Unser Genosse Leonhard Helmschrott – ein Pionier der Bodenreform in Mecklenburg-Vorpommern

Der Kampf um soziale Gerechtigkeit auf dem Lande, die Befreiung der Landarbeiter und der bäuerlichen Bevölkerung von feudaler Abhängigkeit und kapitalistischer Ausbeutung – das war sein Lebensinhalt. Leonhard Helmschrott, am 5. Juni 1921 als Sohn eines Bauern in Untertürheim bei Augsburg geboren, nahm unmittelbar nach dem Sieg über den Faschismus aktiven Anteil an der großen Bauernbefreiung im Osten Deutschlands. 1948 zählte er zu den Mitbegründern der Deutschen Bauernpartei. Chefredakteur des Zentralorgans „Bauernecho“ war er von 1948 bis 1989. Als ältester Chefredakteur einer deutschen Tageszeitung und Mitglied des Staatsrates von 1986 bis 1990 hatte er maßgeblichen Einfluß auf die Entwicklung der Landwirtschaft in der DDR.

Mit seinen journalistischen Beiträgen hat er alle Etappen der Herausbildung einer sozialistischen Agrarstruktur in der DDR kommentiert und zugleich inspiriert. Nach seinen eigenen Worten hat ihn der Aufbruch auf dem Lande in den Tagen und Wochen der demokratischen Bodenreform am nachhaltigsten beeindruckt. Über seine Erlebnisse mit Landarbeitern und Umsiedlern bei der Aufteilung des Großgrundbesitzes in den Dörfern Mecklenburgs hat er vor zwei Jahren für das Septemberheft der „Roten Kalenderblätter“ den folgenden Beitrag geschrieben. Es war dies übrigens sein letzter Artikel in seinem langjährigen Journalistenleben. Schon“ einen Monat später haben wir uns von ihm für immer verabschiedet. Leonhard Helmschrott ist am 28. Oktober 2011 im Alter von 90 Jahren gestorben.

Prof. Dr. Erich Kundel

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