu gesetzmäßig zu einer
Verbesserung der sozialen Rechte und zur Stärkung der Verhandlungsposition der
Gewerkschaften führten. Selbst für die Verteidigung in der Vergangenheit
erkämpfter Errungenschaften sind heute härteste Kämpfe notwendig, wobei
selbst dann das Ergebnis offen ist. Soziale Zugeständnisse widersprechen der Logik
des heutigen Kapitalismus.
An die Stelle der Suche nach dem sozialen Kompromiss treten die soziale Polarisierung
und die Konfrontation. Je niedriger die Kosten, desto größer sind die Gewinne.
Die wachsende Zahl der Arbeitslosen wird als Druckmittel eingesetzt, um die Arbeiterbewegung
zu schwächen, die Regulierung des Arbeitsmarktes und den sozialen und staatlichen
Schutz der Arbeitskraft aufzubrechen, Tarifverträge auszuhebeln, die arbeitenden
Menschen zu entwürdigen, und den gesellschaftlich geschaffenen Reichtum zugunsten
des Kapitals umzuverteilen. Der Ausfall der Löhne als Nachfragefaktor auf dem
Binnenmarkt soll durch gesteigerte Konkurrenz- und Exportfähigkeit - dem absoluten
Dreh- und Angelpunkt aller Maßnahmen - ausgeglichen werden. Obwohl heute die
Arbeitsproduktivität so stark wie nie zuvor zunimmt, wird der gesellschaftliche
Reichtum immer mehr dem Verteilungskampf entzogen. Das Transnationale Kapital tendiert
dazu, dem Gemeinwohl dienende Investitionen in die Gesellschaft, welche die Profitmaximierung
beinträchtigen, zu bekämpfen, weil sie als Entzug von benötigten Ressourcen
für den Konkurrenzkampf auf dem Weltmarkt betrachtet werden. So ist die wachsende
und sich verfestigende Armut ein strukturmäßiger und funktioneller Bestandteil
dieses auf den Weltmarkt gerichteten Modells.
Damit wird aber auch dem Reformismus die ökonomische Basis entzogen. Die SPD ist
von einer tiefen Krise erfasst und zu einer neoliberalen Partei geworden.
Zivilisatorischer Rückschritt
Unsicherheit im Beruf, unabhängig von Ausbildung und dem Grad der Qualifikation,
Unsicherheit im ganzen Leben, der Zwang, unkalkulierbare Risiken einzugehen, werden
allgegenwärtig und wieder zur prägenden Erfahrung der Arbeiterklasse im heutigen
Kapitalismus. Nach einigen Jahrzehnten relativer Sicherheit kehrt nun eine Situation
zurück, in der jeder plötzlich ein Verlierer, keiner sich seiner Sache mehr
sicher sein kann. Viele Errungenschaften im Sinne von mehr Gleichberechtigung von Mädchen
und Frauen werden durch die neoliberale Politik zunehmend demontiert, infrage gestellt
oder - im Zuge einer Angleichung nach unten - ins Gegenteil verkehrt.
Zum ersten Mal in der jüngeren Geschichte stehen die jungen Generationen schlechter
da als die Generationen, die ihnen vorangingen. Der durch den Klassenkampf erzwungene
Zusammenhang von Produktivitätsfortschritt und sozialer Entwicklung wird aufgehoben.
Errungenschaften in der gesellschaftlichen Infrastruktur wie z.B. Kinderbetreuung und
Bildung werden abgebaut und die Privatisierung öffentlichen Eigentums wird forciert.
Es findet ein sozialer und zivilisatorischer Rückschritt statt.
Der Kapitalismus zerstört mit seinem neoliberalen Konzept, die Arbeitskraft ausschließlich
als Kostenfaktor zu sehen, nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch immer mehr den
humanen Charakter von Arbeit. Arbeit ist nicht nur entscheidend für die materielle
Reproduktion des Menschen, sie ist auch entscheidend für seine soziale Integration
und Identität. Der Mensch ist durch Arbeit zum Menschen geworden, hat sich vermittels
der Arbeit geschichtlich entwickelt. Die Arbeit gehört zu seinem Wesen, zu seinen
schöpferischen Fähigkeiten. Sie ist die Lebensäußerung, die Lebenstätigkeit
des Menschen.
Nur der Mensch gewinnt die Bedingungen seiner Existenz durch Arbeit, durch zweckmäßige
Tätigkeit zur Hervorbringung von Gebrauchswerten für die Befriedigung seiner
Bedürfnisse. In diesem Prozess verändert er nicht nur die Natur, sondern
auch sich selbst, entwickelt er die materielle und geistige Kultur, formt er sich als
Persönlichkeit.
Die Arbeit ist neben der Natur die entscheidende Quelle des gesellschaftlichen Reichtums.
Dies gilt für alle Gesellschaftsordnungen. Im Kapitalismus ist die Arbeit jedoch
zugleich die Quelle von Wert und Mehrwert, die Arbeitskraft eine Ware. Die persönliche
Würde des Einzelnen löst sich in den Tauschwert seiner Arbeitskraft auf.
Es geht nicht um die "Befreiung von der Arbeit", sondern um die Befreiung
der Arbeiterklasse von kapitalistischer Ausbeutung. Erst dann kann sich der Mensch
als kulturelles Wesen entwickeln.
Kultur wächst da, wo der Mensch seine Anlagen und Neigungen über die Befriedigung
der unmittelbaren Lebensbedürfnisse hinaus entfalten kann. Die Gesellschaft wird
erst dann eine wirklich menschliche sein, wenn sie dieses "Reich der Freiheit"
herstellt, in der das "Reich der Notwendigkeit" aufgehoben ist (K. Marx:
Das Kapital)
Alle kulturelle Tätigkeit ist ein Vorgriff auf diese menschliche Zukunft; sie
ist kritisch, insofern sie die Verkürzung des Menschlichen in der Klassengesellschaft
entlarvt. Sie ist ein wesentliches Element des Klassenkampfes und des kommunistischen
Bewusstseins.
"
Im Rahmen der kapitalistischen Produktionsverhältnisse sind die menschen- und
naturfeindlichen Auswirkungen dieses Systems nicht aufzuheben. Sie entspringen unausweichlich
den Gesetzen der Kapitalakkumulation. Eine andere Gesellschaftsordnung ist daher nötig
- und diese ist der Sozialismus.
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III. Der Sozialismus - die historische Alternative zum Kapitalismus
Das sozialistische Ziel
Das Ziel der Deutschen Kommunistischen Partei, der Sozialismus, ist die grundlegende
Alternative zum Kapitalismus. Er ist der Bruch mit der Geschichte der Ausbeutersysteme.
Diese Perspektive hat ihre objektive Grundlage in den Widersprüchen der heutigen
kapitalistischen Gesellschaft und ihre subjektive Voraussetzung im Handeln der Menschen.
Als erste Phase der kommunistischen Gesellschaftsformation ist der Sozialismus zugleich
eine Etappe auf dem Weg zum Kommunismus, jener Gesellschaft, in der es keine Klassen
mehr gibt; in der die Arbeit zum Wohle der Gesellschaft erstes Lebensbedürfnis
geworden und die Warenform der Produkte aufgehoben ist. Dann werden die vergesellschaftete
Produktion und die allseitige Entwicklung der Menschen einen solchen Stand erreicht
haben, dass der Grundsatz "Jeder nach seinen Fähigkeiten - Jedem nach seinen
Bedürfnissen" in die Tat umgesetzt werden kann. Der Übergang zum Kommunismus
wird in einem langen geschichtlichen Prozess durch den Aufbau des Sozialismus vorbereitet.
Die sozialistische Gesellschaftsordnung setzt die Erringung der politischen Macht durch
die Arbeiterklasse im Bündnis mit den anderen Werktätigen voraus. Sie gründet
sich auf das gesellschaftliche Eigentum an allen wichtigen Produktionsmitteln, an den
Finanzinstituten und Naturressourcen. Sie ermöglicht damit die planvolle Nutzung
und Mehrung des gesellschaftlichen Reichtums zum Wohle der Allgemeinheit und die immer
bessere Befriedigung der wachsenden kulturellen Bedürfnisse.
An die Stelle der chaotischen, auf Profitinteressen ausgerichteten, von Krisen geschüttelten
kapitalistischen Konkurrenzwirtschaft tritt eine nach wissenschaftlichen Kriterien
gemeinschaftlich und verantwortungsbewusst geplante, von Solidarität getragene
Produktionsweise. Der Sozialismus beseitigt die kapitalistischen Klassenprivilegien
und überwindet im Zuge des Aufbaus der neuen Gesellschaft die Ausbeutung des Menschen
durch den Menschen. All dies bestimmt das Wesen der sozialistischen Gesellschaft. Sie
verwirklicht den Grundsatz: "Jeder nach seinen Fähigkeiten - Jedem nach seinen
Leistungen."
Die DKP geht davon aus, dass der Sozialismus das gemeinsame Werk all der Menschen sein
wird, die das Ziel einer von der Herrschaft des kapitalistischen Profitprinzips befreiten
Gesellschaft verbindet, deren politische und weltanschauliche Zugänge zu diesem
Ziel sich jedoch unterscheiden mögen. Die weltanschauliche Grundlage für
die sozialistische Zielsetzung der DKP ist der wissenschaftliche Sozialismus, die Theorie
von Marx, Engels und Lenin. Andere Zugänge können aus religiösen oder
allgemein humanistischen Überzeugungen, aus antifaschistischen, feministischen,
pazifistischen, globalisierungskritischen, aus antirassistischen oder ökologischen
Motiven erwachsen.
Der Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit bleibt der grundlegende Klassenwiderspruch
der kapitalistischen Gesellschaft, der zu seiner Lösung die sozialistische Umwälzung
erfordert. Die Überwindung des Kapitalismus ist heute aber auch nötig, um
die globalen, die Existenz der Menschheit gefährdenden Probleme lösen zu
können.
Es ist darum nicht mehr nur die Arbeiterklasse, die aufgrund ihrer Klassenlage ein
objektives Interesse am Sozialismus hat. Andere gesellschaftliche Kräfte können
aus unterschiedlichen Gründen zu der Einsicht gelangen, dass der Kapitalismus
durch den Sozialismus überwunden werden muss. Der Arbeiterklasse kommt jedoch
nach wie vor wegen ihrer Stellung in den Produktionsverhältnissen die entscheidende
Bedeutung für den erfolgreichen Kampf um den Sozialismus zu. Nur wenn sie in ihrer
großen Mehrheit von der Notwendigkeit der Überwindung des Kapitalismus überzeugt
ist und dafür bewusst handelt, kann sie zum Magneten für die Einbeziehung
anderer sozialer Schichten und politischer Kräfte in den Kampf um den Sozialismus
und den Aufbau der neuen Gesellschaft werden.
