Karl Voigt: Armut ist ein Preis imperialistischer Kriegstreiberei

Karl Voigt DKP

 

Karl Voigt:
Noch immer bin ich stark beeindruckt von den vielen Gesprächen im Zuge der Unterschriftensammlungen. Eines der Argumente, die am häufigsten von Bürgern kamen, richteten sich gegen dieses „Schweinesystem, das wir jetzt haben“ und „Alles, was wir jetzt haben, verdanken wir den etablierten Parteien – allen denen! Man weiß schon gar nicht mehr, wen oder was man wählen soll.“ Dagegen lässt sich schwerlich was sagen – und ich selbst will es schon prinzipiell nicht, denn es stimmt.
Dann fragten die Interessenten verständlicherweise nach unserem Programm. Das wiederum lässt sich leicht erklären: Auf „Frieden! Arbeit! Solidarität“ reagieren alle Menschen, die sich über unser aller Lebensbedingungen einen Kopf machen, mit einem breiten Lächeln. „Ja, damit kann ich mich anfreunden!“ Und dann ging es oft los. Die Interessenten erzählten, so manchesmal mit einem Kloß im Hals, von Kürzungen des Hartz IV, von Erpressungen zu idiotischen 1-€-Jobs (z.B. auf Fahrräder aufpassen), von gestrichenen, nicht anerkannten Arbeitsjahren. Diese ständige Bevormundung und der Betrug an den Arbeits- und Lebensleistungen der Werktätigen oder inzwischen Rentner sind abscheulich.
Natürlich stimmen die Betroffenen zu, wenn die DKP fordert, das Hartz IV-System insgesamt abzuschaffen. Natürlich stimmt zu, wer von unbotmäßigen Mieten betroffen ist und so die halbe Rente weg ist. Angemessener Mindestlohn von nicht weniger als 12,50€/h, Abschaffung Hartz IV, 53%iges Rentenniveau sind Forderungen der Deutschen Kommunistischen Partei. Nicht erst im Wahlprogramm fordern sie das, sondern schon in ihrem Sofortprogramm.
Meist sind die Gedanken der Menschen und die Gespräche mit ihnen sehr konkret aus dem unmittelbaren Lebensumfeld. Aber wenn ich die erste Forderung der Kommunisten „Frieden!“ ansprach, erinnerten sich viele Ältere an die Verpflichtung: „Nie wieder darf Krieg von deutschem Boden ausgehen!“. Aber es geht von deutschem Boden Krieg aus. Bei den Ältesten unter uns kamen die Erinnerungen hoch. Dann musste sehr oft eine Pause im Gespräch eingelegt werden.
Fast alle der Angesprochenen wissen, dass in Deutschland Atomwaffen gelagert sind. Sie wissen, dass von Deutschland aus Drohneneinsätze gesteuert werden und sie wissen, dass wieder deutsche Soldaten ihren Kopf in aller Welt herhalten für die Interessen der derzeit Mächtigen. Und schon ist klar, dass dieses Thema gar nicht so weit weg ist. Frieden! ist das erste Gebot heute.
Mit Bezug auf die Einleitung kann man ehrlicherweise nur antworten: „Wählt Kommunisten!“

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