Was bedeuten uns die U18-Wahlen?

Manfred Ebel DKP

Ende letzter Woche fanden sogenannte U18-Wahlen statt. Junge Menschen, noch nicht wahlberechtigt, stimmten in einer zu den Wahlen analogen Art ab.
Wir sind uns bewusst, dass den Mächtigen die Wähler ausgehen. Selbst die Etablierten, die am ‚besten‘ abschneiden, können sich ja tatsächlich auf nicht mehr als jeden zehnten Wahlberechtigten stützen. Wen also vertreten diese Etablierten denn?
Und so setzt der Manipulationsmechanismus frühzeitig ein und die kommenden Wähler sollen schon jetzt reifgetrommelt werden: Wir spielen Demokratie.

Jedoch einige wichtige Aspekte wollen wir hervorheben, um das Ergebnis richtig werten zu können.
Kandidaten der DKP werden überhaupt selten eingeladen zu Wahlveranstaltungen. Da endet das „Demokratieverständnis“ der pluralistischen Gesellschaftsmanipulatoren. Dennoch waren Kandidaten der DKP bei einigen Wahlveranstaltungen der Jugendlichen und wir haben natürlich eine Menge Gespräche mit Jugendlichen auf den Straßen. Es zeigte sich übereinstimmend, dass keine 10% der Schüler jemals etwas von Kommunisten gehört hatten. (ganz im Ernst: „Kommunisten? Ah – Sie meinen Komponisten!“) Selbst wenn man nur einen sachlich richtigen Geschichtsunterricht gibt, kommt man an Kommunisten nicht vorbei! Wie ist das also mit dem Klassenwesen der Bildung? Lehrer! Worauf lasst Ihr Euch ein?
Worauf also werden Jugendliche hier beim Wählen-spielen getrimmt?

Und trotzdem: Jeder spürt, dass die Massen unzufrieden bis tief gefrustet sind. Konkrete Begebenheiten und Aussagen waren schon mehrmals Gegenstand in unseren Artikeln hier. Wir sagen dazu, dass das Klassenbewusstsein sich regt. Das ist naturgemäß zunächst undifferenziert, diffus, spontan. Aber es hat den eindeutigen Tenor „DIE da oben – WIR hier unten“ – eine klare Trennung zwischen „Die“ und „Wir“. Die Menschen erkennen ihr Massendasein. Und das ist die Voraussetzung für das Erkennen dessen, was gesellschaftliche Klassen ausmachen.

Eine dritte Rahmenbedingung ist, dass die DKP-Landesorganisation seit 2013 zu Wahlen antritt, jedoch bisher nur mit Landeslisten. Zur diesjährigen Wahl treten wir in 8 von 10 Wahlkreisen zusätzlich mit Direktkandidaten an.

Die vierte wesentliche Bedingung der Wahlkamfbudgets sei genannt:

  • CDU/CSU 30 Millionen Euro
  • SPD 24 Mio Euro
  • Linke 6,5 Mio Euro
  • Grüne 5,5 Mio Euro
  • FDP 5 Mio Euro
  • AfD 3 Mio Euro

Die DKP finanziert sich ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und einigen Spenden – aber keine von Unternehmen. Die DKP erhält auch keinerlei staatliche Parteienfinanzierung. D.h., sämtliche Ergebnisse sind ausschließlich auf das persönliche Wirken von Kommunisten zurückzuführen.

Unter diesen Bedingungen, die einen notwendigen und nicht zu leugnenden Rahmen bilden, wird eine Wahl für Jugendliche abgehalten. Die hat aufgrund der weit größeren Stichprobe (Anzahl der Stimmen) als jede sogenannte Umfrage eine dementsprechende Gültigkeit. In allen Auswertungen der Jugendwahlen wird betont, dass diese Abstimmungsergebnisse repräsentativ für das Abstimmungsverhalten der erwachsenen Wahberechtigten seien.
In allen vorangegangenen Wahlen lagen die Stimmenanteile für die DKP bei 0 bis 0,2 Prozent. Bei den Jugendwahlen vom vergangenen Freitag liegen die Anteile um durchschnittlich 0,37 Prozent. Das sind doppelt so viele Stimmen wie zuvor. Das bedeutet, dass die Ziele der DKP als echte Alternative erkannt werden. Das bedeutet, dass Kommunisten eine doppelte Akzeptanz in der Bevölkerung haben als noch wenige Jahre zuvor.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*