Die DKP sieht es als ihre Aufgabe, diesen Prozess zu fördern.
Der Sozialismus kann nur das Ergebnis des Wollens und Handelns der Arbeiterklasse und
der mit ihr verbundenen Kräfte, das Ergebnis von demokratischen Massenaktionen
sein. Er bedarf der Zustimmung und der aktiven Gestaltung durch die Mehrheit des Volkes
und der organisierenden Kraft einer revolutionären Partei. Mit der politischen
Macht der Arbeiterklasse und ihrer Verbündeten und dem gesellschaftlichen Eigentum
an allen wichtigen Produktionsmitteln wird der Sozialismus den demokratischen Rechten
und Freiheiten, die bereits im Kapitalismus erkämpft worden sind, die unter der
Herrschaft des Kapitals aber nicht gesichert sind oder nur formalen Charakter tragen,
eine reale soziale Grundlage geben.
Der Sozialismus garantiert das Recht auf Arbeit, verwirklicht dauerhafte soziale Sicherheit
und ermöglicht die tatsächliche Gleichberechtigung und Befreiung der Frau.
Der Sozialismus garantiert den Gewerkschaften und anderen Organisationen der arbeitenden
Menschen wie auch jedem Einzelnen das Recht und die reale Möglichkeit zur gemeinsamen
Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens. Er gewährleistet die Chancengleichheit
in der Bildung und den Zugang zur humanistischen Kultur für alle. Der Sozialismus
fördert Bildung und Weiterbildung, Literatur, Theater, bildende Kunst und Musik,
Sport und andere kreative Tätigkeiten. Er schafft damit Voraussetzungen für
den allseitig gebildeten, politisch mündigen, sich frei entfaltenden Menschen
und für ein selbstbestimmtes und selbstgestaltetes Leben in Frieden, Freiheit,
Gerechtigkeit und Solidarität, in sozialer Sicherheit und Wohlstand für alle
Menschen. Der Sozialismus bedeutet eine neue und zugleich höhere Stufe der Demokratie.
All dieses kann jedoch nur geschaffen und erhalten werden, wenn den Kapitalisten die
entscheidenden Produktionsmittel genommen werden und damit die Möglichkeit beseitigt
wird, die Gesellschaft der Profitlogik zu unterwerfen. Darum müssen alle Versuche
der entmachteten Ausbeuter, die mit der Verfassung und den Gesetzen des sozialistischen
Staates unvereinbare kapitalistische Ausbeuterordnung wiederherzustellen, auf der Grundlage
sozialistischer Gesetzlichkeit unterbunden werden.
Die DKP sieht die Aufgabe der kommunistischen Partei im Sozialismus darin, zusammen
mit anderen fortschrittlichen Kräften im Ringen um die besten politischen Ideen
und Initiativen immer aufs Neue das Vertrauen der Menschen und maßgeblichen Einfluss
zu erringen. Sie muss vor allem strategische Orientierungen für die weitere Gestaltung
des Sozialismus erarbeiten und bemüht sein, dafür Mehrheiten zu gewinnen.
Es ist die Aufgabe der Kommunistinnen und Kommunisten, sozialistisches Bewusstsein
in den Massen zu entwickeln, sie für das selbstständige, initiativreiche
Wirken beim Aufbau des Sozialismus zu gewinnen und für dessen Verteidigung gegen
alle Versuche zu mobilisieren, den Kapitalismus wiederherzustellen.
Wie der künftige Sozialismus im Einzelnen aussehen wird, kann heute nicht vorhergesagt
werden. Vieles hängt ab von den jeweiligen Ausgangsbedingungen, vom weiteren geschichtlichen
Verlauf, von den sich ständig wandelnden ökonomischen, politischen und kulturellen
Rahmenbedingungen sowie vom Wollen und Handeln derjenigen, die den Durchbruch zur neuen
Gesellschaft erkämpfen werden. Aber unabdingbar ist, dass zu einem neuen Typ der
Wirtschaftsentwicklung übergegangen wird, der in Verantwortung für die materiell-stofflichen
Ressourcen eine Verbesserung der Lebensqualität, die Verwirklichung des Rechts
auf existenzsichernde Arbeit in Würde und sozialer Sicherheit ermöglicht.
In den Ländern des realen Sozialismus als frühem Entwicklungsstadium des
Sozialismus hatte das gesellschaftliche Eigentum an den entscheidenden Produktionsmitteln
vor allem die Form des Staats- und Genossenschaftseigentums. Es ist zu erwarten, dass
sich im revolutionären Prozess des Kampfes um den Sozialismus und bei seinem Aufbau
neben bewährten auch neue Formen der Verfügung über das gesellschaftliche
Eigentum und der gesellschaftlichen Organisation herausbilden werden. Es ist das Anliegen
der Kommunistinnen und Kommunisten, dass bürokratischen Gefahren entgegengewirkt
und die öffentliche Kontrolle über die gesetzgebende und ausübende Gewalt,
über die Rechtsprechung, die Medien, Bildung und Forschung gestärkt und die
unmittelbare Machtausübung immer weiter ausgebaut wird.
Angesichts der voranschreitenden Internationalisierung der Wirtschaft und der Integrationsprozesse
im Rahmen der EU geht die DKP davon aus, dass der Aufbau einer sozialistischen Gesellschaftsordnung
wahrscheinlich nur im Rahmen gleichgerichteter Umwälzungsprozesse in den anderen
Hauptländern der Europäischen Union und der damit möglich werdenden
Veränderung des internationalen Kräfteverhältnisses realisierbar ist.
Endgültig wird der Sozialismus sich erst dann als die höhere Zivilisation
gegenüber dem Kapitalismus durchgesetzt haben, wenn er als Weltsystem eine Produktions-
und Konsumtionsweise verwirklicht, die für die ganze Menschheit verallgemeinerbar
ist, der Zerstörung der natürlichen Umwelt ein Ende setzt und die schreienden
Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten korrigiert, die der Kapitalismus hervorgebracht
hat. Der Aufbau des Sozialismus im Weltmaßstab wird sich daher mit Notwendigkeit
in einem langen geschichtlichen Prozess vollziehen.
Die Erfahrungen des realen Sozialismus
Künftige sozialistische Gesellschaften werden sich in vielem von denen unterscheiden,
die im 20. Jahrhundert in Europa aufgebaut wurden, weil die historischen Voraussetzungen
andere sein werden. Die positiven wie die negativen Erfahrungen, die in der Entwicklung
des realen Sozialismus gewonnen wurden, stellen jedoch einen riesigen Schatz an Erkenntnissen
dar, der für die Zukunft nutzbar gemacht werden muss.
Die Leistungen des Sozialismus
Mit der Oktoberrevolution 1917 in Russland wurde der Aufbau eines sozialistischen Gesellschaftssystems
begonnen. Sie gab der Menschheit das Signal zum Aufbruch in eine neue Epoche. Unter
ungünstigsten Ausgangsbedingungen wurden in der Sowjetunion und später in
weiteren sozialistischen Staaten großartige Leistungen vollbracht.
Die sozialistischen Gesellschaften haben über Jahrzehnte hinweg bewiesen, dass
eine Produktion ohne Kapitalisten, jenseits des Profitprinzips und nach einem gesellschaftlichen
Plan möglich ist. Sie haben der Aggressivität des Imperialismus Fesseln angelegt.
Vom "Dekret über den Frieden", dem ersten Dekret der Sowjetmacht 1917,
über den entscheidenden Beitrag der Sowjetunion zum Sieg über den Hitlerfaschismus,
bis zu den Abrüstungsinitiativen der Warschauer Vertragsstaaten reicht die lange
Kette der Friedenspolitik des Sozialismus. Zu seinen historischen Leistungen gehört
die solidarische Unterstützung der Völker im Kampf um nationale Unabhängigkeit,
gegen Kolonialismus und Neokolonialismus.
Der Sozialismus hat soziale Errungenschaften durchgesetzt, die selbst in den reichsten
imperialistischen Staaten nicht erreicht wurden: Obdach- und Arbeitslosigkeit wurden
überwunden, es gab gleiche Bildungsmöglichkeiten für alle, eine entwickelte
Erwerbstätigkeit der Frauen, kostenlose Gesundheitsversorgung und eine hoch entwickelte,
für die Massen zugängliche Kultur. Das Leben war geprägt durch soziale
Sicherheit und Vertrauen in die Zukunft.
Die Existenz des Sozialismus und seine Errungenschaften haben zugleich die Bedingungen
für den Kampf um soziale und demokratische Reformen in den entwickelten kapitalistischen
Ländern wesentlich verbessert. Die Bourgeoisie und ihre Regierungen waren durch
die Systemkonfrontation zu bedeutenden Zugeständnissen gezwungen. Das galt besonders
für die Herrschenden in der Bundesrepublik.
Die Deutsche Demokratische Republik hat unter Führung der SED der Macht des deutschen
Imperialismus Grenzen gesetzt. Vier Jahrzehnte lang war in einem Teil Deutschlands
die Herrschaft der Monopole und Banken beseitigt. Die Befreiung vom Faschismus hatte
dem deutschen Volk günstige Möglichkeiten für die Schaffung einer antifaschistisch-demokratischen
Ordnung in ganz Deutschland eröffnet. Allerdings wurde diese Chance in konsequenter
Weise nur im östlichen Teil, in der sowjetischen Besatzungszone und späteren
DDR, genutzt.
Mit der DDR entstand auf deutschem Boden eine sozialistische Alternative zum deutschen
Imperialismus. Die DDR, ihr konsequenter Antifaschismus, ihr Eintreten für Frieden,
Entspannung und Abrüstung sowie die Verwirklichung elementarer sozialer Grundrechte
gehören zu den größten Errungenschaften der deutschen Arbeiterbewegung
und sind Teil des humanistischen Erbes in Deutschland.
