„Warum sollen sie mich wählen?“

Brigitte Müller:

Die Wünsche der Medienvertreter werden immer obskurer. Messen Sie mal, wieviel Zeit anteilig den Parteien für Darstellungen in öffentlich-rechtlichen oder gar privaten Medien zugestanden wird. Zählen Sie, wie oft welche Partei mit welchem Tenor der Berichte in den Druckmedien erscheint. Dann bleibt vom sogenannten Demokratieverständnis nicht viel übrig. Dann sieht man anhand von Fakten das ungeheure Ausmaß von Manipulation. Dann wird das Klassenwesen der Medien offenbar.
An dieser Stelle distanzieren wir uns einmal deutlich von den Inhalten der medialen Begleittexte. Das ist nicht das, was wir in Interviews sagten und das ist auch nur rudimentär und oft verfälschend, was in unserem Programm steht. Die Partei und ihre Kandidaten werden freundlich, fahrlässig aus Kenntnismangel oder manchmal offen verleumdet. Ein richtiges Bild können Sie sich nur machen, wenn Sie selbst unsere Programme lesen oder sich direkt mit uns unterhalten.

Hier ein Beispiel für „Wort im Munde umdrehen“. Ein Kandidat sagte im Interview, dass er sich genau überlege, was er wirklich benötigt und kauft. Heraus kam bei der Lausitzer Rundschau die wertende Unterstellung „Konsumarmut“.

In Filmbeiträgen des Fernsehens werden regelmäßig Passanten mit freundlichen, aber deutlichen Vorbehalten und Ablehnung der DKP gezeigt. Praxis ist jedoch das Gegenteil. Die Menschen sind uns gegenüber aufgeschlossen. Fast ausnahmslos erfahren wir regen Zuspruch. Konkret sind uns im Wahlkampf nur zwei mal Leute „doof gekommen“. Dagegen stehen tausende positive Gespräche.
Oben schrieben wir von obskuren Wünschen. Was halten Sie von Vorgaben wie „Antworten Sie mit 160 Zeichen“ oder „… in zwei Sätzen“ oder „Wo halten Sie sich am Sonntagabend auf? Bitte seien Sie bereit zu kurzen Auswertungen und Statements in wenigen Worten, wenn wir Sie anrufen.“ oder „Sie können einen Text mit xxx Zeichen plazieren, aber nur, wenn Sie eine Anzeige für 250 € schalten.“
Stellvertretend ein abschließendes reales praktisches Beispiel:

E-Mail vom 22. September, 8:43 Uhr
„Sehr geehrte Frau Müller,
heute stellt die MAZ allen Kandidaten für Sonntag eine letzte Frage:
„Warum sollen Sie mich wählen?“
Ich würde mich freuen, wenn Sie mir bis heute Nachmittag in zwei Sätzen darauf antworten könnten.
Mit freundlichen Grüßen
Andrea Kathert
Lokalredakteurin
Märkische Allgemeine …“

Die vollständige Antwort von Brigitte Müller darauf:
„Sehr geehrte Frau Kathert,
in zwei Sätzen lässt sich nur unseriös Politik erklären. Ließen wir uns darauf ein, wäre das blanker Populismus. Der ist nicht unsere Methode. Daher wie folgt:
Anders als bei anderen Parteien stehen die kommunistischen Kandidaten für ihre gesamte Partei und deren Ziele. Das sind die Ziele der lohnabhängigen Menschen, ob in Lohn und Brot oder nicht. Kommunisten jagen auch nicht nach Pöstchen im Parlament. Wir legen die Finger in die Wunden und klären auf.
Kommunisten stehen dafür, Wege zu weisen, wenn die Massen nicht mehr einverstanden sind mit dem kapitalistischen Raubbau an Natur und Menschen, Hochrüstung und imperialistische Kriege. Auf eine solche Situation steuert die Gesellschaft geradewegs zu. Die Wähler erkennen in der Masse, dass sie von den etablierten Parteien betrogen wurden. Sie wollen eine gründliche Änderung. Aber wie und wohin? Es reicht nicht, regional oder situativ den Kapitalismus verbessern zu wollen.
Kommunisten stehen situativ dafür, Not zu lindern, perspektivisch aber dafür, die Gesellschaft zur Gesellschaft der Werktätigen zu machen.
Wählt Kommunisten! Liste 11

Frau Kathert, wenn es partout nicht anders geht, nehmen Sie die beiden letzten Sätze. (Kommunisten stehen … 11)
mit freundlichen Grüßen
Brigitte Müller“

1 Kommentar zu „Warum sollen sie mich wählen?“

  1. Sonja Ninnemann // 22. September 2017 um 14:25 // Antworten

    Den Medien kann man schon lange nicht mehr vertrauen. Wem nützt es?!? Zensur, Meinungsmache, Manipulation.
    Zu dem Beispiel: Konsumarmut. Der Begriff ist natürlich schlecht, aber Konsumverweigerung oder Minimalismus ist durchaus in.
    Zeit für die wichtigen Dinge im Leben. Ballast abwerfen. Nur vom Nachdenken soll der Bürger ja abgehalten werden. Der soll lieber im Hamsterrad strampeln und vor Terror zittern. Wem nützt es ?!?
    Die Frage bleibt immer gleich 😉

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