Schleimspur

Einsam zog eine übrig gebliebene braune Nacktschnecke ihre breite Schleimspur über die Fliesen der Terrasse, schmierig, glitschig, eklig. Der Schaden, der in diesem Gartenjahr durch viele ihrer Art angerichtet wurde, war bemerkenswert erheblich. Diese Gedanken kamen in den Sinn, als zu erfahren war, dass der so genannte Generalsekretär der Christdemokraten im Land Brandenburg, seines Zeichens auch noch stellvertretender Fraktionsvorsitzender seiner Partei, dem Bundespräsidenten etwas ins Ohr geflüstert hatte. Als dem Bundespräsidenten die Führenden der Brandenburger Landtagsfraktionen vorgestellt wurden, flötete der Möchtegerngeneral, er sei in dieser Runde der einzige gewesen, der dem Präsidenten in der Bundesversammlung bei der Präsidentenwahl seine Stimme gegeben hätte. Woher er seine Kenntnisse vom Wahlverhalten anderer bei der geheimen Wahl hatte, verriet er nicht. Der Bundespräsident jedenfalls erstaunte. Schade eigentlich, dass der Präsidentenflüsterer sich nicht wieder die Häftlingsklamotten ausgeliehen und zur Schau getragen hatte. Der Bundespräsident hätte einen noch stärkeren Eindruck vom CDU-Bodenpersonal im Brandenburger Landtag mitnehmen können.   gh

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