Ursachen der Niederlage
Trotz seiner wahrhaft historischen Leistungen hat der Sozialismus in Europa eine Niederlage
erlitten. Sie hat innere und äußere, ökonomische, ideologische und
politische, objektive und subjektive Ursachen. Dafür haben wir bisher noch keine
abschließenden Erklärungen; die Diskussion dazu findet in der DKP statt.
Aus heutiger Sicht gehören dazu die äußerst schwierigen Ausgangsbedingungen
unter denen die Revolution in Russland stattfand. Eine schwach entwickelte Industrie
und unterentwickelte Landwirtschaft, zum Teil noch verbreiteter Analphabetismus, fehlende
bürgerlich-demokratische Traditionen, eine noch vorwiegend bäuerliche Bevölkerung
und eine Arbeiterklasse, die sich unter diesen im Vergleich mit den entwickelten kapitalistischen
Ländern rückständigen Bedingungen herausgebildet hatte, all das nahm
in vielen Ländern, die einen sozialistischen Weg einschlugen, prägenden Einfluss
auf die Entwicklung von Ökonomie und Politik.
Diese Situation sowie dauernde äußere Bedrohung durch die imperialistischen
Mächte machten es in der Sowjetunion unerlässlich, in kurzer Frist durch
die Zentralisierung aller Kräfte eine moderne Industrie aufzubauen und eine kulturelle
Revolution in Angriff zu nehmen. Die führende Rolle der Arbeiterklasse wurde unter
diesen Bedingungen zunächst weitgehend stellvertretend durch die führende
Rolle der kommunistischen Partei ersetzt.
Dies wurde allerdings auch dann noch beibehalten, als sich im Ergebnis der Industrialisierung
und der Kulturrevolution die Bedingungen verändert hatten. Partei und Staat verschmolzen
immer stärker zu einem administrativ-bürokratischen Apparat. Der Prozess
der Vergesellschaftung blieb vielfach auf der Stufe der Verstaatlichung stecken. Die
Folge war eine zunehmende Entfremdung vom sozialistischen Eigentum.
Durch die staatliche Durchdringung aller Bereiche der Gesellschaft wurde die Eigeninitiative
gehemmt. Immer weniger fand eine streitbare gesellschaftliche Debatte um Perspektiven
statt. In dieser Zeit verlor die Partei an Glaubwürdigkeit und damit letztlich
die Hegemonie. Politische und organisatorische Grundsätze der KPdSU wurden zunehmend
außer Kraft gesetzt; an die Stelle von innerparteilicher Demokratie, Kollektivität
und Solidarität traten autoritäre Maßnahmen.
Dieser Prozess vollzog sich unter den Bedingungen der äußeren Bedrohung
und Subversion, der wirtschaftliche Erpressung und harter internationaler Klassenauseinandersetzungen.
Vor dem Hintergrund eines fehlenden Vorlaufs bürgerlich-demokratischer Rechtsformen
wurden, im Widerspruch zum humanistischen Wesen des Sozialismus, die Prinzipien sozialistischer
Demokratie durch Missachtung sozialistischer Rechtsstaatlichkeit, durch Repression,
durch Massenverfolgung und Verbrechen massiv verletzt. Zahllose Menschen, auch Mitglieder
der KPdSU, der Roten Armee und der Kommunistischen Internationale fielen dem zum Opfer.
Das hat dem Sozialismus und seinem Ansehen schwer geschadet.
Bisherige Erkenntnisse und Schlussfolgerungen daraus wurden Bestandteil des politischen
und organisationspolitischen Selbstverständnisses der DKP; dieser Prozess wird
weitergeführt.
Das administrativ-zentralistische "Sozialismusmodell" wurde nach dem zweiten
Weltkrieg weitgehend auf die Länder übertragen, die einen sozialistischen
Entwicklungsweg beschritten. Konnten mit diesem Typ des Sozialismus zunächst bedeutende
wirtschaftliche Erfolge erreicht werden, so erwies er sich später als nicht in
der Lage, die qualitativ neuen Anforderungen der wissenschaftlich-technischen Revolution
rechtzeitig zu erfassen und flexibel darauf zu reagieren. Die Folge war, dass die sozialistischen
Länder in der Entwicklung der Arbeitsproduktivität und des materiellen Lebensstandards
immer weiter hinter den entwickelten kapitalistischen Ländern zurückblieben.
Das musste destabilisieren.
Es ist den sozialistischen Ländern nicht gelungen einen dem Sozialismus entsprechenden
neuen Typ der Produktivkraftentwicklung zu schaffen. Auch konnten sich sozialistische
Wertvorstellungen nicht dauerhaft und umfassend durchsetzen.
Neben bedeutenden neuen Entwicklungen und Erkenntnissen kam es zu dogmatischen Erstarrungen
in den Gesellschaftswissenschaften. Diese wurden ihrer Kraft beraubt, durch wissenschaftlich
begründete Prognosen fundierte Handlungsorientierungen für die Lösung
sich entfaltender Widersprüche und die Weiterentwicklung der sozialistischen Gesellschaft
zu erarbeiten. Die Fähigkeit zu Kritik und Selbstkritik in Partei und Gesellschaft
ging weitgehend verloren. Auch die Kommunisten in der Bundesrepublik haben fehlerhafte
Einschätzungen mitgetragen.
Die innere Hauptursache für die Niederlage des realen Sozialismus in Europa liegt
darin, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse zunehmend erstarrten. Es gelang
nicht, dem Sozialismus auf seiner eigenen Grundlage, entsprechend dem erreichten Entwicklungsstand,
immer neue revolutionäre Entwicklungsschübe zu geben.
Die Niederlage des Sozialismus ist zugleich das Ergebnis der äußeren und
inneren Konterrevolution. Während ihrer ganzen Existenz waren die Sowjetunion
und später auch die anderen sozialistischen Länder ständigen Angriffen
und Eingriffen der imperialistischen Mächte ausgesetzt. Von der Intervention der
14 imperialistischen Staaten gegen die junge Sowjetmacht (1918-1920) über wirtschaftliche
Isolation und Handelsembargo, die Bedrohung durch den Antikominternpakt der faschistischen
Staaten Deutschland, Italien und Japan bis zum Vernichtungskrieg des deutschen Faschismus
verläuft eine gerade Linie äußerer Aggression, die durch subversive
Aktionen begleitet wurden. Dies wurde fortgesetzt durch die Embargopolitik und das
kräftezehrende Wettrüsten während des kalten Krieges, verstärkt
durch die atomare Bedrohung. Die imperialistischen Mächte haben - bis zu konterrevolutionären
Strategien - nichts unversucht gelassen, um den Sozialismus zu destabilisieren und
zu zerstören.
Als Folge der sich zuspitzenden inneren gesellschaftlichen Probleme, des äußeren
Einflusses und der zunehmenden Unfähigkeit, die anstehenden gesellschaftlichen
Aufgaben zu lösen, verengten sich die Handlungsspielräume weiter. In einigen
sozialistischen Ländern Europas gewannen in dieser Krisensituation in den regierenden
Parteien - vor allem auch in der KPdSU - revisionistische Kräfte die Überhand.
Damit wurde zum Schluss der Weg frei für die Niederlage des Sozialismus.
"
Die DKP stellt sich der Aufgabe die Ursachen für die Niederlage aufzudecken und
daraus Schlussfolgerungen für künftige sozialistische Entwicklungen zu ziehen.
Denn die Niederlage der sozialistischen Länder in Europa bedeutet nicht, dass
der Sozialismus unmöglich und der Kapitalismus das letzte Wort der Geschichte
ist. Angesichts der durch den Kapitalismus hervorgerufenen Zerstörungen muss und
wird die Menschheit neue Lösungen jenseits des Kapitalismus für ihre Probleme
finden. Dramatischer als jemals zuvor stellt sich heute die Alternative "Sozialismus
oder Barbarei!" (Rosa Luxemburg).
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IV. Unser Weg zum Sozialismus
Der Sozialismus kann nicht auf dem Weg von Reformen, sondern nur durch tief greifende
Umgestaltungen und die revolutionäre Überwindung der kapitalistischen Eigentums-
und Machtverhältnissen erreicht werden. Voraussetzung dafür ist eine grundlegende
Veränderung des Kräfteverhältnisses zugunsten der Arbeiterklasse und
der mit ihr verbündeten Kräfte.
Gesellschaftliche Kräfteverhältnisse verändern sich jedoch nicht im
Selbstlauf, sondern über Klassenauseinandersetzungen. Durch die Stärkung
der Organisation und Kampffähigkeit der Gewerkschaften, durch betriebliche und
gewerkschaftliche Aktionen, durch die Aktivitäten demokratischer und sozialer
Bewegungen muss Gegenmacht aufgebaut werden.
Je mehr es dabei gelingt, Veränderungen im Sinne von Selbstbestimmung am Arbeitsplatz
und in der Gesellschaft, von demokratischer Kontrolle, von Entmilitarisierung und Demokratisierung
in Staat und Gesellschaft zu erreichen, je größer der Einfluss der demokratischen
und sozialistischen Kräfte überall dort ist, wo Meinungsbildung stattfindet,
desto besser sind die Chancen im Kampf um die Zurückdrängung der Macht des
Monopolkapitals und für die Öffnung des Weges zum Sozialismus.
Für eine Wende zu demokratischem und sozialem Fortschritt
Heute geht es zunächst um die Verteidigung der im Grundgesetz verankerten Grundrechte,
um die Verteidigung sozialer und demokratischer Errungenschaften gegen die neoliberale
Kahlschlagpolitik von Kabinett und Kapital, um die Wiederherstellung und die Bewahrung
der natürlichen Lebensgrundlagen gegen ihre Bedrohung durch das ungezügelte
Profitstreben, um die Verteidigung des Friedens gegen die Kriegspolitik des US-Imperialismus
und gegen die Großmachtpolitik des deutschen und EU-Imperialismus..
Unter den gegebenen Bedingungen werden Abwehrkämpfe im Zentrum einer ganzen Kampfetappe
stehen. Schon in diesen Auseinandersetzungen wird es nur dann wirkliche Erfolge geben,
wenn ein qualitativ neues Niveau bei der Mobilisierung der Arbeiter und Angestellten
in den Betrieben und Verwaltungen, der Erwerbslosen, der Rentner, aller von der Demontage
sozialer und demokratischer Errungenschaften Betroffenen, wenn ein neuer Aufschwung
der Friedensbewegung und anderer demokratischer Bewegungen erreicht werden kann. Zugleich
können und müssen in den Kämpfen um die Verteidigung des Erreichten
die Kräfte gesammelt werden für fortschrittliche Reformen, für eine
Wende zu demokratischem und sozialem Fortschritt. Der Vernetzung der Kämpfe und
Bewegungen über Ländergrenzen hinweg kommt unter den Bedingungen der Globalisierung
eine immer größere Bedeutung zu.
Die DKP geht davon aus, dass die Spielräume für soziale und demokratische
Reformen infolge der weltwirtschaftlichen Verflechtungen und der Macht der Transnationalen
Konzerne, der enormen Staatsverschuldung und des Wegfalls des politischen Reformdrucks
mit dem Ende des realen Sozialismus in Europa heute außerordentlich eng geworden
sind. Das bedeutet nicht, dass die Kommunisten den Kampf um Reformen aufgeben. Reformpolitik
kann der politischen Konfrontation mit der Macht des Großkapitals, vor allem
des Transnationalen Kapitals, nicht ausweichen, sondern muss auf sie orientieren. Das
erfordert zumindest Eingriffe in die Verfügungsgewalt des Kapitals und wirft die
Eigentumsfrage auf. Herkömmliche soziale und demokratische Reformen rücken
so näher an die Notwendigkeit grundlegender antimonopolistischer Umgestaltungen
heran.
Ohne real erscheinende Alternativen wird kein gesellschaftlich wirksamer Widerstand
entstehen und ohne Widerstand bleiben alle progressiven Reformvorstellungen reine Illusion.
Deshalb muss mit den Ansätzen von Widerstand die Perspektive von Veränderungen
und Reformen verknüpft werden: Reformen, die sich
§ auf Friedenssicherung, Abrüstung, internationale Kooperation und eine gerechte
Weltwirtschaftsordnung,
§ gegen den Einsatz der Bundeswehr im Inneren, gegen die Militarisierung der Gesellschaft,
gegen rassistische und faschistische Ideologien, Organisationen und Parteien,
§ auf die Beseitigung der Massenarbeitslosigkeit, der Eindämmung prekärer
Beschäftigung und gesellschaftlicher Ausgrenzung, auf die Sicherung und den Ausbau
der solidarischen sozialen Sicherungssysteme, auf die Bekämpfung der individuellen
und gesellschaftlichen Armut sowie die Wiederherstellung und den Schutz der Umwelt
ausrichten.
Effektivität der Wirtschaft darf nicht in der Rentabilität des Kapitals und
in den Kennziffern der internationalen Konkurrenzfähigkeit gemessen werden, sondern
muss sich an der Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Mehrheit der Bevölkerung
orientieren. Über Beschäftigungsprogramme zur Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit
und gezielte Sanierung müssen Staat und Kommunen ökologische Reformen und
qualitatives Wachstum vorantreiben: Unverzichtbar sind öffentlicher Wohnungsbau
sowie ein effektives, für alle zur Verfügung stehendes öffentlich-rechtliches
Gesundheitswesen, Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, Förderung bestehender
und die Errichtung neuer Bildungs- und Kultureinrichtungen, kostenloser Zugang zu Bildung,
die Bereitstellung von qualifizierten und kostenlosen Kindertagesplätzen und integrierte
Ganztagsschulen für alle Kinder und die Sanierung der Umwelt. Vorhanden sind auch
die finanziellen Mittel: Im Reichtum der Konzerne und Banken, im Rüstungsetat
und bei den nichtinvestierten Spekulationsmilliarden von Banken, Versicherungen und
Konzernen.
Es geht um
§ die demokratische Einflussnahme auf den staatsmonopolistischen Regulierungsmechanismus
im nationalen Rahmen, wie im Rahmen der Europäischen Union und anderer internationaler
staatsmonopolistischer Institutionen;
§ gewerkschaftliche Aktionen und internationale Abkommen gegen Sozialdumping und
Standortkonkurrenz;
§ Förderung solidarischer Verhaltensweisen gegen die Ellenbogenmentalität
und gegen den menschenfeindlichen Neofaschismus und Rassismus;
§ die Durchsetzung von Bildungsinhalten im Erziehungswesen, die der Heranbildung
kritisch denkender mündiger Staatsbürger dienen, statt Abrichtung und Training
von abrufbar verwertbarer Arbeitskraft;
§ die demokratische Kontrolle über die Entwicklung und Anwendung von Wissenschaft
und Technik.
In der vor uns liegenden Etappe kommt es darauf an, gesellschaftliche Kräfte weit
über die Linke hinaus im Widerstand gegen die neoliberale Politik zu bündeln.
Allianzen verschiedener sozialer und gesellschaftlicher Kräfte, die sich an verschiedenen
Fragen immer wieder neu bilden und in denen die Arbeiterklasse die entscheidende Kraft
sein muss, sind die Voraussetzung, um die Rechtsentwicklung und den neoliberalen Umbau
der Gesellschaft zu stoppen. Wenn aus diesen Allianzen stabile Bündnisbeziehungen
und ein fester gesellschaftlicher und politischer Block gegen den Neoliberalismus entwickelt
wird, dann können die gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse so verändert
werden, dass der Kampf um gesellschaftliche Alternativen eine reale Perspektive bekommt.
Ohne antimonopolistische Eingriffe werden entsprechende Reformen und die erforderliche
tief greifende Umverteilung des Reichtums von Oben nach Unten, von den privaten Supervermögen
in die öffentliche Haushalte, von den reichen zu den armen Ländern nicht
möglich sein.
Die DKP hält es für möglich und notwendig, dass im Ergebnis des antimonopolistischen
Kampfes solche und andere antimonopolistisch-demokratische Umgestaltungen durchgesetzt
werden, die zur Zurückdrängung der Allmacht des Monopolkapitals und zur Erweiterung
der Einflussnahme der Arbeiterklasse und ihrer Verbündeten führen und so
dazu beitragen können, den Weg für den weiteren Kampf um den Sozialismus
freizumachen.
Der wesentliche Schritt muss die Überführung der Banken und Versicherungskonzerne
sowie der produktions- und marktbeherrschenden Konzerne in anderen strategischen Wirtschaftsbereichen
in demokratisch kontrolliertes öffentliches Eigentum sein.
Durch antimonopolistische Umwälzungen den Weg zum Sozialismus öffnen
Dieser Kampf kann in antimonopolistische Übergänge einmünden. Voraussetzung
dafür ist, dass der antimonopolistische Block über so viel außerparlamentarische
Kraft und parlamentarischen Einfluss verfügt, dass er eine die gemeinsamen Interessen
vertretende Regierung bilden kann. Gestützt auf starke außerparlamentarische
Bewegungen, die Organisationen der Arbeiterbewegung und den Aufbau einer neuen demokratischen
Macht können tief greifende politische und ökonomische Umgestaltungen eingeleitet
werden, in deren Ergebnis die Macht des Monopolkapitals gebrochen wird.
Die DKP ist stets davon ausgegangen, dass die antimonopolistische und die sozialistische
Umwälzung miteinander verbundene Entwicklungsstadien in dem einheitlichen revolutionären
Prozess des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus sind.
Antimonopolistische Umwälzung bedeutet eine Periode des revolutionären Kampfes,
in der noch Elemente des Kapitalismus und schon Keimformen des Sozialismus vorhanden
sind. Zunächst werden noch die Elemente des Alten überwiegen, im Klassenkampf
aber werden mehr und mehr die Wesenselemente der neuen Gesellschaft das Übergewicht
erlangen müssen, wenn es der Konterrevolution nicht gelingen soll, den revolutionären
Prozess zu ersticken.
Wie sich dieser Weg konkret gestalten wird, hängt ab von der Kraft der Arbeiterklasse,
der Stabilität ihres Bündnisses mit anderen demokratischen Kräften,
vom Einfluss der Kommunistinnen und Kommunisten, aber auch von den Formen des Widerstands
der Reaktion. Die Erfahrungen des Klassenkampfes lehren, dass die Monopolbourgeoisie,
wenn sie ihre Macht und Privilegien bedroht sah, stets versucht hat, den gesellschaftlichen
Fortschritt mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln zu verhindern, bis hin zur Errichtung
faschistischer Diktaturen und zur Entfesselung von Bürgerkriegen. Im harten Kampf
muss ihr unvermeidlicher Widerstand überwunden und ein solches Übergewicht
der zum Sozialismus strebenden Kräfte erreicht werden, das es ermöglicht,
die Reaktion an der Anwendung von Gewalt zu hindern und den für die Arbeiterklasse
und ihre Bündnispartner günstigsten Weg zum Sozialismus durchzusetzen.
zum Seitenanfang
V. Die Kräfte des Widerstands und des Fortschritts
Folge der ökonomischen und politischen Prozesse in den entwickelten kapitalistischen
Ländern, so auch in Deutschland, ist eine zunehmende Polarisierung der Gesellschaft.
Auf der einen Seite steht eine kleine Gruppe von Konzernherren, Bankchefs und Multimillionären.
Auf der anderen Seite steht die überwältigende Mehrheit der Arbeiter, Angestellten
und Beamten, der in der Landwirtschaft Beschäftigten, der Intelligenz, der Freiberufler
und auch kleine und mittlere Unternehmer, die alle der ökonomischen und politischen
Herrschaft des Monopolkapitals unterworfen sind. Soziale Unsicherheit, Erwerbslosigkeit
und Armut, soziale Spaltung und Ausgrenzung nehmen zu.
Eine große Vielfalt neuer sozialer Akteure entsteht und entwickelt sich. Mit
der antirassistischen Bewegung, in der Geschlechterfrage, zu Umwelt und Frieden und
zu vielen anderen Fragen agieren neue Kräfte autonom. Die Existenz einer breiten
Schicht von Ausgebeuteten und Ausgegrenzten eröffnet die Möglichkeit und
die Notwendigkeit, alle Betroffenen in einem alternativen politischen und sozialen
Projekt zusammenzuführen, sie als Gesamtheit in ihrer Vielfalt und Autonomie zu
vereinen.
Je mehr die auf nationaler Ebene formierenden gesellschaftlichen Blöcke sich auch
international vernetzen und aktionsfähig werden, desto größer wird
ihre Kraft zur Durchsetzung gesellschaftspolitischer Alternativen.
Zu den Kräften des Widerstandes und des Fortschrittes auf internationaler Ebene
zählen auch die Staaten mit sozialistischer Orientierung und mit Regierungen,
die - gestützt auf die Bevölkerung - eine Alternative zum Neoliberalismus
suchen und sich gegen die Dominanz des US-Imperialismus in den internationalen Beziehungen
wehren. Zunehmend entwickelt sich in der Welthandelsorganisation WTO Gegenwehr gegen
die Hegemonie der kapitalistischen Zentren. Unterstützt durch die globalisierungskritische
Bewegung kann erreicht werden, dass die USA, die Europäische Union und Japan ihre
Interessen nicht ungehindert durchsetzen können.
Eine besondere Bedeutung kommt Kuba zu, das unter schwierigsten Bedingungen den sozialistischen
Weg gegen alle imperialistischen Angriffe verteidigt. Dadurch inspiriert Kuba insbesondere
die Völker Lateinamerikas und der Karibik in ihrem Kampf gegen den Neoliberalismus
und gegen die US-Dominanz.
Arbeiterklasse - entscheidende Kraft
Die Arbeiterklasse ist die entscheidende Kraft im Kampf gegen die Macht des Kapitals
und zur Erkämpfung des Sozialismus. Sie ist die Klasse in der kapitalistischen
Gesellschaft, die auf Grund ihrer Stellung im System der gesellschaftlichen Produktion
am stärksten und unmittelbar die kapitalistische Ausbeutung erlebt. Als Nichteigentümer
an den Produktionsmitteln sind die Arbeiter und Angestellten gezwungen, ihre Arbeitskraft
zu verkaufen. Ohne ihre Arbeit könnte die Gesellschaft nicht existieren. Sie sind
in unserem hoch industrialisierten Land die hauptsächlichen Schöpfer aller
Werte. Die Arbeiterklasse hat keine von den Menschheitsinteressen gesonderten Interessen.
Diese gesellschaftliche Stellung gibt ihr die Kraft, zum Hauptträger des Widerstandes
und der Veränderung der Gesellschaft zu werden.
Die Arbeiter und Angestellten bilden die große Mehrheit der Bevölkerung
der Bundesrepublik. Die Reihen der Arbeiterklasse der Bundesrepublik wurden und werden
durch Millionen Arbeiter und Angestellte mit Mitgrationshintergrund verstärkt.
Dabei leben und arbeiten ein Großteil von ihnen sowie ihre Familienangehörigen
oft unter diskriminierenden Bedingungen. Der Anteil der Erwerbslosen an der Bevölkerung
wird immer größer; viele Jugendliche suchen vergeblich eine qualifizierte
Ausbildung oder Beschäftigung. Sie alle gehören zur Arbeiterklasse.
Die Frauenerwerbsquote steigt weiter, aber die Mehrheit des weiblichen Teils der Arbeiterklasse
verfügt über kein eigenes existenzsicherndes Einkommen: Teilzeitarbeit unterschiedlichster
Form, ein besonders hoher Anteil am Niedrig- und Niedrigstlohnsektor, charakterisiert
die Erwerbstätigkeit der meisten Frauen. Frauenlöhne sind in der Regel niedriger
als Männerlöhne. Das ist eine zusätzliche Profitquelle und erhöht
gleichzeitig den Druck auf die Männerlöhne.
Die steigende Erwerbslosigkeit, von der Frauen überproportional betroffen sind,
und die Angst davor vergrößern Abhängigkeit, zusätzliche Belastung
und Unterdrückung.
All das führt dazu, dass Frauen aller Altersgruppen besonders stark von Armut
betroffen und bedroht sind.
Die zunehmende Flexibilisierung der Arbeit und Arbeitszeitverlängerungen erschweren
es Menschen mit Kindern, gleichberechtigt am Arbeitsprozess teilzunehmen. Die Vereinbarkeit
von Beruf und Familie bleibt ein Privatproblem der Familien, meist der Frauen. Diese
traditionelle Rollenzuweisung wird immer neu reproduziert. Auch die Tendenz, Reproduktionsarbeit
in einen erzwungenen Niedriglohnbereich haushaltsnaher Tätigkeiten zu verlagern,
wird in erster Linie Frauen treffen.
In der Arbeiterklasse vollziehen sich seit einigen Jahrzehnten, besonders unter dem
Einfluss der wissenschaftlich-technischen Revolution, zudem bedeutende strukturelle
Wandlungen. Berufsbilder und Qualifikationsmerkmale haben sich verändert. Berufszweige,
deren Angehörige sich zumeist nicht zur Arbeiterklasse rechnen, ihr aber objektiv
angehören, gewinnen immer mehr an Bedeutung. Es bildet sich eine immer größer
werdende Schicht der in Technik, Wissenschaft und Verwaltung arbeitenden Intelligenz.
Sie unterscheidet sich von den Industriearbeitern bzw. einfachen Angestellten in Verwaltungen
und Bildungseinrichtungen vielfach nur durch ihre konkrete Tätigkeit. Auch ihr
Arbeitsplatz ist oft unsicher. Viele müssen entwürdigende Arbeitsverhältnisse
eingehen.
Den höchsten Organisationsgrad und die größten Kampferfahrungen haben
nach wie vor die Arbeiter und Angestellten in den großen Industriebetrieben sowie
in Teilen des Transportwesens. Für den Kampf der Arbeiterklasse gewinnen unter
den heutigen Bedingungen aber auch die Beschäftigten im Bank- und Dienstleistungsbereich,
im öffentlichen Dienst sowie im Kommunikationswesen eine zunehmende Bedeutung.
In Folge des Einsatzes neuer wissenschaftlich-technischer Entwicklungen verringert
sich der Anteil lebendiger Arbeit im unmittelbaren Produktionsprozess durch Automatisierung
und Robotereinsatz. Die Arbeitenden werden jedoch dadurch nicht entlastet. Einerseits
werden immer mehr Arbeitsplätze abgebaut, andererseits gibt es zunehmend Verlängerung
der Arbeitszeit und Erhöhung der Arbeitsintensität, Angriffe der Unternehmer
auf tarifliche und andere Arbeiterrechte. Zugleich wächst die Zahl der Beschäftigten
im Niedriglohnsektor, nimmt ihre Zahl in befristeten und prekären Arbeitsverhältnissen
zu, in denen Tarifbruch und fehlender Kündigungsschutz bereits die Regel sind.
Dies betrifft vor allem Frauen, Jugendliche und Menschen mit Behinderung.
Die Arbeiterklasse in unserem Land ist in ihrer Zusammensetzung und bezogen auf ihre
Arbeitsbereiche und Arbeitsbedingungen, ihre Lebenslagen, Herkunft und Traditionen
sowie Kampferfahrung sehr differenziert. In der organisierten Arbeiterbewegung wirken
verschiedene politische und weltanschauliche Strömungen. Ungeachtet aller Differenzierungen
und Unterschiede ist jedoch objektiv das Einigende bei weitem stärker als das
Trennende. Die Arbeiterklasse hat gemeinsame Klasseninteressen. In Gestalt des Großkapitals
steht ihr ein mächtiger, hoch organisierter, über alle Mittel der Macht und
Meinungsmanipulation verfügender und einheitlich handelnder Klassengegner gegenüber.
Gesellschaftlicher Fortschritt ist nur denkbar, wenn die Arbeiterklasse in Aktionseinheit
handelt und Bündnisse eingeht. Es ist notwendig und möglich, dass Arbeiter,
Angestellte, Beamte, prekär Beschäftigte und Erwerbslose, Auszubildende und
Rentner - unabhängig von Nationalität und Herkunft, unterschiedlicher Weltanschauung
und unterschiedlicher Parteizugehörigkeit - zusammenwirken.
Mit dem Kapitalismus entstand die internationale Arbeiterklasse, die gemäß
den besonderen Produktions- und Lebensbedingungen nationale Abteilungen bildete. Mit
zunehmender Vereinheitlichung der Produktionsbedingungen wachsen die Voraussetzungen
für den globalen Zusammenschluss der Arbeiterklasse, auch wenn das Bewusstsein
dafür noch nicht gereift ist. Materielle Grundlage ist die Vertiefung der internationalen
Arbeitsteilung, als deren Folge die Beschäftigten im Arbeitsprozess zunehmend
in eine direkte grenzüberschreitende Kooperation eintreten. In diesem Prozess
werden Ent-Industrialisierung an einem Ort und gleichzeitiger Aufbau modernster Fertigung
am anderen zu einer globalen Erscheinung. Dies wird wiederum vom Kapital genutzt, um
die Belegschaften von Standorten und nationale Abteilungen der Klasse gegeneinander
auszuspielen. Dem setzen die Kommunisten die kämpferische Haltung des Internationalismus
entgegen
Daraus folgt für die Arbeiterbewegung, dass sie sich international vernetzen,
sich entlang der globalen Produktionsnetzwerke organisieren muss, um Gegenmacht innerhalb
der Transnationalen Konzerne entwickeln zu können.
Das Zusammengehen der Klasse mit ganzer Kraft zu unterstützen, das Einigende in
den Vordergrund zu rücken, gemeinsame Aktionen zu fördern und zur Entwicklung
des Klassenbewusstseins beizutragen - das ist Aufgabe und Grundsatz der DKP.
DKP und Gewerkschaften
Den Gewerkschaften kommt für die Organisierung der Arbeiterklasse und für
das Kräfteverhältnis zwischen den Klassen eine Schlüsselrolle zu. Der
DGB und seine Einzelgewerkschaften sind die umfassendste Klassenorganisation der Arbeiter,
Angestellten und Beamten, der organisierte Ausdruck ihrer gemeinsamen Klasseninteressen.
Die Einheitsgewerkschaften, an deren Schaffung die Kommunistinnen und Kommunisten nach
der Befreiung vom Hitlerfaschismus wesentlich beteiligt waren und in denen sie stets
aktiv mitarbeiten, waren eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass die Arbeiterklasse
unseres Landes in der Vergangenheit bedeutende soziale und demokratische Errungenschaften
durchsetzen und behaupten konnte.
Die Existenz der DDR war als "unsichtbarer Verhandlungspartner" eine Unterstützung
für die westdeutschen Arbeiterinnen und Arbeiter in ihren Kämpfen. Auch deshalb
hatte die Niederlage des Sozialismus in Europa tief greifende Auswirkungen auf die
organisierte Arbeiterbewegung, darunter vor allem auf die Gewerkschaften in der Bundesrepublik
Deutschland.
Die DKP ist der Überzeugung, dass auch künftig starke, an den Interessen
der Arbeiterklasse orientierte und für sie kämpfende Gewerkschaften unentbehrlich
sind. Sie wirkt für die Stärkung der Gewerkschaften. Sie verteidigt die Tarifautonomie
und bekämpft alle Angriffe auf die Einheitsgewerkschaften durch die Unternehmerverbände
und andere reaktionäre Kräfte. Diese wollen die Kampffähigkeit der Gewerkschaften
zerschlagen, um den Widerstand gegen den reaktionären Umbau der Gesellschaft zu
schwächen.
Wir wenden uns gegen den Missbrauch der Gewerkschaften für eine "Modernisierungskoalition",
bei der es darum geht, durch den Abbau sozialer und demokratischer Errungenschaften
den "Standort Deutschland" für in- und ausländisches Kapital attraktiv
zu machen und die besten Verwertungsbedingungen für das Kapital zu schaffen. Wir
wenden uns dagegen, dass sich Teile der Gewerkschaftsführungen nach wie vor in
diese Politik einbinden lassen.
Wenn die Gewerkschaften eine Zukunft haben wollen, dann müssen sie sich konsequent
von der Unterordnung unter die SPD lösen, eine autonome Interessenvertretung betreiben,
selbst politisch und Teil einer Massenbewegung gegen Erwerbslosigkeit und neoliberale
Zerstörung werden. Gewerkschaften sind unverzichtbar zur Formierung von politischer
Gegenmacht in Betrieben und Gesellschaft.
Der DKP geht es um die Überwindung von Widersprüchen und Inkonsequenzen in
der gewerkschaftlichen Politik und damit um die Erhöhung des Ansehens, der Glaubwürdigkeit
und der Kampfkraft der Gewerkschaften. Die Mitglieder der DKP sind ihren Möglichkeiten
entsprechend Mitglieder der Gewerkschaften. Sie setzen sich dafür ein, dass die
Einheitsgewerkschaften zu autonomen, kämpferischen Klassenorganisationen werden,
die die unterschiedlichen weltanschaulichen und politischen Strömungen vereinen.
Kommunistinnen und Kommunisten leisten theoretische und praktische Beiträge dazu,
die Klassenorientierung der Gewerkschaftspolitik zu stärken, dafür antikapitalistische
Positionen zu entwickeln und das Ziel einer sozialistischen Gesellschaft in ihnen als
notwendig und möglich zu propagieren.
Die DKP tritt für starke und kämpferische Betriebs- und Personalräte,
Jugend- und Ausbildungsvertretungen und gewerkschaftliche Vertrauensleutekörper
ein. Sie wirkt für die Zusammenarbeit der Gewerkschaften auf europäischer
und internationaler Ebene, um ein Ausspielen nationaler Belegschaften gegeneinander
zu verhindern und gemeinsam in den Klassenauseinandersetzungen zu handeln.
Demokratische Parteien und Bewegungen
Zusammenarbeit mit anderen linken Parteien
Die Parteienlandschaft der Bundesrepublik ist im Umbruch. Die großen Parteien
und das politische System - wie es bisher über Jahrzehnte die Bundesrepublik bestimmte
- verlieren an Bindekraft. Rechte Parteien bzw. Positionen gewinnen an Zustimmung.
In der SPD und bei den Grünen ist der Einfluss linker Kräfte noch weiter
zurückgedrängt worden. In den Jahren ihrer gemeinsamen Bundesregierung bestimmten
Sozialdemontage, Demokratieabbau und deutsches Großmachtstreben den politischen
Kurs.
Im Zusammenhang damit eröffnete sich der Raum für eine politische Strömung,
die von der SPD aufgegebene sozialreformerische Positionen wieder aufnimmt, Einsätze
der Bundeswehr in aller Welt ablehnt und sich für die Verteidigung sozialer und
demokratischer Errungenschaften engagiert.
Abgeordnete linker Parteien und Wahlbündnisse, insbesondere Kommunistinnen und
Kommunisten in den Parlamenten können die Tribüne des Parlaments zur Propagierung
antikapitalistischer Alternativen nutzen und dem außerparlamentarischen Kampf
wichtige Impulse geben. Andererseits sind für das konsequente Wirken linker Parlamentarier
die Unterstützung und der Druck der außerparlamentarischen Bewegungen notwendig.
Die Aktivitäten linker Kräfte, Parteien und Organisationen haben zugenommen.
Die Möglichkeiten ihrer Bündelung durch die Zusammenarbeit im Rahmen sozialer
und politischer Bewegungen, für gemeinsame Forderungen und Initiativen sind gewachsen.
Sie haben viele gemeinsame Standpunkte und Interessen im Kampf um die Verteidigung
sozialer Errungenschaften und demokratischer Rechte und Freiheiten und zur Erhaltung
des Friedens. Auch in ihrer Kritik an den bestehenden Verhältnissen haben sie
häufig ähnliche Positionen. Bei vielen Aktionen und auch bei Wahlen handeln
sie zum Teil gemeinsam oder parallel.
Zugleich unterscheidet sich die DKP von ihnen in weltanschaulichen Positionen, im Parteiverständnis,
in der Programmatik, im Verständnis von Reform und Revolution und deshalb teilweise
auch in der praktischen Politik.
Die DKP beteiligt sich an der weiteren Entwicklung der Diskussionsprozesse zwischen
linken Parteien und Organisationen und anderen antikapitalistischen Linken. Es geht
ihr darum, die Diskussion so zu führen, dass gemeinsames Handeln gefördert
und nicht erschwert wird.
Kommunisten und demokratische Bündnisse
Gegen Sozial- und Demokratieabbau, Militarisierung und Kriegspolitik, Rassismus und
neofaschistische Gefahren in unserem Land und anderen imperialistischen Metropolen,
gegen die Folgen der imperialistischen Globalisierung für die Völker der
armen Länder entwickelt sich Widerstand. Die Mitglieder der DKP arbeiten aktiv
in demokratischen Bewegungen, Bündnissen und örtlichen Bürgerinitiativen
mit. Die DKP geht davon aus, dass Inhalt und Form des Kampfes durch die jeweiligen
Bewegungen selbst bestimmt werden. Die Mitglieder der DKP wirken konsequent für
die gemeinsam erarbeiteten Forderungen und Ziele und bringen in die Debatten um Kampfformen
und gesellschaftliche Alternativen ihre weltanschaulichen und politischen Positionen
ein.
Die DKP tritt für eine gleichberechtigte, partnerschaftliche Zusammenarbeit aller
Beteiligten ein. Sie respektiert die politischen Motive, die Weltanschauung und die
organisatorische Selbstständigkeit ihrer Bündnispartner und erwartet von
ihnen die gleiche Haltung gegenüber der DKP. Die Mitglieder der DKP stellen in
ihrer Arbeit in den Initiativen die Eigentumsfrage als die Grundfrage jeder Bewegung.
§ Die imperialistische Kriegspolitik auf dem Balkan, im Nahen und Mittleren Osten,
in Mittelasien, in Afrika und die besorgniserregenden militärpolitischen und rüstungstechnischen
Vorhaben der USA, der EU und Japans machen das Engagement für ein breites Bündnis
in der Friedensbewegung zu einer vordringlichen Aufgabe. Dies umso mehr, als nach dem
Zerfall der Sowjetunion den imperialistischen Metropolen keine gleichrangige Kraft
mehr als Friedensmacht entgegensteht. Solange die sozialistischen Staaten Europas und
vor allem die Sowjetunion existierten, konnten militärischen Abenteuern des Imperialismus
Grenzen gesetzt werden.
Die DKP kämpft in und mit der Friedensbewegung für eine Welt, in der die
internationalen Beziehungen auf dem Prinzip der Gleichberechtigung, der Nichteinmischung
in die inneren Angelegenheiten, auf nationaler Souveränität und der territorialen
Integrität aller Staaten beruhen. Sie tritt dafür ein, die UNO und das Völkerrecht
zu stärken. Für dieses Ziel ist es notwendig, die UNO zu demokratisieren.
Jede imperialistische Hegemonial-, Gewalt- und Interventionspolitik muss geächtet
werden. Die DKP wendet sich insbesondere gegen den Umbau der Bundeswehr zur weltweit
agierenden Interventionsstreitmacht und gegen die Aktivitäten zum Ausbau der EU-Streitmacht.
Sie tritt für die Ächtung und Beseitigung aller Massenvernichtungsmittel
ein. Die DKP fordert den sofortigen Stopp aller Auslandseinsätze der Bundeswehr
und richtet sich gegen den Bundeswehreinsatz im Innern.
§ Viele Initiativen, Bündnisse und Bewegungen setzen sich gegen den Abbau
sozialer und demokratischer Errungenschaften und gegen die Privatisierung öffentlichen
Eigentums zur Wehr. Dabei entwickeln sich neue Kampf- und Organisationsformen. Neu
in dieser Entwicklung sind auch Ansätze dafür, dass Gewerkschaften, soziale
Protestbewegungen, Friedens- und Demokratiebewegung wieder gemeinsam über Alternativen
und Aktionen diskutieren, gemeinsame Schwerpunkte bestimmen und zusammen handeln.
§ Neofaschistische Kräfte sind stärker geworden. Wöchentliche Aufmärsche,
militanter Terror und die Verankerung in einigen Parlamenten sind Kennzeichen dafür.
Die Mitglieder der DKP sind aktiv in antifaschistischen Organisationen und Bündnissen.
Sie suchen die Gemeinsamkeit mit all jenen Kräften - vor allem jungen Menschen
- die sich gegen Faschismus, Rassismus und Krieg für die Rechte der Migrantinnen
und Migranten, der Asylsuchenden und gegen weitere Einschränkung demokratischer
Grundrechten einsetzen.
Die DKP tritt ein für die Verteidigung des antifaschistischen Erbes - des antifaschistischen
Widerstandes 1933 bis 1945, des Kampfes von Antifaschisten nach 1945 in der BRD, der
antifaschistischen Positionen der DDR. Sie verteidigt die antifaschistischen Intentionen
des Grundgesetzes. Wir fordern gemeinsam mit anderen Antifaschistinnen und Antifaschisten
das Verbot sowie die Auflösung aller neofaschistischen Parteien und Organisationen.
· In der Bundesrepublik haben Millionen Migrantinnen und Migranten eigene politische
Organisationen gegründet. Die meisten gehören zur Arbeiterklasse. Viele setzen
sich aktuelle Aufgaben im Rahmen der Kämpfe der Linken in der Bundesrepublik und
einige haben längerfristig sozialistische Ziele. In ihren Reihen stehen politische
Flüchtlinge und verfolgte Antifaschisten. Die DKP ist im Sinne des proletarischen
Internationalismus solidarisch mit ihnen verbunden und sucht die politische Zusammenarbeit
mit ihnen.
· Mit der Ökologie-Bewegung teilen wir die Sorge um die Erhaltung der natürlichen
Umwelt. Kommunistinnen und Kommunisten engagieren sich im Widerstand gegen die Ursachen
der Klimakatastrophe, Zerstörung ökologischer Systeme, Verschwendung von
Ressourcen, Beherrschung der Energievorräte durch die Monopole und gegen Atommülltransporte.
Die DKP fordert den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie. Sie tritt dafür ein,
dass Entscheidungen über Risikotechnologien wie zum Beispiel Gen- und Biotechnologien
unter demokratischer Beteiligung der Bevölkerung getroffen werden.
§ Von entscheidender Bedeutung für die Zukunft ist die Rolle, die die Jugend
in den politischen und sozialen Auseinandersetzungen spielt. Beträchtliche Teile
der jungen Generation haben keine Chance auf Ausbildung und geregelte Arbeit. Nie zuvor
in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland waren darum Forderungen nach dem Recht
auf Bildung und Berufsausbildung, auf Arbeit, soziale Sicherheit und Gleichberechtigung,
auf sinnvolle Freizeit und Gesundheit, nach dem Recht auf Mitbestimmung und Demokratie,
dem Recht, in Frieden zu leben und zu arbeiten, so aktuell wie in der Gegenwart. Die
DKP will, dass die Arbeiterjugend ihre Kraft in den betrieblichen und gewerkschaftlichen
Kämpfen mit der ihrer älteren Kolleginnen und Kollegen vereint. Sie will
unter den Studierenden und jungen Intellektuellen die Überzeugung verbreiten,
dass sie ihren Interessen und Idealen nur gemeinsam mit der Arbeiterbewegung Geltung
verschaffen können. Dabei wirkt die DKP eng mit der Sozialistischen Deutschen
Arbeiterjugend (SDAJ) und der Assoziation Marxistischer StudentInnen (AMS) zusammen,
mit denen sie gemeinsame weltanschauliche Grundlagen und politische Überzeugungen
verbinden. Alle Mitglieder der DKP haben eine besondere Verantwortung, SDAJ und AMS
zu unterstützen.
§ Die DKP unterstützt das Eintreten der Frauen für ihre Interessen und
strebt dabei eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit allen Gruppen und Initiativen
an, deren Wirken auf die Verteidigung und den Ausbau der sozialen und demokratischen
Rechte der Frauen gerichtet ist. Frauenunterdrückung ist ein zentraler Bestandteil
kapitalistischer Ausbeutung. Der Kampf gegen sie kann nur im engen Zusammenwirken mit
der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung erfolgreich sein. Er liegt im Interesse der
gesamten Klasse. Die Emanzipation, d.h. die Befreiung der Frau ist nicht im Rahmen
einer auf Ausbeutung beruhenden Gesellschaft zu verwirklichen. Voraussetzung dafür
ist eine andere, eine sozialistische Gesellschaft.
§ Die DKP tritt für die Anerkennung und rechtliche Gleichstellung von Lebensentwürfen
jenseits der bürgerlichen Ehe ein und fordert die Gleichstellung selbstbestimmter
Lebensweisen. Sie steht an der Seite emanzipativer, gegen Diskriminierung gesellschaftlicher
Minderheiten wirkender Bewegungen.
§ Weltweit formiert sich eine Bewegung gegen die kapitalistische Globalisierung.
Sie wendet sich gegen die Macht der Transnationalen Konzerne, gegen die menschenverachtende
Politik der Weltbank und des internationalen Währungsfonds (IWF). Sie prangert
die Rolle und Verantwortung der G7 für die Lebensverhältnisse auf dieser
Erde an. Sie richtet sich gegen die reaktionäre Politik der EU.
Diese Bewegung repräsentiert unterschiedliche politische und soziale Kräfte.
Neue Organisationen entstehen. Der internationale Charakter der Proteste und ihre zunehmende
Vernetzung stellen eine neue Qualität der Protestbewegungen dar. Die DKP beteiligt
sich an der internationalen Formierung und Vernetzung der Gegenkräfte vor allem
durch ihre Mitarbeit in der Sozialforumsbewegung und über ihre Zusammenarbeit
mit anderen kommunistischen Parteien und linken Organisationen.
Die Wirksamkeit der sozialen und politischen Bewegungen des Protestes gegen Neoliberalismus
und die Auswirkungen der kapitalistischen Globalisierung wird davon abhängen,
§ wie sich vor allem der Widerstand der Belegschaften und Gewerkschaften international
wie im Rahmen unseres Landes verstärkt und koordiniert wird;
§ wie weit es gelingt, internationale Klassenkämpfe mit Aktionen der sozialen
Bewegungen gegen Auswirkungen der imperialistischen Globalisierung zu verbinden und
wie weit es gelingt, gegen den gemeinsamen Hauptgegner, die Transnationalen Konzerne,
zu mobilisieren
§ wie es gelingt, Kampfformen zu entwickeln - wie z. B. international vernetzte
Streikaktionen -, die geeignet sind, politische Forderungen durchzusetzen.
§ wie weit es möglich ist, den revolutionären, auf Gesellschaftsveränderung
orientierenden Teil dieser Bewegung zu stärken.
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VI. DKP - Partei der Arbeiterklasse
Die DKP lässt sich von den Zukunfts- und Gesamtinteressen der Arbeiter und Angestellten
als Klasse leiten. Sie wirkt als politisch bewusster und ständig weitertreibender
Teil der Bewegung. Sie versteht sich als revolutionäre Partei,
§ die die Interessen der großen Mehrheit der Menschen in diesem Land - vor
allem der Arbeiterklasse und der anderen Werktätigen, der Erwerbslosen und Sozialhilfeempfänger
- gegen die Macht und das Profitstreben des Großkapitals zur Geltung bringt;
§ die auf die Arbeiterklasse als entscheidende gesellschaftsverändernde Kraft
sowie die Entfaltung ihres Klassenkampfes und die Entwicklung des Klassenbewusstseins
orientiert;
§ die dafür wirkt, die verschiedenen Kräfte des Widerstandes im Kampf
gegen die neoliberale Politik zu stärken und zusammen zu führen;
§ die ihr wissenschaftliches Fundament in der Theorie von Marx, Engels und Lenin
hat und diese für die heutigen Kampfbedingungen weiterentwickelt;
§ die den grundlegenden Bruch mit den kapitalistischen Eigentums? und Machtverhältnissen
und den Sozialismus anstrebt.
Die DKP ist Partei des Widerstandes gegen die sozialreaktionäre, antidemokratische
und friedensgefährdende Politik der Herrschenden und eine antifaschistische Partei;
sie ist Partei des proletarischen Internationalismus.
Das Ziel der DKP ist der Sozialismus/Kommunismus. Für dieses Ziel die Mehrheit
zu gewinnen - darum geht es der DKP.
Der historische Weg der Kommunisten
Die DKP steht in der Tradition der kommunistischen Bewegung. Sie ist hervorgegangen
aus dem mehr als 150jährigen Kampf der deutschen und internationalen Arbeiterbewegung
gegen kapitalistische Ausbeutung und Unterdrückung, gegen Militarismus und Krieg.
Die DKP knüpft an die Tradition des "Bundes der Kommunisten", der revolutionären
Sozialdemokratie, des Spartakusbundes und der KPD an. Sie hat seit ihrer Neukonstituierung
1968 in Kämpfen der Arbeiterbewegung, im Friedenskampf und in anderen Bewegungen
erhebliche Beiträge zum Kampf gegen den deutschen und internationalen Imperialismus
geleistet. Die DKP lernt aus den Erfahrungen der internationalen revolutionären
Arbeiterbewegung. Sie war stets eng verbunden mit der SED, die 1946 durch die Vereinigung
von KPD und SPD in der sowjetischen Besatzungszone entstanden war.
Sie kämpft im Geiste und im Sinne von August Bebel, Wilhelm Liebknecht, Franz
Mehring, Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, Clara Zetkin, Ernst Thälmann, Wilhelm
Pieck und Max Reimann.
Seit den Anfängen ihrer Bewegung kämpfen Kommunistinnen und Kommunisten gegen
Ausbeutung und Unterdrückung, gegen Privilegien der Herrschenden und Verelendung
der Massen, gegen Kriege und gegen geistige Manipulation und Verdummung. Sie treten
für die Emanzipation der Menschen ein, für sozialen Fortschritt, für
eine Welt des Friedens, für die Teilhabe aller am kulturellen Reichtum der Geschichte
und Gegenwart. Sie wahren die Traditionen progressiver Bewegungen der Vergangenheit,
knüpfen an die Aufklärung an und vertreten die Ideen des Humanismus, die
Karl Marx in der revolutionären Forderung verdichtete, "alle Verhältnisse
umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes,
ein verächtliches Wesen ist
".
Es ist unsere Aufgabe als Kommunistinnen und Kommunisten, die historischen Erfahrungen
unserer Bewegung und des Aufbaus des Sozialismus zu bewahren, wenn wir uns nun unter
neuen Bedingungen eine sozialistische Gesellschaft als Ziel setzen. Wir weisen antikommunistische
Verfälschungen zurück. Wir verteidigen die Legitimität unserer Bewegung,
die Millionen von Menschen im Ringen um ihre Rechte und um Frieden inspiriert hat.
Wir halten die Erinnerung an diese Kämpfe wach. Wir sind uns dabei aber bewusst,
dass auf diesem Weg Fehler, Unrecht und Verbrechen geschahen. Dies gilt es in Zukunft
zu verhindern.
Der DKP geht es um die kritische Überprüfung ihrer Geschichte, um Denkweisen
und Strukturen zu überwinden, die dem humanistischen Anspruch unserer Idee und
Weltanschauung widersprechen.
Es geht uns um die Schlussfolgerungen, wie heute eine kommunistische Partei aussehen
muss, die den revolutionären Kampf führt und mit der Arbeiterklasse und allen
dazu bereiten Bündnispartnern eine neue Gesellschaft aufbauen will.
Im Kampf um soziale und demokratische Grundrechte und die Überwindung der kapitalistischen
Gesellschaft sowie beim Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft als Alternative zur
Herrschaft des Kapitals standen die Kommunistinnen und Kommunisten wie überall
in der Welt in vorderster Front gegen die Kriege der Imperialisten, gegen den Faschismus,
gegen die koloniale Unterjochung, für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsverhältnisse,
für soziale Sicherheit, für breite Bildung, für politische Grund- und
Bürgerrechte. Kommunistinnen und Kommunisten haben sich in diesen Kämpfen
immer als Internationalisten bewährt.
In der Bundesrepublik Deutschland können wir heute aus den Erfahrungen zweier
gesellschaftlicher Systeme lernen.
40 Jahre hat es auf deutschem Boden mit der DDR einen sozialistischen Staat gegeben,
der eine Alternative zum kapitalistischen System der BRD darstellte. Zum ersten Mal
in der deutschen Geschichte hatte die Arbeiterklasse die politische und ökonomische
Macht des Kapitals gebrochen. Die wichtigsten Produktionsmittel wurden in gesellschaftliches
Eigentums überführt. Effizient arbeitende landwirtschaftliche Genossenschaften
entstanden. Der Zugang zu Bildung und Kultur sowie zur medizinischen Versorgung hing
nicht vom Geldbeutel ab. Wichtige politische und ökonomische Voraussetzungen für
die Gleichberechtigung der Frauen wurden geschaffen.
Die DKP stand an der Seite der DDR, jenes Staates, in dem 40 Jahre lang die Macht der
Konzerne und Banken beseitigt war, jenes Staates, der als einziger in der bisherigen
deutschen Geschichte konsequent für Frieden und gegen Krieg eintrat, der konsequent
Solidarität mit den Völkern der Entwicklungsländer übte und der
konsequent antifaschistisch war.
Die Grundzüge einer neuen Gesellschaft wurden trotz der Schwächen erkennbar,
mit denen diese Entwicklung auch verbunden war.
Anders in der BRD: 40 Jahre lang kämpften Kommunistinnen und Kommunisten gemeinsam
mit anderen gegen die Restauration der politischen Macht des Kapitals und die Einbindung
der Bundesrepublik in das Lager des Imperialismus, gegen die Remilitarisierung und
die Eingliederung Westdeutschlands in die NATO, gegen Rüstung und Demokratieabbau,
für Frieden und Arbeiterrechte. Wegen ihres Eintretens gegen die Remilitarisierung
der Bundesrepublik und für die Einheit Deutschlands wurden die FDJ und 1956 auch
die KPD verboten.
Die von Kommunistinnen und Kommunisten in beiden Staaten gewonnenen unterschiedlichen
Erkenntnisse - die Erfahrungen des Klassenkampfes in einer kapitalistischen Gesellschaft
und den beim Aufbau des Sozialismus gewonnenen Erfahrungsschatz - kritisch und konstruktiv
zu nutzen und für die Entwicklung einer historischen Perspektive zusammenzuführen,
ist für die DKP Chance und Herausforderung zugleich.
Die DKP ist solidarisch mit all denen, die durch Klassenjustiz wegen ihres Einsatzes
für den Aufbau der DDR verfolgt, eingekerkert und diskriminiert wurden. Sie fordert
ihre Rehabilitierung und die Rehabilitierung derer, die in Westdeutschland und in Westberlin
für Frieden und Sozialismus gekämpft haben und dafür verfolgt wurden.
Sie fordert die Aufhebung des KPD-Verbots. Die DKP ist solidarisch mit allen von Berufsverboten
Betroffenen und Bedrohten, sie fordert deren Rehabilitierung und die sofortige Beendigung
der erneuten Praxis der undemokratischen und verfassungswidrigen Berufsverbote in einigen
Bundesländern.
Weltanschauliche Grundlagen
Die DKP gründet ihre Weltanschauung, Politik und ihr Organisationsverständnis
auf den wissenschaftlichen Sozialismus, der von Marx, Engels und Lenin begründet
wurde und ständig weiterentwickelt werden muss, damit er nicht hinter den Realitäten
zurückbleibt. Sie kämpft für die freie Verbreitung des Marxismus-Leninismus.
Die DKP leistet Beiträge zur wissenschaftlichen Analyse der Gesellschaft, um begründete
Erkenntnisse für politisches Handeln zu gewinnen. Sie sucht dabei die Diskussion
und Zusammenarbeit mit anderen marxistischen Kräften. Auf dieser Basis entwickelt
die DKP ihre politische Strategie und Taktik.
Als ideologische Aufgabe ersten Ranges betrachtet es die DKP, in der Arbeiterklasse
Einsichten in die eigene Klassenlage und in den unversöhnlichen Gegensatz zwischen
ihren Klasseninteressen und den Macht- und Profitinteressen des Großkapitals
zu vermitteln und klassenmäßige Erkenntnisse zu vertiefen. Sie verbreitet
die sozialistischen Ideen. Kommunistinnen und Kommunisten bringen Klassenpositionen
in Gewerkschaften und gesellschaftliche Bewegungen ein.
Die DKP wirkt dafür, den Einfluss der bürgerlichen Ideologie und reformistischer
Positionen auf die Arbeiterklasse zurückzudrängen. Entschieden bekämpft
sie Antikommunismus und Nationalismus. Unabdingbar ist die Auseinandersetzung mit rassistischen
und faschistischen Positionen sowie ihren weltanschaulichen und gesellschaftlichen
Ursachen.
Die DKP verbindet das Bemühen um Bildung und politische Aufklärung, um die
Propagierung ihrer Ziele, auf das engste mit der aktiven Unterstützung und Förderung
von politischer Praxis auf dieser Grundlage.
Prinzipien des innerparteilichen Lebens
Die Gemeinsamkeit der Weltanschauung und der politischen Ziele bestimmt die Prinzipien
des innerparteilichen Lebens der DKP. Sie schafft die Voraussetzung dafür, dass
sich die DKP als eine einheitliche und solidarisch handelnde Kampfgemeinschaft von
Gleichgesinnten entwickelt. Meinungsvielfalt, streitbare Diskussion und gemeinsame
Aktion bilden eine Einheit. Die Mitglieder der DKP lassen sich von dem Grundsatz leiten,
dass nur ein einheitliches, von der ganzen Partei getragenes Handeln das Unterpfand
ihrer Aktionsfähigkeit und Stärke ist. Voraussetzung dafür ist die solidarische
Diskussion und die Erarbeitung von Übereinstimmung. Darum verbindet sich in der
DKP breite innerparteiliche Demokratie mit dem Grundsatz der einheitlichen, zentralisierten
Aktion.
Zu den Grundsätzen des innerparteilichen Lebens gehören: die Wählbarkeit
aller Leitungen von unten nach oben, die Rechenschaftspflicht, die Einbeziehung der
ganzen Partei in die Entwicklung der Politik und Programmatik, zentralisiertes, einheitliches
Handeln durch die Verbindlichkeit der Beschlüsse der übergeordneten gewählten
Parteiorgane für die nach geordneten Leitungen und die Mitgliedschaft, die Organisierung
der Partei in Grundorganisationen und die Pflicht eines jeden Mitglieds, in einer Grundorganisation
mitzuarbeiten, sich im Rahmen der persönlichen Möglichkeiten in gesellschaftliche
Auseinandersetzungen einzubringen und sich theoretisch weiterzubilden.
Kommunistinnen und Kommunisten wirken dafür, dass das Leben der Partei bestimmt
wird durch Kollektivität des Handelns bei gleichzeitiger persönlicher Verantwortung
des einzelnen.
Proletarischer Internationalismus
Unter den Bedingungen der imperialistischen Globalisierung und der weiteren Ausprägung
der Europäischen Union nimmt die Internationalisierung des Klassenkampfes zu.
Damit wird nachdrücklich die Notwendigkeit einer internationalen Antwort der kommunistischen
Parteien und Organisationen und der Verständigung der weltweiten antikapitalistischen
Bewegung auf die Tagesordnung gesetzt.
Der umfassende Angriff auf die Errungenschaften der Arbeiterklasse erfordert das gemeinsame
Handeln der internationalen Arbeiterbewegung und anderer fortschrittlicher Kräfte.
Das Wissen, dass die sozialistische Zukunftsperspektive nur gemeinsam erkämpft
werden kann, unterstreicht die Notwendigkeit, die internationale Kooperation der antikapitalistischen
Kräfte zu intensivieren.
Die DKP lässt sich von der Erfahrung leiten, dass die Stärkung der internationalen
revolutionären Bewegung zugleich die Stärkung der revolutionären Bewegung
in den einzelnen Ländern einschließt. Die DKP verbindet das konsequente
Eintreten für die Sache der Werktätigen im eigenen Land mit der solidarischen
Unterstützung des Kampfes der fortschrittlichen Kräfte in der ganzen Welt.
Dabei geht die DKP von dem Grundsatz aus, dass jede kommunistische Partei ihre Politik
selbstständig erarbeitet. Sie trägt hierfür die Verantwortung vor der
eigenen Arbeiterklasse und Gesellschaft und zugleich vor den Werktätigen aller
Länder.
Die DKP ist den Ländern, die an einem Weg sozialistischer Orientierung festhalten,
ihn heute wählen oder morgen beschreiten werden, solidarisch verbunden. Zugleich
stützt sie solidarisch die fortschrittliche Entwicklung und die antiimperialistischen
Bewegungen in anderen Ländern. Sie wird insbesondere ihre praktische Solidarität
mit dem sozialistischen Kuba fortsetzen und verstärken.
"
Wer die Welt verändern will, muss sie erkennen. Wer sich befreien will, braucht
Genossinnen und Genossen. Wer Kraft entfalten will, muss sich organisieren. Wer ein
freies, menschliches Leben erringen, die Zukunft gewinnen will, muss kämpfen.
Die Deutsche Kommunistische Partei hat sich nicht um ihrer selbst willen gebildet.
Sie wirkt mit der Arbeiterklasse und in der Arbeiterklasse für die Zukunftsinteressen
der Menschheit.
Soziale Sicherheit und Gerechtigkeit, Demokratie und Freiheit, Frieden und Sozialismus
- dafür kämpft die Deutsche Kommunistische Partei.
"Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!"
(Beschluss der 2. Tagung des 17. Parteitages der DKP, 8. April 2006)
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